BÜCHERBÖRSE

Feinschmecker aufgepasst: Zoot Woman im WUK

Feinschmecker aufgepasst: Zoot Woman im WUK (c) Zoot Woman

"Sie ist ein Model und sie sieht gut aus...", so beginnt ein ziemlich berühmter Song der deutschen Musik-Koriphäen Kraftwerk, die den Elektrobereich nachhaltig verändert haben. Zoot Woman haben sich 2001 nicht nur an diesen Song herangetraut und ein tolles Cover daraus gebastelt, sondern sind auch gewissermaßen in die Fußspuren von Kraftwerk getreten. Ihre Musik kann man unter dem Sammelbegriff Electroclash und von den österreichischen Fans am 26. Januar im WUK live genossen werden.

Der große Clash

Electro - der ja ein wichtiger Teil von Electroclash ist - hat mit dem Werk von Kraftwerk seinen Lauf genommen. Schon Anfang der 1970er bestand deren Musik ausschließlich aus elektronischen Klängen. Darüber schwebte die roboterhafte Stimme des Frontmannes. Dass das Ergebnis ziemlich ins Ohr geht, bewiesen die Düsseldorfer zur Genüge und inspirierten einige Nachfolger zu eigenen Interpretationen ihrer Musik. Zoot Woman wurde 1995 in England gegründet und umfasste anfangs nur ein Duo von Adam Blake und Stuart Price, die eigentlich nur instrumentale Tracks schreiben wollten. Doch schon bald stieß Blakes Bruder, Johnny Blake, zur Truppe und übernahm die Funktion des Sängers. Die drei fingen an, die "klassische" elektronische Musik à la Kraftwerk mit New Wave und Rock-Elementen aufzumischen.

2001 war somit nicht nur ihr Debütalbum "Living in a Magazine", sondern auch die neue Musikrichtung Electroclash geboren. Der "Clash" bezieht sich dabei auf den meist simpel klingenden Synth-Bass, der einem strikten Takt folgt. Und natürlich darf man die Stimme des Sängers, genauer gesagt den Gesang nicht außer Acht lassen. Es ist wichtig, dass der Text eher gesprochen wirkt, um ein Gefühl der Künstlichkeit hervorzurufen. Letzteres wirkt bei Zoot Woman aber ausgesprochen harmonisch, vor allem da die Stimme von Johnny Blake einen ganz bestimmten Klang hat.

Dürrezeiten 

Der Übergang zum zweiten, selbstbetitelten, Album ging recht schnell, doch schon auf das dritte "Things Are What They Used To Be" mussten Fans sechs Jahre warten. Dafür hatte sich die Band hörbar weiterentwickelt. Die Kontraste zwischen der Stimme, dem Bass und den Synthies war weicher geworden und auch Blakes Stimme hatte an mehr Volumen gewonnen. Alles in allem rückten sie näher zum Genre des Electropops und weg vom ursprünglichen Clash. Trotzdem behielten sie dabei ihren ganz eigenen Stil.

Nach dem dritten Album folgte jedoch wieder eine Dürrezeit von fünf Jahren. Nun haben sie ihr viertes Werk "Star Climbing" veröffentlicht, auf dem die Konturen noch weicher geworden sind. Man merkt, dass die drei Engländer älter und ruhiger geworden sind. Das Album ist also ein ziemlicher Grower. Will heißen, dass man sich Zeit lassen muss, um alle Songs auseinander halten zu können, aber wenn es passiert ist, wird man die Platte sehr mögen.

Wer bis jetzt noch nicht viel von Zoot Woman gehört hat, was keine Schande ist, denn in den letzten Jahren wurde nicht wirklich viel über sie berichtet, sollte ihnen nun eine Chance geben. Und wie geht das besser, als wenn man die Band live spielen hört?

Mitmachen & gewinnen!

Auf unserer Facebook-Fanseite verlosen wir für das Konzert noch 2x2 Tickets. Wir wünschen euch viel Glück!

ZOOT WOMAN - LIVE
Montag, 26. Januar 2015
Einlass: 19.00, Beginn: 20.00
WUK, 1090 Wien

Anne-Marie Darok

Anne-Marie Darok | Redakteurin

Musik, Mode und auch ein bisschen Film - solange Adjektive nicht verboten sind, wird gerne über das (fast) komplette Kulturspektrum berichtet

anne-marie.darok (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Mai 2011

 

 

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