BÜCHERBÖRSE

Florence + The Machine – How Big, How Blue, How Beautiful

Florence + The Machine – How Big, How Blue, How Beautiful (c) Universal Music

Endlich ist es soweit: Florence + The Machine veröffentlichen ihre neue Platte. Das Werk trägt den vielversprechenden Namen "How Big, How Blue, How Beautiful" und steht ab dem 29. Mai 2015 in den Plattenläden. "How Big": Ja, groß ist es allemal, nämlich großartig. "How Blue": Hier ist wohl die Melancholie gemeint, und ja, auch die findet sich am Album wieder. "How Beautiful": Das steht über all den neuen Songs der schönen Britin und ihrer Band.

Die Truppe rund um die Singer-Songwriterin Florence Welch gründete sich im Jahr 2007 in London. Seitdem brachte die Indie-Folk-Rock-Pop-Gruppe mehrere Top-Hits und zwei Alben heraus, die an die Spitze der UK-Charts kletterten. Unzählige Auszeichnungen kann die Band ebenfalls verzeichnen, darunter mehrere Brit Awards, Grammy Awards, MTV Music Awards und zahlreiche andere Preise – und das zu Recht! Nach ihrem Debütalbum "Lungs" aus dem Jahr 2009 und dem Zweitling "Ceremonials" aus 2011 kommt nun nach vier Jahren Wartezeit endlich die neue Scheibe "HBHBHB" heraus, wie sie in den Weiten der Social-Media-Netzwerke oft genannt wird.

Los geht's mit der ersten Nummer "Ship To Wreck". "Don't touch the sleeping pills, they mess with my head. Dredging the Great White Sharks, swimming in the bed." Mit diesen Worten werden das Album und der Song eröffnet. Das Lied wurde übrigens im Vorfeld mit Video veröffentlicht, in dem sich der bezaubernde Rotschopf mit einem Mann an ihrer Seite durch eine Wohnung und in die (im übertragenen Sinne) Freiheit kämpft. "What Kind Of Man" war das allererste akustische Lebenszeichen der Sängerin von der aktuellen Platte. Der Song beginnt ruhig, bricht dann in der ersten Hälfte mit wummenden Beats aus und wird laut und chaotisch. Im dazugehörigen Video herrscht ebenfalls anfänglich beruhigende Idylle und dann Chaos: Eine wütende Florence in wilden Kampfszenen, Freizügigkeit, Geschrei – ganz nach der Zeile im Lied "And with one kiss. You inspired a fire of devotion" übernimmt der Song auch die Emotionen beim Zuhören.

Der nächste Track ist der Namensgeber des Albums "How Big, How Blue, How Beautiful". Zart, leise und langsam beginnt der Song mit den Worten "Between a crucifix and the Hollywood sign we decided to get hurt". Das Lied baut sich dann zum Refrain hin immer mehr auf. Hier wird es schneller und eher eine rhythmische Up-Tempo-Nummer – schön und abwechslungsreich zugleich. Streicher und Bläser eröffnen den nächsten Titel "Queen Of Peace". Später wird die Nummer ebenfalls lauter und schneller und erinnert ein wenig an den Song "Rabbit Heart (Raise It Up)" aus dem Jahr 2009.

"Various Storms & Saints" ertönt als nächstes – langsam, kraftvoll, düster und wunderbar. Das sechste Stück "Delilah" wirkt wieder positiv und voller Lebensfreude. Chorgesänge, schlagende Beats und ein schneller klatschender Rhythmus finden sich im Refrain wieder – perfekt zum Tanzen, Springen und Feiern. "It's a different kind of danger and my feet are spinning around. Never knew I was a dancer 'till Delilah showed me how" – die Nummer passt perfekt auf die Bühne und wird bestimmt eine wunderbare Live-Nummer abgeben.

"Long & Lost" klingt dagegen wieder zurückhaltend, die Stimme von Sängerin Florence Welch zerbrechlich, traurig und doch warm. Doch das hält nicht lange an, denn schon die beiden nächsten Nummern "Caught" und "Third Eye" sind wieder etwas schnellere, positivere und mit mehreren Stimmen und Chorgesängen geschmückte Songs. Vor allem "Third Eye" sticht dadurch heraus, dass er direkt mit dem Refrain beginnt. Der vorletzte Track "St Jude" wurde auch bereits vor Albumrelease mit dazugehörigem Video veröffentlicht. Die Platte endet schließlich mit dem gitarrenlastigen, rockigen und zum Ende hin eher verzerrten Song "Mother".

Florence + The Machine ist mit diesem Album mal wieder das gelungen, was sie seit ihrer Debütplatte 2009 ständig machen: Hits, Hits, Hits. Das Warten auf diese Platte hat sich definitiv ausgezahlt. Die Band überzeugt hier wieder mit großartigen Melodien, mitreißendem Sound und mit einer Verspieltheit, die Ihresgleichen sucht. Die Stimme der Frontfrau passt sich an jeden einzelnen Song an, klingt mal laut, mal leise, mal quietschend, mal wunderschön.

Wer die Chance hat, diese Band im Sommer auf dem einen oder anderen Festival live zu erleben, sollte die Möglichkeit ergreifen. Alle anderen Fans müssen wohl auf die (hoffentlich baldige) Veröffentlichung der Tourdaten zum Album warten.

FLORENCE + THE MACHINE – „HOW BIG, HOW BLUE, HOW BEAUTIFUL”
UNIMAG-Rating: 4,5 von 5 Punkten
Genre: Pop/Folk/Indie/Rock
11 Songs, Spielzeit: 48:37
Label: Island Records Group (Universal Music)
VÖ: 29.05.2015

Tracklist:

1. Ship To Wreck
2. What Kind Of Man
3. How Big, How Blue, How Beautiful
4. Queen Of Peace
5. Various Storms & Saints
6. Delilah
7. Long & Lost
8. Caught
9. Third Eye
10. St Jude
11. Mother

Michael Haller

Musikredakteur

michael.haller@unimag.at

Instagram: michaelhllr

bei UNIMAG seit Oktober 2013

 

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