BÜCHERBÖRSE

Alexander Marcus: Premium-Trash für Fans

Alexander Marcus live im WUK © Petra Püngüntzky
Alexander Marcus live im WUK

Alexander Marcus' Kristall-Tour 2015 Auftakt bot wenig Überraschendes, sondern vielmehr das, was hartgesottene Fans des Electrolore erwartet haben dürften. Abgedroschen, aber wahr: Man liebt es oder man hasst es. Das Publikum am 20. März im WUK liebte es jedenfalls und "ergab sich in die Magic".

Ohne Vorband startete der Trash-King direkt höchstpersönlich ins Konzert und spielte unter tosendem Geschrei zunächst vieles von der neuen Platte Kristall. Im Laufe des basshaltigen Abends wurden natürlich Chart- und YouTube-Hits wie der Hawaii-Toast Song und der berüchtigte Titel Papaya nicht ausgespart. Nach etwa einer Stunde kam es zu einer merkwürdigen, unerklärten 7-minütigen Pause, die man dann mit der Unterstützung von mehreren Tänzerinnern, den "Töchtern des Kristalls", beendete. Die durften dann zunächst zehn Minuten – ohne jede Spur des Musikers – herumtanzen, bis Alexander Marcus sein mit Plastik-Dinosauriern bestücktes Outfit ausgetauscht hatte und mit altbekannter rosa Hose auf die Bühne zurückkehrte.

Der zweite Teil des Auftritts war leider deutlich schwächer als der vorherige, zum einen weil der Gesang schwerer zu verstehen war (eventuell weil Marcus nicht mehr Playback sang) und zum anderen, weil er nach minutenlanger Pause mit zwei sehr langsamen Nummern startete. Da war die Luft erstmal raus.

Der geneigte Alexander Marcus Fan lässt sich von derlei Kleinigkeiten freilich nicht stören und feiert jede Wortmeldung und jeden Tanzschritt auf der Bühne mit frenetischem Jubel. Das überwiegend männliche Publikum machte stimmungstechnisch ohnehin keine Gefangenen - jeder zweite Zuschauer hatte ein Marcus-typisches Accessoire dabei: Eine Hundehandpuppe, einen rosa Schal oder einen aufblasbaren Globus. So war der Alexander Marcus WUK-Auftritt vorwiegend Fanservice (was ein Konzert ja auch sein soll) und demzufolge hat Marcus bei seinem vierten Wienkonzert nicht viel falsch gemacht, neutrale Zuschauer wird er aber kaum für sich gewonnen haben.

Bilder: © Petra Püngüntzky

Andreas Müllauer

Redakteur seit 2013

studiert  Theater-, Film- und Medienwissenschaften

liebt Filme, Hunde & macht "irgendwas mit Medien"

Mail an Andreas.Muellauer(ät)unimag.at

 

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