BÜCHERBÖRSE

Foxygen live im WUK: Kontrolliertes Chaos

Foxygen live im Wiener WUK © Petra Püngüntzky
Foxygen live im Wiener WUK

Das verrückte Duo Foxygen stattete dem Wiener WUK vergangenen Donnerstagabend einen Kurzbesuch ab. Zusammen mit ihrer Band boten sie dem hellauf begeisterten Publikum eine Freakshow der Sonderklasse, die sich irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn bewegte. Wir waren mit Kamera vor Ort, um das Spektakel bildlich für euch festzuhalten.

Was am Donnerstag bei Foxygen abging, ist eigentlich kaum in Worte zu fassen. Wir wussten zwar schon im Vorfeld, dass uns eine einzigartige Bühnenshow erwarten würde, aber was dann kam, übertraf all unsere Erwartungen bei weitem. Die Bühnendekoration darf dabei nicht unerwähnt bleiben: Mit Pentagramm-Transparent im Hintergrund, einem abgerissenen Puppenkopf auf einem Verstärker, unzähligen Plastikblumen und Lichterketten machte diese einiges her.

Zu Sänger Sam France und Keyboarder und Gitarrist Jonathan Rado gesellten sich live noch ein Schlagzeuger, ein Bassist, zwei weitere Gitarristen und drei Background-Sängerinnen, die mit ihren Tanz-Performances so einige Blicke auf sich zogen. Doch die meiste Aufmerksamkeit lenkte natürlich France mit seinen akrobatischen Verrenkungen auf sich. Mal kickte er dabei seine Beine in Richtung Publikum, mal stürzte er sich (oder stolperte er?) mitten in die Menge. Gerne und oft ließ er sich auch zu Boden fallen, sprang von einem Ende der Bühne zum anderen und stopfte seine Hand oder das Mikrofon in seine Hose.

Was bei France so unkontrolliert wirkte, wurde vom Rest der wilden Bande dafür umso stärker choreografiert und inszeniert. Bei den Background-Sängerinnen saß jeder Tanzschritt, zwei Bandmitglieder lieferten sich während einer kurzen Zwischenansage ein spannendes Kartenspiel. Später wurde noch ein Fechtkampf ausgetragen und eine Luftballonschlange zu einem Penis geformt ins Publikum gereicht. Fast schon eine Überforderung für unsere Augen, das alles zu verarbeiten.

Es gab so verdammt viel zu sehen, dass es ziemlich schwierig war, sich gleichzeitig auf die Musik zu konzentrieren, die ebenfalls in voller Dröhnung daherkam. Nur in wenigen Momenten – wie zum Beispiel bei "Everyone Needs Love" – konnte man den Fokus mal zur Abwechslung auf Frances großartige Stimme legen. Die hätte so viel visuelle Ablenkung überhaupt nicht nötig.

Nach knapp einer Stunde verabschiedeten sich Foxygen auch schon wieder von ihren Wiener Fans. Viel zu schnell ging die Freakshow zu Ende. Das sah das begeisterte Publikum genauso und forderte noch gut 15 Minuten nach der letzten Nummer hartnäckig nach einer weiteren Zugabe. Die blieb allerdings leider aus.

Bilder: © Petra Püngüntzky

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

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