BÜCHERBÖRSE

Mini-Rock 2015: Vorbericht

Mini-Rock 2015: Vorbericht (c) Mini-Rock-Festival

Dieses Jahr besuchen wir vom UNIMAG das erste Mal dieses kleine Festival im Südwesten unseres großen Nachbarlandes, doch dreht sich das Karussell des Mini-Rock-Festivals heuer schon zum elften Mal. Über die Bühne geht es an diesem Wochenende vom 31. Juli bis 1. August. Angefangen hat alles in Horb am Neckar, einer kleinen, wunderschönen und obendrein sehr alten Kleinstadt mit 25.000 Einwohnern. Nach diversen Umzügen, die das immer wiederkehrende Publikum durchs Tal und den Berg hinauf geführt hat, kehrte das Festival vor zwei Jahren wieder an seinen angestammten Platz im Tal, direkt am Rande der Stadt, zurück. "Nun gut," mag man sich jetzt denken, "aber was genau ist denn jetzt das besondere Etwas an diesem Mini-Rock?" Gute Frage. Da haben wir eine Antwort drauf.

Das Mini-Rock-Festival hat nämlich eine Besonderheit: Trotz der jährlich inzwischen 10.000 Besucher ist es noch immer das Festival, das von den ehrenamtlichen Mitarbeitern für die junge Generation gemacht wird. Hier stehen immer noch dieselben Leute hinter dem Festival, die es einst gegründet haben. Keine große Festivalproduktionsfirma, kein kommerzielles Ausschlachten der Festivalsau. Die Veranstalter sind mit den Jahren natürlich auch mitgewachsen, der Nachwuchs kam hinzu, und doch haben sie immer noch den richtigen Riecher für die Bands, die oft bald ganz über Jahre an der Spitze ihres Schaffens stehen. So konnte man auf dem Festival in den vergangenen Auflagen die Donots ('05), Backyard Babies ('06), Ignite ('07), Volbeat ('08), Johnossi ('08), Enter Shikari ('09), Marteria ('09), Frittenbude ('10), Kraftklub ('11), Casper ('11), Friska Viljor ('11), boysetsfire ('12), Cro ('12), Alligatoah ('13) oder auch Anti-Flag ('14) auf den beiden Stages bewundern. Doch auch österreichische Bands haben in den letzten beiden Ausgaben ins Line-Up gefunden. Wurde vor zwei Jahren mit The Sorrow noch die Knüppelfraktion bedient, landete man im Jubiläumsjahr die Überraschung mit Bilderbuch.

Heuer auf der Bühne zu bewundern sind der Linzer Rapper Chakuza und die großartigen Salzburger Olympique, die mit „No Estate to Remind“ wohl eines der lustigsten Musikvideos der letzten Jahre ihr Eigen nennen können.

Auch Olympique sind mit am Start.

Das diesjährige Line-Up hat durchaus das Potential, in ein paar Jahren erstaunt bewundert zu werden. So treten neben Nachwuchshoffnungen wie dem HipHop-Rock Trio Schlaraffenlandung oder der Stuttgarter Kellerklub-Hausband Antiheld auch Bands wie Adam Angst, Schmutzki oder die Deathcore-Blödeltruppe We Butter The Bread With Butter ins Rampenlicht. Ein Blick in die ganz hohen Regionen aber lassen erahnen, dass es dieses Jahr wohl mehr als einmal Rund gehen wird vor den Bühnen. Französischen Hardcore-Punk lassen die Mannen von Rise Of The Northstar auf die arglosen Zuschauer los, um sie in ein wildes Meer aus Fäusten und blauen Flecken zu verwandeln. Im Herbst auch in Österreich (Salzburg, Wien, Graz) zu bewundern gibt es das Trio von Itchy Poopzkid, die Rockformation Heisskalt konnte schon letztes Jahr auf dem Southside Festival restlos überzeugen.

Schlaraffenlandung spielen einen ihrer ersten ganz großen Gigs.

Für die ganz harten stehen die Norweger von Kvelertak auf der Bühne, die mit voller Überzeugung und ziemlicher Sicherheit alles niederbrezeln werden, was sich ihnen vor die Bühne stellt. Um diese Band gab es im Vorfeld eine von Fans angestoßene Diskussion, die dann aber seitens der Veranstalter lang und ausführlich angesprochen und beendet wurde. Dem Headliner-Quartett ebenfalls beiwohnen werden Genetikk. Rapper Karuzo und Produzent Sikk sind gerade kurz vor dem Abheben in höhere Künstlerspären, für das Mini-Rock haben sie aber trotzdem noch Zeit. Schließlich kann nicht jeder behaupten, ein Feature mit RZA (Wu-Tang-Clan) auf einem Album zu haben. Ganz oben stehen allerdings noch zwei weitere Acts: die unwahrscheinlich gute, irgendwo zwischen Franz Ferdinand, den Arctic Monkeys, The Hives und The Black Keys angesiedelte schwedische Rockband Royal Republic. Hinzu gesellen sich noch Trailerpark, die wohl für ein brechend volles Festivalgelände sorgen dürften, da Basti, Timi Hendrix, Alligatoah und Sudden mit Liedern wie „Fledermausland“, „Fahrerflucht“ oder „Bleib in der Schule“ den Soundtrack einer ganzen Generation geprägt haben.

Royal Republic sind Headliner.

Aber das Mini-Rock-Festival wäre nicht das Mini-Rock, wenn es nicht noch mehr zu entdecken gäbe. Treiben im Neckar kann man ebenso wie selbst auf der Bühne stehen: Am Donnerstag findet direkt nach dem spaßigen Flunkyball-Turnier ab etwa 22.30 Uhr die Live-Karaoke mit den Lokalpartyhelden von Iron Cobra statt. Am Samstag hingegen gibt es dann das Dodgeball-Turnier zu bewundern – und falls man Glück hat, kann man auch kurzfristig für abgesprungene Teams selbst teilnehmen. Ebenso findet im Laufe des Festivals ein Skate-Contest statt, sodass selbst dem ereignisgierigsten Zuschauer nicht langweilig werden dürfte. Nach den Bands kann man die Nächte auch noch schön durchfeiern, möglich macht es das Partyzelt. Was wir nicht unerwähnt lassen möchten und unseren positiven Eindruck noch bestätigt hat: Beim Mini-Rock werden in Aufbau und Ablauf dieses Jahr 20 junge Asylbewerber eingebunden. Das finden wir eine wirklich gute Sache!

Es gibt noch Dauertickets um 48 € (ohne Camping, diese Tickets sind leider schon vergriffen) sowie Tagestickets um 32 € (Freitag) und 30 € (Samstag), erhältlich unter www.mini-rock-festival.de! An der Abendkasse sind die Tickets etwas teurer!

Das gesamte Line-Up im Überblick

Trailerpark, Royal Republic, Genetikk, Kvelertak, Heisskalt, Chakuza, Itchy Poopzkid, Rise Of The Northstar, Teesy, We Butter The Bread With Butter, Schmutzki, Fatoni, Annisokay, Swiss und die Anderen, Adam Angst, Olympique, Hot Chick Banged, Antiheld, Schlaraffenlandung, Visdom, The Hunting Elephants, Behind The Masquerade

Jan Wälder


studiert eigentlich Publizistik- und Kommunikationswissenschaften, belegt aber gerne auch den ein oder anderen Skandinavistik-Kurs.

 

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