BÜCHERBÖRSE

Zwei Kavaliere verzauberten das Wiener WUK

Zwei Kavaliere verzauberten das Wiener WUK © Petra Püngüntzky

Weniger ist oft mehr. So auch am vergangenen Montag im ausverkauften WUK. Dort verzauberten Two Gallants, die gerade mit ihrem aktuellen Longplayer "We Are Undone" um die Welt touren, ihre Fans mit eher zurückhaltenden Gesten; Schlagzeug, Gitarre, Harmonika und eine berstende Stimme reichten völlig aus, um den gesamten Saal für zwei Stunden in Ekstase zu versetzen.

Obwohl "We Are Undone", das erst kürzlich veröffentlichte fünfte Album der Band, Anlass für den Wien-Besuch am 9. März war, packten Two Gallants nur eine überraschend kleine Songauswahl daraus in ihr Set. Stattdessen bot das Duo mit Nummern wie "Steady Rollin'" oder "My Love Won't Wait" einen Querschnitt aus all ihren Platten – zur Begeisterung ihrer Fans, die allerdings ohnehin jeden Song gleichermaßen feierten.

Two Gallants funktionierten als perfekt eingespieltes Team. Kein Wunder, verbindet Adam Stephens und Tyson Vogel doch auch eine jahrelange Freundschaft, die sie auch auf der Bühne wunderbar zum Ausdruck bringen konnten. Dabei bedurfte es nicht einmal großer Worte oder Gesten. Zwei Kavaliere genießen und schweigen eben lieber. Im Publikum schien dieser Umstand auch keinen zu stören. Wer braucht schon irgendwelche Ansagen, wenn die Musik einen so in den Bann zieht, wie es bei ihnen der Fall ist?

Unter lautstarkem Jubel ließen sich Two Gallants für einen Zugabeblock zurück auf die Bühne holen. Eingeläutet wurde dieser durch die mit Abstand ruhigste Nummer des Abends, "Broken Eyes", bei der sich die beiden Männer sogar das Mikrofon teilten und die Instrumentalisierung (Akustikgitarre und zwei Schellenkränze) sehr reduziert hielten. Doch diese Stille war nur von kurzer Dauer und so bildete sich für die folgenden Lieder "Fail Hard To Regain" und "Las Cruces Jail" im vorderen Drittel sogar noch ein Moshpit.

"Welcome to the Two Gallants museum", scherzte Tyson Vogel noch zum Abschluss, als das Duo für seine zweite und finale Zugabe ("Waves of Grain") die Bühne betrat. Damit spielte der sonst so wortkarge Schlagzeuger auf ihre bunt durchmischte Setlist an, die hervorragend im Publikum ankam. Zwei Stunden Two Gallants mit einem Best-Of ihres gesamten musikalischen Spektrums – was will man denn auch mehr? Höchstens eine rasche Rückkehr in die Hauptstadt!

Bilder: © Petra Püngüntzky

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

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