BÜCHERBÖRSE

The Prodigy – The Day Is My Enemy

Neues Album "The Day Is My Enemy" von The Prodigy (c) Universal Music
Neues Album "The Day Is My Enemy" von The Prodigy

Ihr sage und schreibe achtes Ablum veröffentlichten The Prodigy am 27. März 2015. Die neue Platte trägt den Namen "The Day Is My Enemy" und betitelt wohl damit das inoffizielle Motto der Band.

Die Anfang der 90er-Jahre gegründete Gruppe aus England entwickelte sich über die vergangenen 20 Jahre stetig weiter. Von anfangs rein elektronischer Tanzmusik mit Einflüssen von Acid House und Techno über Drum and Bass bis hin zu Trip-Hop mit Elementen aus Alternative und dem Punk vereint die Band heute so ziemlich alles. Die drei Briten Keith Flint (Gesang), Liam Howlett (Synthesizer) und Keith Palmer MC, Gesang) blicken auf eine besonders erfolgreiche Bandgeschichte zurück und überzeugen vor allem auf der Bühne mit ihren verrückten Liveshows.

Auf dem aktuellen Album "The Day Is My Enemy" nehmen The Prodigy ihre Hörer mit auf einen Trip: Quasi eine Reise durch die unerforschten Schattenseiten des urbanen Nachtlebens, in dem ein Energiestrom aus reiner Wut und Aggression fließt. Wütend müssen die Jungs jedoch nicht sein. Seit fast einem viertel Jahrhundert ist die Band erfolgreich in der Electronic Dance Szene und prägten mit Songs wie "Smack My Bitch Up", "Firestarter" oder "Invaders Must Die" die Musiklandschaft mit.

"The Day Is My Enemy, The Night My Friend." Mit diesen Worten wird die starke Platte mit dem gleichnamigen Titel eröffnet. Die erste Singleauskopllung "Nasty" schleicht sich als zweite Nummer an. Der Soundmix aus Electro, Rock und Punk wird nur so rausgefeuert. Stark! Kurz danach ertönt "Ibiza" (feat. Sleaford Mods) aus den Lautsprechern. Dieses Stück ist aber keineswegs für die angesagte Partyinsel tauglich. Eher ist das Lied ein Anti-Hipster-DJ-Partysong für alle, denen das Superstar-DJ-Partygetue auf den Sack geht. "What's he fucking doing?" fragen sich da nämlich nicht nur The Prodigy.

Jedoch gibt es auch positivere Momente auf dem Album: "Wild Frontier" pusht ordentlich nach vorne und das hiphoppige "Medicine" führt kurzzeitig zu so etwas wie Wohlfühl-Momenten. Ansonsten herrscht jedoch, wie gewohnt, ziemliches Chaos, Zerstörung und Dunkelheit auf der Platte – und das ist gut so. Auch das absolute Feierei-Monster "Rhythm Bomb", bei dem Dubstep-Kollege Flux Pavilion seine Finger mit im Spiel hatte, klingt ordentlich nach Verwüstung und Großstadtabenteuer.

Ein absoluter Höhepunkt ist auch der letzte Kracher namens "Wall Of Death". Die schnellen Explosionen und die Passagen, bei denen einem Keith Flint "Follow Me To The Wall Of Death. Welcome To The Wall Of Death" entgegen schreit, sind extrem kraftvoll.

Mit "The Day Is My Enemy“" fangen The Prodigy bestens ihre Livepower und den Spirit ihrer mitreißenden Shows ein. Mit voller Wucht tritt das britische Trio mit diesem Album die Hintertür der Popkultur ein.  The Prodigy sind noch immer da – und mit diesem Album unberechenbarer, gefährlicher und furchtloser denn je.

THE PRODIGY – "THE DAY IS MY ENEMY"
UNIMAG-Rating: Dreieinhalb von fünf Punkten
Genre: Alternative/Punk/Electro
Label: Universal Music
VÖ: 27. März 2015

Tracklist

1. The Day is My Enemy
2. Nasty
3. Rebel Radio
4. Ibiza feat. Sleaford Mods
5. Destroy
6. Wild Frontier
7. Rok-Weiler
8. Beyond the Deathray
9. Rhythm Bomb feat. Flux Pavilion
10. Roadblox
11. Get Your Fight On
12. Medicine
13. Invisible Sun
14. Wall Of Death

Michael Haller

Musikredakteur

michael.haller@unimag.at

Instagram: michaelhllr

bei UNIMAG seit Oktober 2013

 

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