BÜCHERBÖRSE

Kraftklub bei 84 % Luftfeuchtigkeit im Flex

Kraftklub bei 84 % Luftfeuchtigkeit im Flex (c) Philipp Weiser

Ja, richtig gelesen! Bei bis zu 84 Prozent Luftfeuchtigkeit und einer Raumtemperatur von 32,5 Grad – es fühlte sich so ekelhaft an, wie es sich anhört – brachten Kraftklub ihre Wiener Mainstream-Fans am Montagabend im Flex ziemlich ins Schwitzen. Nach ihrem "Konvoi in Schwarz"-Geheimkonzert auf der Donauinsel war das intime Klubkonzert bereits der zweite Streich der Chemnitzer. Und in nur vier Monaten (am 18.02.2015) kehren sie auch schon für einen Hallenauftritt in den Wiener Gasometer zurück, bevor sich das Quintett zwischen 12. und 14. Juni 2015 erstmals am Nova Rock Festival die Ehre gibt.

Bei unserer Ankunft kurz vor 21 Uhr konnten wir bei einem Kraftklub-Klubkonzert im Flex schon unsere ungefähre Stehplatzposition erahnen. Irgendwo ganz hinten an der Treppe machten wir es uns gemütlich – in der Hoffnung, nicht schweißgebadet inmitten der wild ausflippenden Menschenmenge zu stehen. Doch zu früh gefreut. Schon als Sänger Felix Brummer den Opener "Hand in Hand" anstimmte, brachte das motivierte Publikum den Club regelrecht zum Beben. Spätestens bei "Ich will nicht nach Berlin" gab es auch in den hinteren Reihen kein Halten mehr.

Felix, der sich an diesem Abend völlig crazy fühlte und seine Ansagen und Fragen an Wien ("Sagt mal Wien, fährt man bei euch auch viel mit dem Fahrrad?", "Wisst ihr, was 'ne Eitrige ist?") immer nach ihre Songs reihte, stellte unter anderem das neue Spielzeug der Band – nämlich ihr Tour-Messgerät – vor. Die Temperatur im Raum belief sich zu diesem Zeitpunkt auf 31 Grad und 70 Prozent Luftfeuchtigkeit. Doch damit wollten sich Kraftklub natürlich nicht zufrieden geben. Also was tun? Richtig, eine Temponummer nach der anderen abliefern. Ob neuere Nummern wie "Zwei Dosen Sprite", "Schüsse in die Luft", "Irgendeine Nummer" oder doch "Karl-Marx-Stadt" von ihrem Debütalbum – alle forderten sie die Fans zum Mitgröhlen und Tanzen auf. Und die waren so intensiv mit dem Feiern beschäftigt, dass erstaunlicherweise kaum Smartphones die Sicht zur Bühne verdeckten.

Apropos Tanzen: Zwischendurch durfte sogar ein Konzertbesucher zu Kraftklub auf die Bühne, um Felix den Wiener Walzer beizubringen. Ziemlich beeindruckend, was Kraftklub-Fans alles drauf haben. Die können also durchaus mehr als bei der Zugabe wie wild "Randale" zu machen und in die Disko zu scheißen. Nach knapp 90 Minuten Spielzeit und schlimmstem Sauna-Feeling bei Höchstwerten von 84 Prozent Luftfeuchtigkeit und 32,5 Grad Raumtemperatur war Schluss.

Was uns Sänger Felix Brummer und Sänger und Gitarrist Karl Schumann über ihre Wechselunterhosen auf Tour, das nächste Album-Cover und Schnittchen auf Promi-Parties erzählt haben, könnt ihr hier im Interview nachlesen. Eine Album-Review haben wir auch für euch!

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

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