BÜCHERBÖRSE

Patti Smith mit "Horses" in der Open Air Arena

Patti Smith live in Wien © Petra Püngüntzky
Patti Smith live in Wien

"Horses" heißt das Debütalbum von Patti Smith, das 1975 erschien und die Punkrock-Legende am vergangenen Dienstag zur Feier des 40-jährigen Jubiläums in die restlos ausverkaufte Open Air Arena lockte. Zusammen mit ihrer Band – darunter auch zwei Mitglieder der ursprünglichen Besetzung (Gitarrist Lenny Kaye und Schlagzeuger Dee Daugherty) – spielte sie das ganze Album von vorne bis hinten durch und legte im Anschluss sogar noch einige weitere Songs oben drauf.

Jung und Alt pilgerten am 14. Juli in die Arena Wien, um den runden Geburtstag von Patti Smiths Erstlingswerk "Horses" gebührend zu feiern. Schon als die Künstlerin um 20:15 Uhr die Open Air Bühne betrat und "Gloria" mit den berühmten Zeilen "Jesus died for somebody's sins but not mine" anstimmte, wurde sie von ihren Fans unter großem Jubel empfangen. Gänsehaut ebenfalls bei "Birdland" und "Free Money".

Ihre Liebe zur Arena Wien als Konzertlocation betonte Smith immer wieder in ihren Zwischenansagen: "When we decided to do a 'Horses'-Tour I can assure you the Arena was on the top of the list." Was bei anderen Künstlern bloß leere Floskeln sind, klingt bei ihr authentisch. Auch jedes Lächeln und Winken ins Publikum wirkte unglaublich aufrichtig, weil das Strahlen in ihren Augen nie verloren ging.

Aber weiter mit "Horses": "Kimberly" läutete die B-Seite der Platte ein, gefolgt von "Break It Up", mit dem sie den verstorbenen Doors-Frontmann Jim Morrisson würdigte. Das kraftvolle "Land", das eine so schmerzhafte Geschichte erzählt, versetzte das Wiener Publikum in Ekstase, bevor die Open Air Arena beim ruhigen "Elegie" in Schweigen lag. Patti Smith schrieb den Song ursprünglich in Gedenken an Jimi Hendrix, wollte an diesem Abend aber all jene Weggefährten ehren, die bereits von uns gehen mussten: Alle Mitglieder der Ramones, Lou Reed, ihr verstorbener Mann Fred Sonic Smith, ihr Bruder Todd Smith und ihr Seelenverwandter Robert Mapplethorpe.

Als hätte Patti Smith die Gabe, Regen auf Knopfdruck zu bestellen, vielen bei der ersten Zeile von "Ghost Dance", in der es heißt "What is it children that falls from the sky?", einige Tropfen vom Himmel. Was für ein besonderer Moment! Nach einem Tribut an The Velvet Underground, das ihre Band alleine performte, und "Ain't It Strange" ging das Konzert mit einem starken "People Have The Power" und "My Generation" von The Who leider schon dem Ende zu.

Doch vorher gab Smith ihren Fans noch wichtige Messages mit auf den Weg. "Change the world with love, motherfuckers!" hieß es da zum Beispiel. Anschließend hielt sie noch ihre E-Gitarre als "weapon of her generation" in die Luft, zerriss eine Saite nach der anderen und verabschiedete sich mit den Worten: "Drink plenty of water, love yourself, have no fear, have a good time and good night!"

Bilder: © Petra Püngüntzky

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

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