BÜCHERBÖRSE

Dämonisch gut: St. Vincent in der Arena Wien

St. Vincent live in der Arena Wien (c) Petra Püngüntzky
St. Vincent live in der Arena Wien

"St. Vincent spielt nicht nur wie eine Göttin, sie sieht auch noch wie eine aus!" - Das versprach uns ein Fan der begnadeten Performerin bereits vor ihrem Auftritt in der Arena Wien am vergangenen Dienstag. Und er sollte Recht behalten. Das eineinhalbstündige Konzert der selbstbewussten US-Amerikanerin war geprägt von kantigen Tanzchoreographien, großen Rock-Gesten und dämonisch heißen Blicken.

Annie Clarke, die sich auf der Bühne in ihr Alter Ego St. Vincent verwandelt, betrat mit trippelnden Schritten und eindringlicher Mimik die Bühne, ihre gräulichen Locken dabei nach hinten gebunden. Obwohl der Opener "Rattlesnake" bereits vielversprechend loslegte, dauerte es bis zur ersten Zwischenansage der Künstlerin, bis das Publikum mit ihr warm wurde. Zu schräg wirkten ihre Roboter-Bewegungen und dämonischen Verrenkungen zum Takt der Musik. Dann erzählte sie aber äußerst charmant von Dingen, die wir alle gemeinsam haben. Immerhin hat doch jeder in seiner Kindheit versucht, mit leeren Pizzaschachteln an den Armen zu fliegen, und das Gefühl gehabt, dass sein rechter Arm nicht zu seinem Körper gehört, oder?

St. Vincents anfängliche Unnahbarkeit schien daraufhin zu verschwinden. Was blieb, war eine etwas durchgeknallte Musikerin mit starker Bühnenpräsenz. Von ruhigen bis härteren Songs war alles dabei und auch die dazugehörigen Performances hatten es in sich. Mal rekelte sie sich verführerisch auf einem Podest, ein anderes Mal führte sie mit ihrer Keyboarderin einstudierte Choreographien aus und zum grande Finale ihrer Zugabe kletterte sie auch noch mutig auf einen Boxenturm, blieb zwischen einer hängenden Box und dem Turm stecken und konnte beim Versuch, sich zu befreien, nur knapp einer Bruchlandung entziehen.

Bilder: (c) Petra Püngüntzky

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

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