BÜCHERBÖRSE

Panda Bear – Panda Bear Meets the Grim Reaper

Panda Bear – Panda Bear Meets the Grim Reaper (c) Domino Records

Animal Collective-Mastermind Noah Lennox aka Panda Bear trifft auf seiner neuen Solo-Platte den Grim Reaper, was einen verlockenden Albumtitel zur Folge hat. Ob die LP den mauen Solo- und Band-Output der letzten Jahre vergessen machen kann?

Die beste Band der Welt?

Um Panda Bear-Neueinsteigern, einen essentiellen Hinweis zu geben, beginnen wir mit einer kurzen Bandgeschichte. Animal Collective ist ein amerikanisches Musikerkollektiv, das in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten mit einer experimentellen Mischung aus Beach Boys und welche Musikrichtung auch immer ihnen gerade gefiel, immer wieder neue Maßstäbe gesetzt hat. Als dringendst zu empfehlender Einstieg sei "Merriweather Post Pavillion" ans Herz gelegt, ein 2009er Album, das die Band in zugänglichere Gefilde brachte und just die halbe Indie-Szene zu einem Stilwechsel überzeugte.

Als einer der großen Masterminds der zeitweise vielleicht besten Band der Welt zu gelten, war Noah 'Panda Bear' Lennox aber nie genug, weshalb er unter anderem mit "Person Pitch" 2007 die Musikwelt erschütterte, im positiven Sinne versteht sich. Aber genug der Geschichte, wir sind in der Gegenwart und da steht es um das Tierkollektiv leider nicht gar so günstig, waren doch sowohl die Solo-Alben der Mitglieder, als auch das letzte Album als Gruppe wenig überzeugend. Während sich die Solo-Alben ein bisschen zu wenig vom Band-Output distanzierten, war das letzte Animal Collective-Album derart wild und unübersichtlich, dass man einiges an Geduld aufbringen musste, um die wenigen wirklich guten Songs identifizieren zu können.

La-La-La Bla-Bla-Bla

Songs ist ein gutes Stichwort, denn während Panda Bear auf "Grim Reaper" durchaus interessante Soundexperimente präsentiert, ist das mit den wiedererkennbaren Liedern leider ein großes Problem. Man merkt die Rückkehr zu Lennox' Wurzeln als Drummer, wenn sich der Ton eigentlich fast ausschließlich auf Drum-Loops und seine Stimme konzentriert. Besonders stark spürt man das bei "Boys Latin", das am stärksten ein Mantra-ähnliches Gefühl hervorruft. Wenn man sich darauf einlässt, sein kritisches Ohr bezüglich wenig kreativer Veränderung innerhalb eines Stücks mal eine Zeit lang ausschaltet, funktioniert das ganz gut. 

Weiters hervorzuheben ist die andere Single der LP, "Mr Noah", die zwar aufs erste Hören ein bisschen chaotisch wirken kann, am Ende des Tages aber immerhin ein Lied ist, das in Erinnerung bleibt. Von den anderen Nummern des Albums lässt sich das leider nur schwer behaupten. Als Ganzes gehört funktioniert es vielleicht noch am besten, wenn man sich einlullen, es am Besten auch nur im Hintergrund laufen lässt. Auf fast jedem Lied hier gerät man irgendwann ins Träumen, nicht weil die Musik solch tolle Gedanken provoziert, sondern weil man schlichtweg einschläft. Das mag vernichtend klingen, aber tatsächlich ist hier irgendwann noch nicht einmal der Sound mehr wirklich interessant, weil alles so monoton ist, sich ständig wiederholt und einfach viel zu wenig passiert. Einfach mal ein bisschen drummen und Elektro dazu, das dann fünf Minuten lang wiederholen und ab zum nächsten Song – mir persönlich ist das zu wenig.

Fazit

Panda Bear steigt mit "Grim Reaper", mit der Ausnahme weniger erhellender Momente, mal so richtig daneben. Blöderweise kommt da aber noch nicht mal Mitleid auf, denn so blah wie dieses Album die meiste Zeit geschrieben und performt ist, lässt nicht vermuten, es wäre besonders viel Arbeit hineingeflossen.

Michael Leitner

Michael Leitner | Redakteur & Community-Betreuer Gewinnspiele

michael.leitner (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Oktober 2011

 

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