BÜCHERBÖRSE

Kitschig schön: Kina Grannis & Imaginary Future

Kina Grannis & Imaginary Future live im Flex (c) Petra Püngüntzky
Kina Grannis & Imaginary Future live im Flex

Kitsch kann manchmal so schön sein! Das stellte YouTube-Star Kina Grannis vergangenen Freitag bei einer sehr intimen Show im Wiener Flex unter Beweis. Für sie und ihren Ehemann Jesse Epstein, der als Imaginary Future den Part des Support-Acts übernahm, war es der erste Auftritt in der Bundeshauptstadt.

Jesse Epstein alias Imaginary Future eröffnete den Abend mit einem sehr ruhigen Set, das die Konzertbesucher im Wiener Flex gespannt aufhorchen ließ – und das hoffentlich nicht nur weil fast alle Songs seiner Frau gewidmet waren. Uns begeisterte der Mann mit dem Rauschebart und der äußerst sanften Stimme, die keinen Ton verfehlte, vor allem mit einem Cover zu "Fly Me To The Moon". Auch beim anschließenden Auftritt von Kina Grannis stand er wieder als Gitarrist auf der Bühne. Es muss toll für die beiden sein, gemeinsam auf Tour gehen zu können und nicht so lange voneinander getrennt zu sein.

Nicht nur die Liebe zueinander, auch die Liebe zu ihren Fans war deutlich spürbar – unter anderem deshalb, weil Kina Grannis versuchte, ihre Fans auf eine ganz besondere Art und Weise an der Show mitwirken zu lassen. Diese durften beispielsweise im Vorfeld den Coversong für ihre Setlist bestimmen; die Wahl fiel letztendlich auf "Sweather Weather" von The Neighbourhood. Außerdem holte sie für "Message From My Heart", ihrer ersten Nummer auf YouTube, vier Mädchen aus dem Zuschauerbereich zu sich auf die Bühne, um diesen gemeinsam mit ihnen zu performen. Zwischendurch beantwortete die Sängerin mit japanischen, englischen, irischen, französischen, niederländischen, walisischen und schottischen Wurzeln immer wieder Fragen ihrer Fans. Diese konnten sie nämlich vor der Show in eine Q&A-Box am Merchandise-Stand werfen. Wirklich entzückend!

Auch ihre Band hielt das Publikum bei Laune. Immer, wenn Kina sich auf das Stimmen ihrer Gitarre konzentrieren musste und somit keine persönlichen Geschichten ausplaudern konnte, stimmten ihr Keyboarder und ihre Drummerin Songs von Super Mario Bros. an, die die Menge zum Jubeln brachten. All die Harmonie und Positivität auf der Bühne wirkten – zu unserer Überraschung – zu keinem Zeitpunkt gespielt oder aufgesetzt sondern tatsächlich authentisch und ansteckend.

Für einen besonders schönen Moment sorgte ein Zwischenruf aus dem Publikum, als Kina Grannis ihren Ehemann Jesse Epstein nach ihrem Solopart wieder auf die Bühne bat. Da lernten die beiden nämlich, dass "Honey" auf Deutsch "Schatzi" bedeutet, und konnten sich anschließend vor Lachen kaum noch auf ihre Performance zu "I Knew This Would Be Love" konzentrieren. Auch ihre Schwester Emi hatte einen kleinen Gastauftritt.

Mit den zwei Zugabe-Nummern "Valentine" und "The One You Say Goodnight To" ging der Konzertabend nach eineinhalb Stunden auch schon zu Ende. Im Anschluss verbrachte die Sängerin aber noch im Rahmen eines Meet & Greets einige Zeit mit ihren Fans.

Bilder: (c) Petra Püngüntzky

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

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