BÜCHERBÖRSE

Das Haus der Musik berauschte unsere Sinne

Wallis Bird live beim HdM Sinnesrauschen 2015 © Petra Püngüntzky
Wallis Bird live beim HdM Sinnesrauschen 2015

Am 21. März lud das Haus der Musik in Zusammenarbeit mit der Vienna Songwriting Association zu einem Frühlingsfestival in seinen glasüberdachten Innenhof ein. Für die fünfte Ausgabe, die unter dem Motto "Sinnesrauschen" stand, konnten wieder hochkarätige Acts an Land gezogen werden: DAWA, Keston Cobblers' Club, Wallis Bird und Austrofred wussten alle auf unterschiedlichste Art und Weise zu überzeugen.

DAWA, die Zweitplatzierten des ESC-Vorentscheids, eröffneten den Abend mit einem sehr ruhigen Set und lockten bereits zu früher Stunde viele Menschen in das Haus der Musik. Grund für die reduzierten Arrangements war Sänger John Dawas angeschlagene Stimme. Doch das Publikum hätte diese schlechte Mitteilung eigentlich gar nicht besser aufnehmen können: Während der Darbietungen lag der glasüberdachte Innenhof in andächtigem Schweigen. Ein Gänsehautmoment! Erst gegen Ende des Sets, als Johns Stimme gar nicht mehr mitmachen wollte, unterstützten die Konzertbesucher die Band gesanglich.

Als Nächstes waren Keston Cobblers' Club aus Großbritannien an der Reihe. Was so vielversprechend begann, wurde leider schon nach kurzer Zeit ziemlich eintöniger Folk, bei dem man sich ein bisschen wie auf einem Scheunenfest fühlte. Die anschließende Aufforderung zum Pärchentanz verstärkte diesen Eindruck nur noch mehr. Dem Publikum schien das allerdings nichts auszumachen, immerhin gab es für die talentiertesten Tänzer (am Ende wurde es dann aber doch das wild herumschmusende Paar in der Ecke) eine CD der Band zu gewinnen.

Der Auftritt von Wallis Bird setzte zum Abschluss noch völlig neue Maßstäbe. Anders als bei ihrem Konzert im Vorjahr in der Wiener Arena stand die Wahl-Berlinerin diesmal alleine auf der Bühne und bewies, dass sie nichts weiter als ihre Stimme und ihre Gitarre braucht, um das ausverkaufte Haus der Musik in schieres Staunen zu versetzen. Diese wahnsinnig talentierte Frau versprüht so unfassbar viel positive Energie, dass es kaum in Worte zu fassen ist. Wallis Bird gibt immer mehr als 100 % auf der Bühne – so auch an diesem Abend. Da kommt es dann schonmal vor, dass sie alle Gitarrensaiten auf einmal zerreißt oder so wild hüpft und mit ihren Beinen stampft, dass man zwischenzeitlich Angst hatte, die Bühne könnte unter ihr einbrechen. Als Zugabe nutzte sie noch die großartige Akustik des Innenhofs aus, um ohne Verstärker und ohne Mikrofon eine finale Nummer darzubieten. Unvergleichlich. Unvergesslich.

Kaum verschwand Wallis Bird hinter die Bühne, meldete sich auch schon der nächste hohe Besuch an: Austrofred, Österreichs wahrhaftigster Rockstar, enterte die Bühne und stellte zwar in einer seiner Zwischenansagen nüchtern fest, dass sich die Publikumsreihen deutlich gelichtet haben, ließ sich davon aber nicht beirren und nutzte die Gelegenheit sogar, um mehrere Ausflüge zu seinen Fans zu unternehmen, die voller Ehrfurcht vor ihm zurückwichen, als er seine verleiwandeten Queen-Klassiker zum Besten gab. Ein würdiger Abschluss für einen sehr gelungenen Konzertabend.

Das Haus der Musik und die Vienna Songwriting Association enttäuschten nicht, unsere Sinne zu berauschen, und lieferten mit diesen vier heimischen und internationalen Acts einige großartige musikalische Highlights.

Bilder: © Petra Püngüntzky

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

Log in or create an account

fb iconLog in with Facebook