BÜCHERBÖRSE

Harvest Of Art: Amore mit schick schockem Finale

Wie immer ein Highlight: Bilderbuch am Harvest Of Art Festival © Elisabeth Voglsam
Wie immer ein Highlight: Bilderbuch am Harvest Of Art Festival

Am 10. Juli lud das Harvest Of Art Festival wieder in die Ottakringer Arena Wiesen ein, um einen Tag lang neben internationalen Newcomern und Indie-Größen auch die zwei österreichischen Überflieger-Bands Wanda und Bilderbuch zu feiern. Letztere kamen sogar endlich in den Genuss, das Festival als Headliner zu bestreiten, und bewiesen mit ihrer fantastischen Show, dass dieser Schritt schon längst überfällig war.

Eröffnet wurde das Harvest Of Art, dessen idyllisches Festivalgelände in neuem Glanz erstrahlte, schon am frühen Nachmittag vom jungen Österreicher Inner Tongue, gefolgt von Folk-Rocker Nathaniel Rateliff und einer Soul-Performance von Curtis Harding.

So richtig viele Besucher konnten aber erst Nada Surf kurz nach 18 Uhr vor die Bühne locken. Das einstige Trio, das durch Verstärkung von Doug Gillard mittlerweile zum Quartett herangewachsen ist, begeisterte vor allem Indie-Fans etwas älteren Semesters. Für uns war der Auftritt zwar ganz solide, aber letztendlich doch zu eintönig. Ähnlich verhielt es sich bei Belle & Sebastian. Mit ihrem Slot zwischen den beiden Stimmungskanonen Wanda und Bilderbuch konnten sie ja fast nur verlieren. In den frühen Abendstunden hätte die lieblich fröhliche Show der Schotten bestimmt weitaus besser gepasst und mehr Spaß gemacht.

The Austrian empire strikes back!

Obwohl Wanda heuer gefühlt auf jedem Zeltfest spielen, hält der Hype um die Band immer noch an. Auch am Harvest Of Art fraß die Menge Frontmann Marco wieder aus der Hand. Amore hier, Amore da. Dem zustimmenden Gröhlen des Publikums zu entnehmen, konnte das Wort während des Auftritts gar nicht oft genug fallen. Selbst im Rauschzustand saß bei den Fans jede Textzeile – und zwar nicht nur beim Durchbruchshit "Bologna" sondern sogar bei den noch unveröffentlichten Songs "Meine beiden Schwestern" und "1, 2, 3, 4". Zugegeben, schwer zu merken sind die Texte ja (bewusst) nicht...

Bilderbuch setzten dem Ganzen dann sogar noch eins oben drauf und sorgten für den schick schocken Festivalabschluss. Die Jungs – allen voran Sänger Maurice Ernst, der sich für seine Fans wie gewohnt in feinste Seide hüllte – legten wieder einmal so eine starke Performance hin, dass man sich schon ziemlich anstrengen musste, um ihren Auftritt nicht gut zu finden. Wie auch schon bei Wanda kannte das Publikum nahezu alle Lyrics von vorne bis hinten auswendig; bei "Maschin" erreichte die Hysterie schließlich ihren Höhepunkt. Damit haben Bilderbuch wohl auch den letzten Skeptikern gezeigt, dass Bands aus den heimischen Gefilden den hohen Erwartungen an einen Headliner gewachsen sind.

Bilder: © Elisabeth Voglsam

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

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