BÜCHERBÖRSE

Southside 2015 - Das war der Donnerstag

Bei Teesy waren eher ruhige Töne angesagt. © Kai Marks
Bei Teesy waren eher ruhige Töne angesagt.

Heuer ist das Southside also schon am Donnerstag mit einer Warm-Up-Party im Zelt der Red Stage gestartet. Um halb 12 Uhr mittags das Auto vollgepackt, noch kurz ein paar Kleinigkeiten eingekauft und los ging es. Zu dritt traten wir die knapp 40-minütige Fahrt von meinem Heimatort nach Neuhausen ob Eck an, jenes kleine Dorf, dessen Einwohnerzahl einmal im Jahr um ein Vielfaches in die Höhe schnellt. Immer dann findet das Southside Festival statt. Heuer sind es, wie auch schon in den vergangenen beiden Jahren, 60.000 Menschen, die den Weg dorthin antreten. Die tausenden Mitarbeiter und Helfer noch nicht mit eingerechnet.

Nach einem kleineren Stau haben wir uns recht schnell auf dem Parkplatz wiedergefunden, wundersamerweise fast in vorderster Reihe – Glück gehabt. Darauffolgend dann allerdings über eine Stunde herumstehen im Regen. Hatte es auf dem Hinweg noch dauerhaft Schauer durchs Land getrieben, war es am Festival selbst trocken. Das hatte sich aber recht schnell erledigt und das leider kühle Wetter machte auch vor dem Campingplatzhaupteingang nicht Halt.

Endlich offen, verwandelte sich der Hauptweg in Richtung Landebahn alsbald in eine unberechenbare Schlammlandschaft, die den mehreren tausend Einfallenden gerade noch gefehlt hatte. Ändern konnte man es freilich nicht. Unser Bollerwagen gab den Geist auf, blieb stecken und brach auch noch auseinander. Nachdem wir unser Hab und Gut endlich einmal auf einer Wiese in Richtung Blue Stage und Haupteingang des Festivalgeländes gebracht hatten, begann der Aufbau. Es war wahrscheinlich ca. dreiviertel 5 zu diesem Zeitpunkt. Etwa zwei Stunden und eine gesplitterte Zeltstange sowie ein falsch mitgeliefertes Teil unseres Pavillons später stand endlich alles. Also nochmals zum Auto, den Rest hergekarrt und das Festival konnte endlich beginnen.

Ausgehungert wie wir waren, begnügten wir uns zunächst mit einer Grillerei, da das Fleisch so oder so aufgebraucht werden musste und uns die Band Trümmer zwar schon reizte, aber nach dem Anreisechaos eben doch nicht unbedingt anzog. Sie spielen ja diesen Sonntag immerhin noch am Donauinselfest. Weil wir noch auf eine ankommende Person warteten, fiel auch Zugezogen Maskulin ins Wasser. Deren Musik hat mich aber eher weniger gereizt, daher fiel es nicht schwer, sie links liegen zu lassen. Um 23 Uhr allerdings war es dann soweit. Eine meiner Mitcamperinnen wollte Teesy sehen und so machten wir uns auf den Weg zur Red Stage. Zwei von uns schauten das Konzert von recht weit vorne an, meine Freundin und ich begnügten uns erst einmal mit der Leinwand draußen, die das Geschehen ebenso übertrug. Ein paar Jugendliche, offensichtlich Fans des Sprechgesangs, sagten im Gespräch, Teesy sei ein Schmuserapper, wie Cro eben auch. Aha, alles klar. Ich musste zugeben, ich kannte ihn vorher nicht, aber die drei Jungs lagen nicht ganz so falsch mit ihrer Einschätzung. Als wir nach Konzertende dann in die Red Stage selbst gingen, trafen wir dort zufälligerweise sogar noch ein paar Freunde und schlossen uns ihnen an.

Das Crystal Fighters DJ-Set lockte uns aber auch nicht weiter vorne ins Zelt. Es war zwar solide abgeliefert, was dort aufgelegt wurde, wir entschieden uns aber dann doch für's Partyzelt und später dann, inzwischen hatte sich die Gruppe auch zerstückelt, für's Bett.

Jan Wälder


studiert eigentlich Publizistik- und Kommunikationswissenschaften, belegt aber gerne auch den ein oder anderen Skandinavistik-Kurs.

 

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