BÜCHERBÖRSE

Yann Tiersen beehrte die City

Yann Tiersen beehrte die City (c) Alterna2/flickr.com

Klangkünstler, Komponist und Multiinstrumentalist Yann Tiersen beehrte am Sonntagabend den Wiener Gasometer. Als Support war Tiny Feet geladen, ebenfalls aus Brest in Frankreich. Sie ist eine One-Woman-Band, die alle Instrumente und die Loop Station selbst bedient. Was sie auf der Bühne ablieferte, wird vielen Besuchern noch lange in Erinnerung bleiben - positiv wie negativ. Nach jedem Song wurde fleißig applaudiert, aber wirklich vom Hocker riss sie nicht. Tiny Feet war gefangen in ihrer Experimentalmusik, sehr speziell und stellenweise angsteinflößend. Nach dem Auftritt von Tiny Feet brauchte es wirklich eine Pause. Diese dauerte dann doch etwas lange, dann aber betraten die Musiker um Yann Tiersen die Bühne und schalteten erstmal ihre Glühbirnen ein.

Was folgte, war eine durchaus interessante Mischung aus Post-Rock und Klassik. Wer traumhafte Klänge aus "Die fabelhafte Welt der Amelie" und "Good Bye Lenin" hören wollte, wurde aber leider enttäuscht. Vielmehr stellte er sein neuestes Album "∞ (INFINITY)" (VÖ: 16.6.) vor. Der zurückhaltende Franzose entpuppte sich bei seinem Gig in Wien als Musiker mit absoluter Hingabe. Ob Cembalo, Akkordeon, Banjo, Piano oder Geige: Keine Frage, Yann Tiersen beherrscht diese Instrumente wie kein anderer. Dennoch ist der Funke nicht wirklich auf das Publikum übergesprungen. Vor allem in den hinteren Reihen sah man den Augen der Konzertbesuchern große Fragezeichen. Dass ein Konzert von Yann Tiersen keine Party zum Tanzen ist, war den Leuten aber ohnehin klar. Das Publikum zollte dem Franzosen anerkennenden Applaus, laute Jubelschreie blieben aber aus.

 

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