BÜCHERBÖRSE

Ziemlich süß: George Ezra in der Arena Wien

George Ezra live in der Arena Wien (c) Elisabeth Voglsam
George Ezra live in der Arena Wien

Die tiefe, bluesige Stimme, die gestern aus der Großen Halle der Arena Wien dröhnte, konnte eigentlich nur einem gehören – nämlich dem britischen Newcomer George Ezra, der gerade mit seinem Debütalbum "Wanted On Voyage" samt Band quer durch Europa tourt. Der Raum war gesteckt voll und das Publikum vollends begeistert, obwohl die Show mit nur einer Stunde Spielzeit etwas unbefriedigend ausfiel.

Bereits im Juli dieses Jahres war George Ezra, der sich durch seine beiden Hit-Singles "Cassy O'" und "Budapest" einen Namen machte, für einen exklusiven Showcase zu Gast im Wiener Odeon (Bericht). Damals überzeugte der 21-jährige Brite mit sehr viel Charme, Witz und im Alleingang nur mit seiner Gitarre bewaffnet. In die Arena Wien kam er am Dienstag, den 25. November 2014, mit großartiger Band-Verstärkung.

Schon zu Beginn des Auftritts, der pünktlich um 21 Uhr startete, verpulverte der junge Musiker mit "Cassy O'" und "Listen To The Man" die mitunter besten Songs seiner Debütplatte. Ein gewagter und äußerst ungewöhnlicher Schachzug! Die nächste Nummer – seine jüngste Single "Blame It On Me" – kündigte George Ezra mit folgenden Worten an: "If you don't like me, you'll love the music video to that song.". Darin widerfahren ihm nämlich einige schreckliche Dinge, unter anderem wird er von einem Auto angefahren. Der guten Stimmung nach zu urteilen, war aber keine Person anwesend, die George Ezra nicht mochte. Wäre ja auch irgendwie komisch, sich in so einem Fall in die seit Wochen ausverkaufte Arena zu quetschen.

Für die Darbietung von "Benjamin Twine", "Girl From The North Country" (Cover von Bob Dylan) und "Leaving It Up To You" stand der Sänger schließlich alleine auf der Bühne. Die witzigen Anekdoten, die den Auftritt im Wiener Odeon so besonders machten, blieben dieses Mal leider aus. Nach und nach ging die Aufmerksamkeit im Publikum flöten. Doch zum Glück standen ja noch vier weitere Songs mit Band auf der Setlist – unter anderem auch das gefeierte "Budapest", bei dem Ezra die Gunst der Konzertbesucher zurückgewinnen konnte.

Unter tosendem Applaus und nur knappe 45 Minuten nach Konzertbeginn kehrte George Ezra auch schon für seine Zugabe auf die Bühne zurück und begeisterte seine vorwiegend weiblichen Fans mit einem Cover zu "Girls Just Wanna Have Fun" von Cyndi Lauper und "Did You Hear The Rain?" seines erfolgreichen Debütalbums. Obwohl der Auftritt in sich stimmig war und an der musikalischen Leistung des Künstlers absolut nichts auszusetzen war, hat die Verbindung zum Publikum gefehlt. Die Spielzeit war sowieso viel zu kurz. Das nächste Mal bitte einfach wieder auflockernde Erzählungen einbauen, lieber George!

Bilder: (c) Elisabeth Voglsam

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

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