BÜCHERBÖRSE

Austrofred: "Im Austropop-internen Vergleich bin ich der Iron Man."

Austrofred im Interview (c) Ingo Pertramer
Austrofred im Interview

Austrofred – seines Zeichens Österreichs weltbester Freddie-Mercury-Interpret – schrieb mit "Pferdeleberkäse" seinen nächsten Weltbestseller. Uns wurde die Ehre zuteil, dem Champion himself ein paar Fragen über das Leben zu stellen. So erfuhren wir unter anderem, was der Rockstar machen wollte, bevor ihm sein Talent in die Quere kam, was er mit Katzen gemeinsam hat und warum der Schnitzeltiger für den Rest seines Lebens doch lieber Reis anstatt Schnitzel essen würde.

UNIMAG: Champion, vor 23 Jahren ist mit Freddy Mercury eine Legende verstorben. Was würde er wohl über seine Reinkarnation als Austrofred sagen?
Austrofred: Nach allem, was ich durch Videos und Interviews über ihn weiß – und das ist sehr viel –, bin ich mir sicher, dass er sich geehrt fühlen täte. Er war schon ein lässiger Hund.

Wollte der Austrofred denn immer schon Rockstar werden oder hatte er früher auch einmal andere Träume?
Rockmusiker war seit frühester Jugend ganz hoch auf der Liste. Gelernt habe ich aber Speditionskaufmann und ich war auch recht zufrieden in diesem Beruf. Dann ist mir halt mein Talent dazwischengekommen. In einer kurzen Phase – so mit 19 oder 20 Jahren – wollte ich auch einmal Pfarrer werden.

Pferdeleberkäse und Austrofred haben eine offensichtliche Gemeinsamkeit: Für Feinspitze gelten sie beide als das beste, was es auf dem Markt gibt. War das der ausschlaggebende Grund, warum du dein aktuelles Werk, das am 21. September 2015 erschienen ist, so genannt hast?
Das Buch ist eine Sammlung verschiedener Texte aus den vergangenen Jahren, und mir ist lange kein passender, zusammenfassender Name eingefallen. Dann habe ich einmal geschaut, welche Begriffe kommen besonders oft vor in dem Buch, und das war dann mit großem Abstand der Begriff Leberkäse. Interessant eigentlich, weil ich in der Öffentlichkeit ja als reiner Schnitzeltiger gelte. Aber solche Sachen laufen halt oft im Unterbewussten ab.

Die Zweitauflage deines Austrofred-Strandtuchs soll noch im Oktober frisch aus der Frottierfabrik kommen. Verrate uns doch: Warum lohnt sich eine Anschaffung, obwohl es jetzt langsam kälter wird?
Ein Wort: Weihnachten. Außerdem ist die Qualität von dem Strandtuch so hoch, das hält zwanzig, dreißig Jahre. So etwas muss ich jetzt nicht saisonal kaufen, das kaufe ich für's Leben.

Wenn du ein Tier wärest, welches wärst du dann und warum?
Eine Katze. Ich bin quasi unter Katzen aufgewachsen, ich bewege mich vollkommen natürlich in ihrer Umgebung. Und auch vom Wesen her habe ich viel von einer Katze: Außen scharfe Krallen, innen streichelweich.

Was, glaubst du, macht denn deinen unwiderstehlichen Charme aus?
Dass die Leute merken, das ist einer von uns, obwohl ich erhöht auf der Bühne stehe und sie stehen unten und zahlen Eintritt dafür. Aber gerade das lieben ja die Menschen: Wenn sie sehen, dass es sich nicht nur die Großschädlerten richten, sondern dass es auch für einfache Menschen möglich ist, den Weg nach oben im Showbiz zu schaffen.
Eines deiner vielen Markenzeichen ist dein schwarzer Schnauzer. Wie pflegst du ihn denn – deinen markanten, natürlich vollkommen echten Schnurrbart?
Im Sommer gar nicht, im Winter ein bisschen ölen.

Wie du vorhin erwähnt hast, giltst du in der Öffentlichkeit als reiner Schnitzeltiger. Wenn du aber für den Rest deines Lebens nur noch eine einzige Speise essen dürftest, wofür würdest du dich entscheiden?
Für Reis. Das ist natürlich eine reine Vernunftentscheidung, weil ich ja schon ein gewisses Alter erreichen will. Gustomäßig würde ich natürlich eine Schnitzelvariation vorziehen, aber ich bin mittlerweile in einem Alter, wo man sich nicht mehr drei Mal am Tag einen Bröselfetzen hineinhauen soll leider Gottes. Wegen dem Scheiß-Cholesterin.

Eine vernünftige Entscheidung! Und wenn die Welt morgen untergehen würde, was würdest du heute noch alles erledigen?
Das kommt drauf an, ob nur ich weiß, dass die Welt untergeht, oder ob es alle wissen. In zweiterem Fall würde ich mich daheim einsperren, weil da drehen garantiert alle durch. Falls nur ich es weiß: Erstens die Mama anrufen, zweitens gut essen, drittens einen Aufriss tätigen – und zwar nach allen Regeln der Flirtkunst: Blickkontakt, plaudern, ein bisschen schmusen etc. Der Rest versteht sich von selbst.

Im Buch "Per Anhalter durch die Galaxis" ist die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens "42". Wie würde deine Antwort lauten?
Dass man das Feuer weitergibt und das, was man sich an Wissen angeeignet hat im Leben jüngeren Menschen mit auf den Weg gibt. Das merkt man ja auch meinen Shows und Büchern an, die alle ein bisschen einen pädagogischen Touch haben im besten Sinne.

Austern wechseln je nach Wassertemperatur das Geschlecht. Was würdest du einen Tag lang im Körper des anderen Geschlechts machen?
Ich weiß nicht, wie ich das formulieren soll, ohne dass dann wieder alles sagen, wäh, der Austrofred, die Sau!

Schlägt man seinen Kopf eine Stunde lang gegen die Wand, verbrennt man dabei 150 Kalorien. Wie hältst du dich fit?
Ich spiele drei, vier Konzerte die Woche – mehr Training geht fast nicht. Im Austropop-internen Vergleich bin ich der Iron Man.

Nach Erkenntnissen der Aeronautik sind Hummeln flugunfähig – aber sie pfeifen einfach drauf und fliegen trotzdem. Was kannst du nicht, würdest es aber gerne können?
So etwas gibt es nicht: Wenn ich etwas können möchte, dann fange ich am nächsten Tag an zum Lernen.

Napoleon hatte pathologische Angst vor Katzen. Wovor hat der Champion Angst?
Spinnen. Kein Scheiß, da kriege ich die Krise, vor allem bei so Vogelspinnen. Wäh! Ich mache dafür ja den ORF verantwortlich, der in meiner Kindheit einmal den Film „Tarantula" im Vormittagsprogramm gespielt hat.

Und zum Abschluss doch noch eine ernstere Frage: Das Thema Asyl ist in Österreich seit Monaten in aller Munde. Wäre es für dich – den bekanntesten, erfolgreichsten und schönsten Rockstar Österreichs – denkbar, dich zu gesellschaftspoli-tischen Themen klar zu äußern und dich öffentlich zu engagieren?
Ja, sicher, wobei es immer schon auch auf den Kontext ankommt, weil beim Austrofred geht es ja teilweise auch lustig und augenzwinkernd zu, da muss man immer aufpassen, wie und bei wem eine Message ankommt.

Champion, wir bedanken uns recht herzlich für deine kostbare Zeit und das überaus aufschlussreiche Gespräch!

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

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