BÜCHERBÖRSE

Mit Musik gegen Alltagsrassismus: At Pavillon

Mit Musik gegen Alltagsrassismus: At Pavillon (c) Phlop Design

Charts sind ja immer so eine Sache. Also lasst uns erst einmal feststellen: Es gibt sie. Aha. Und Wikipedia hat auch eine tolle Erklärung dazu parat: "Musikcharts (verkürzt auch engl. Charts[Pluraletantum] oder deutsch Hitliste sowie Hitparade) bezeichnet eine Methode für die nummerische Zusammenstellung einer Rangliste von Musikstücken über einen bestimmten Zeitraum, die deren Beliebtheit oder deren Erfolg auf einer begrenzten Skala wiedergeben soll" (Quelle). Lassen wir das mal so stehen.

Leider ist es in der heutigen Zeit der Fall, dass diese "Charts" oft aus nicht gerade innovativer Musik bestehen, die nach dem immer gleichen Schema funktioniert, zumindest im Bereich der Popmusik. Zwar ist in der Musik und deren vielfältigen Ausprägungen auf musikalischer Ebene jeweils eine bestimmte Charakteristika zu erkennen, zum Beispiel im Bereich Metal. Man findet gewisse Eigenschaften, die eine Band ausmachen, um diesem Genre zugeordnet zu werden (sofern sich das sagen lässt, denn Musikrichtungen sind sowieso eine eigene Welt, die man nicht unbedingt verstehen muss). Aber gerade in der populären Musik fehlt ein Stück weit die Individualität, doch um die sogenannten Pop-Charts soll es hier auch gar nicht gehen.

Es gibt jenseits der großen Namen und deren immer gleichen Songs auch eine andere Seite der Musik, die viele von uns gar nicht beachten oder schon gekonnt verdrängt haben. Gerade in Österreich ist es scheinbar kein leichtes, wirklich wahrgenommen zu werden, wie man im Vorfeld der Amadeus-Verleihung feststellen konnte. Aus diesen und vielen anderen Gründen haben es unbekannte Künstler oft nicht ganz leicht, man muss entdeckt werden und auch ansonsten viel Glück haben – und vorallem brauch man Hörer.

Eine Band, die gerade dabei ist, dies zu bewältigen und sogar in den Charts einiger alternativer Radiosender vertreten ist, ist die Wiener Gruppe At Pavillon. Mitte des letzten Monats erschien ihre Single "Lions", die seitdem auf diversen Radiostationen in Österreich (z.B. FM4) sowie in Deutschland ein gewisses Airplay genießt. Auf leichten, zum Tanzen bestens geeigneten Gitarren, entwickelt sich der Song vom Anfang weg zu einem mitreißenden Stück, das in der Tradition bekannter Indierock-Bands wie den Briten von Two Door Cinema Club steht oder auch der norwegischen Band Kakkmaddafakka. Nach mehrmaligem Hören geht "Lions" auch immer mehr und mehr ins Ohr und bleibt darin hängen. Live wird es die Zuschauerschaft in ein hüpfendes und sich windendes Meer verwandeln.

Doch das Lied ist nicht nur aus musikalischer Sicht erfreulich erfrischend, es hat auch textlich eine große und vorallem wichtige Botschaft, und zwar richtet sich "Lions" gegen Alltagsrassismus und das allgemeine Wegschauen bei Missständen, wie es auch in unserer heutigen Zeit leider immer wieder vorkommt. Und genau deswegen wird die neue Single von At Pavillon auch zu einer richtig starken Hausnummer, die es sich auf alle Fälle auf lange Zeit hin zu merken gilt. Auf jeden Fall freuen wir uns schon darauf, wieder und mehr von der Band zu hören. Hier geht es zum Musikvideo!

Falls sich jemand ebenso gut mit der Musik und diesem Song anfreunden kann wie wir, dann scheut euch nicht, am kommenden Mittwoch, den 22. September, ins B72 zu kommen, wo At Pavillon die neue Konzertreihe des Klubs "Animals of the Woods" eröffnet. Doors Open: 20 Uhr. AK 9 €, VVK 7 €.

Und worauf sich noch gefreut werden darf: Es gibt auch bald ein Interview!

Jan Wälder


studiert eigentlich Publizistik- und Kommunikationswissenschaften, belegt aber gerne auch den ein oder anderen Skandinavistik-Kurs.

 

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