BÜCHERBÖRSE

Kurz und knackig: Gengahr im Wiener Flex

Gengahr live im Flex © Petra Püngüntzky
Gengahr live im Flex

Gleich drei junge Bands gaben sich vergangenen Dienstagabend am Donaukanal ein Stelldichein. Neben dem Support-Act Oscar und Special Guest Small Feet bestritten auch die gehypten Gengahr ihre erste Headline-Show in Wien. Obwohl die Londoner heuer bereits zwei gelungene Auftritte auf österreichischem Boden absolviert haben – einmal als Support-Act von Alt-J und ein halbes Jahr später am FM4 Frequency Festival – hielt sich das Interesse am Konzert im Vorfeld in Grenzen. Um das Flex doch noch einigermaßen voll zu kriegen, durften kurzerhand all jene, die mit ihrem diesjährigen Frequency-Festivalband am Veranstaltungsort antanzten, der Show bei freiem Eintritt beiwohnen.

Diese Einladung ließen sich viele junge Menschen tatsächlich nicht entgehen, bei meiner Ankunft um 21:15 Uhr konnte ich mich nur mühevoll nach vorne kämpfen. Obwohl die Stage Time von Gengahr auf 21:30 Uhr angesetzt war, spielten sich die Ehrengäste Small Feet zu dieser Zeit gerade erst warm. Stimmlich erinnerte mich Sänger Simon Stålhamre an eine Mischung aus Brian Molko (Placebo) und Peter Liddle (Dry The River), was durchaus vielversprechend klang. Nur so richtig mitreißen konnte die schwedische Band das Publikum mit ihren Folk-Klängen nicht. Dazu mussten sie schon auf gewitzte Zwischenansagen zurückgreifen.

Als die Bühne mit einer Stunde Verspätung endlich für Gengahr freigegeben wurde, tummelten sich viele weiblichen Teenies in den ersten Reihen, die Sänger Felix Bushe gleich zu Beginn "heimlich" ein Zettelchen zusteckten und die restliche Zeit damit verbrachten, verlegen in sich hinein zu kichern. Ein anderer junger Witzbold tippte mir während des gesamten Sets, das sich auf knackige 45 Minuten beschränkte, unaufhörlich auf die Schulter, um sich anschließend wegzudrehen und so zu tun, als wäre er es nicht gewesen. Oh boy! Das hat man also davon, wenn man das Frequency-Publikum gratis zu einem Konzert gehen lässt.

Abgesehen von meinen anstrengenden Mitmenschen lieferten Gengahr eine sehr gelungene Show ab. Die selbst noch blutjunge Band bewegte sich – abgesehen von Mr. Coolness himself Felix Bushe – noch etwas unsicher und unkoordiniert auf der Bühne. Ihre Instrumente wussten sie aber sehr wohl eindrucksvoll zu bedienen. Wenn es nach mir geht, darf der Hype um Gengahr gerne noch weiter anhalten. Beim nächsten Mal dann hoffentlich schon mit einer größeren österreichischen Fanbase.

Bilder: © Petra Püngüntzky

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

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