BÜCHERBÖRSE

Fijuka – Use My Soap

Fijuka – Use My Soap © Seayou Records

Zwei Jahre ist es schon wieder her, seit Fijuka die österreichische Popmusik-Szene mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum aufgemischt haben. Unsere Review zu "Fijuka" könnt ihr hier nachlesen. Am 25. September erschien nun mit "Use My Soap" der heiß ersehnte Nachfolger, der wieder experimentierfreudigen Pop vom Feinsten präsentiert. Obwohl das deutsch-österreichische Duo seinem außergewöhnlichen Stil treu geblieben ist, klingt die Platte in seiner Gesamtheit doch völlig neu.

Anders als bei ihrem Erstlingswerk, bei dem Ankathie Koi und Judith Filimónova alle Schritte der Produktion selbst übernahmen, konnten Fijuka bei der Arbeit an "Use My Soap" auf tatkräftige Unterstützung zählen. Ivo Thomann (Nowhere TrainBarefoot Basement) am Schlagzeug und Patrick Stürböth (Powernerd) am Synthesizer lieferten instrumentalen Input und Alex Beitzke hatte bei der Produktion seine Finger im Spiel. Dies bot dem Duo die Möglichkeit, mehr Energie und Liebe ins Detail zu stecken. Herausgekommen sind acht wundervolle Tracks, die außergewöhnliche Geschichten erzählen und die dem ein oder anderem bereits von Live-Auftritten bekannt sein dürften.

"Dark Day" ist alles andere als ein dunkler Einstieg in das Album – ganz im Gegenteil: Obwohl "something creepy in the air" liegt, wird mit dem Synthesizer-lastigen Song die Tanzlust zum Weltuntergang geweckt. Etwas kühler geht es mit "Cold Brat", der ersten Single-Auskopplung der Platte, weiter, das im großartigen Musikvideo sehr anschaulich das Gefühlschaos zweier Mädchen aufzeigt.

Das reduzierte "What The Eye Doesn't See" vermittelt genau die Message, die der Titel suggeriert: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Auch "No One Gets Anything From Me (For Free)", das sich in zwei Teile gliedert, lässt inhaltlich wenig Interpretationsspielraum. Durch die repetitive Textzeile geht die Nummer besonders gut ins Ohr. Wobei eigentlich jeder einzelne Albumtrack hitverdächtig ist.

So auch die abgespacte neue Single "Ca Ca Caravan". Wer den Song nicht ohnehin nach dem ersten Hören ins Herz geschlossen hat, wird das spätestens bei der visuellen Space-Opera-Umsetzung tun. Absolut genial. Apropos ins Herz geschlossen: Mit dem Titeltrack des Albums "Use My Soap" lassen Fijuka ihrer Fantasie wieder freien Lauf und so erzählt der Song die Geschichte einer alten Dame, die sich zu Zeiten des Sonnenkönigs, Ludwig XIV., einen Jüngling hält. In "Donna" stellt sich das Duo abschließend noch die Frage: "Do you really wanna know?"

"Use My Soap" überzeugt durch seine stilistische Vielfalt und das exzellente Songwriting zweier talentierter Musikerinnen. Der moderne Sound, der sich im Vergleich zum Vorgänger von der 80er-Retroschiene wegbewegt hat, macht den Longplayer wunderbar tanzbar; die kreativen Texte erzählen einzigartige Geschichten. Ein Album, das einfach nur Spaß macht. Wenn man unbedingt nach einer Schwäche suchen möchte, dann wäre es wohl noch am ehesten die viel zu kurze Spieldauer.

Live könnt ihr Fijuka am 13. Oktober im Wiener WUK erleben, wo sie ihren Album-Release feiern werden, sowie am 5. November beim ArtDesign 2015 in Feldkirch.

FIJUKA  "USE MY SOAP"
UNIMAG-Rating: 4,5 von 5 Punkten
Genre: Pop
8 Songs, Spielzeit: 33:58
Label: Seayou Records
VÖ: 25.09.2015

Fijuka © Clemens SchneiderAlbum-Tracklist

1. Dark Day
2. Cold Brat
3. What The Eye Doesn't See
4. No One Gets Anything From Me (For Free) Pt. I
5. Ca Ca Caravan
6. Use My Soap
7. Donna
8. No One Gets Anything From Me (For Free) Pt. II

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

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