TRAINEEPROGRAMME

Waves Vienna 2014 – Tag 2

NIHILS am Waves Vienna 2014 (c) Petra Püngüntzky
NIHILS am Waves Vienna 2014

Von 1. bis 5. Oktober 2014 holte das Club- und Showcase-Festival Waves Vienna die Welt ein bisschen nach Wien, wie Festivaldirektor Thomas Heher in seiner Eröffnungsrede im Mozartsaal des Wiener Konzerthauses ankündigte. Zum mittlerweile vierten Mal gab es eine geballte Ladung äußerst spannender Musik um die Ohren; neben bekannten Künstlern wurde auch vielen neuen Talenten eine Bühne geboten. Bei so einem bunten Line-Up fiel uns die Auswahl der Konzerte besonders schwer. Unsere Highlights von Tag 2 findet ihr hier in Wort und Bild.

Tag 2

Unser zweiter Festivaltag startete höchst motivierend mit der Tiroler Band NIHILS im Flex. Sänger Ramon, der auch an der Gitarre und am Keyboard überzeugte, musste das zunächst noch schüchterne Publikum erst einmal näher zur Bühne bitten, bis der Funke ihrer tanzbaren Indie-Pop-Sounds überspringen wollte. Danach hatten die Jungs aber leichtes Spiel. Ein Sprung ins Publikum, bei dem der Frontman durch die ersten Reihen tanzte und dabei einem aufgeregten jungen Mädchen sein Tamburin in die Hand drückte, sorgte für das große Highlight zum Ende ihres Sets. Während der Umbaupause bespielte der Prager Johannes Benz das Flex Café mit Folk- und Country-Songs, die leider absolut keine Stimmung aufkommen ließen. Auch seine Background-Sängerinnen wirkten so wie die Musik: vollkommen fehl am Platz.

Glücklicherweise ging es im Flex aber umso besser mit dem Dream-Folk-Kollektiv Still Parade aus Berlin weiter, deren Sänger mit seiner unglaublich seidigen Stimme ein bisschen an Justin Vernon von Bon Iver erinnert und uns ab sofort liebend gerne jeden Tag in den Schlaf singen darf. In den schüchternen Zwischenansagen war ihre Nervosität noch deutlich zu hören, doch kaum erklangen die ersten Takte ihrer Songs, war es, als hätte man einen Schalter umgelegt und Still Parade befanden sich genau in ihrem Element.

Anschließend zog es uns zu We Invented Paris ins Brut. Die Schweizer Band war bereits im Frühling im Haus der Musik zu Gast und beendete mit ihrem Auftritt am Waves Vienna ihre kleine Österreich-Tour. Und dieser Abschluss sollte noch einmal etwas ganz Besonderes werden. Nicht nur das Bühnenbild stimmte, auch die Melodien und Flavian Grabers Stimme, die eine unüberhörbare Ähnlichkeit zu Brian Molko von Placebo aufweist, packten einen sofort. Mit ihrem Schweizer Dialekt und authentischen Danksagungen an ihre Fans sind We Invented Paris wahre Sympathieträger. Ein Unplugged-Song inmitten der Konzertgäste in ruhiger Atmosphäre setzte ihrem Auftritt noch die Krone auf. Auf UNIMAG könnt ihr in Kürze ein Interview mit Sänger Flavian Graber und Gitarrist Matthias Rückert nachlesen.

Indes sorgten The Hidden Cameras im Porgy & Bess für volles Haus – und das nicht zuletzt wegen ihrer einzigartigen Bühnenpräsenz. Zu sehen gab es freie Oberkörper mit goldenen Schleifen und blaue Wickelröcke; für "Smells Like Happiness" setzten sie sich sogar rote Augenbinden auf. Da konnten die Kanadier schließlich zeigen, dass sie ihre Instrumente auch blind perfekt beherrschen. Wahnsinnig gut, nein, großartig war das! Das konnte man nach einem erneuten Locationwechsel von Giantree im Brut leider nicht behaupten. Weil Kesington ihren Auftritt kurzfristig absagen mussten, durfte die Wiener Band ein "extended Set" spielen. Doch obwohl die großen Posen und das stimmliche Talent passten und auch die Venue ziemlich gut besucht war, kam bei uns im Publikum nur sehr wenig von der Musik an.

Eigentlich wollten wir unseren Festivaltag nach der Absage von Kesington frühzeitig beenden, doch die einstündige Wartezeit auf den Auftritt von Go Go Berlin sollte sich lohnen. Mit ihren langen Mähnen, die auch schon bei Germany's Next Topmodel für ein misslungenes Haarspray-Shooting herhalten mussten, könnten die Dänen bestimmt Preise gewinnen, und auch musikalisch haben die Rock'n'Roller einiges auf dem Kasten. Wir haben Sänger Christian Vium und Gitarrist Mikkel Dyrehave im Vorfeld zum Interview getroffen, das ihr bald hier auf UNIMAG nachlesen könnt.

Bilder: (c) Petra Püngüntzky

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

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