BÜCHERBÖRSE

Ghost kommen nach Wien

Ohne Kostüme geht bei Papa Emeritus III und seinen Nameless Ghouls aka Ghost gar nichts. © Loma Vista
Ohne Kostüme geht bei Papa Emeritus III und seinen Nameless Ghouls aka Ghost gar nichts.

Dank auffälliger Live-Shows und unklarer Stil-Orientierung haben Ghost ihren ganz eigenen Platz in der Metal-Welt. Am 20. November spielen die Schweden eines ihrer kultverdächtigen Konzerte in der Arena Wien.

Hinter langen schwarzen Mänteln und venezianischen Masken verstecken sich die als Nameless Ghouls in die Band-Annalen eingetragenen Instrumentalisten von Ghost. Die schwedische Band hat in sieben Jahren Bestehen in der Metal-Szene einen Kultstatus erreicht, der auf großer Fan-Liebe ebenso beruht wie auf der Abneigung engstirniger Genre-Anhänger. Letztere stoßen sich wahlweise an den anderen Musik-Einflüssen – namentlich vor allem Glam Rock, Rock'n Roll und Post Rock – oder an der fehlenden Ernsthaftigkeit.

Der Anti-Papst und seine Ghouls

Die macht sich natürlich in erster Linie über das Auftreten der Band bemerkbar. Als Lead-Sänger tritt Papa Emeritus III auf, seines Zeichens Nachfolger von Papa Emeritus und Papa Emeritus II. Die Figur soll einen Art Anti-Papst darstellen, wie das an Kardinale erinnernde Kostüm und die Totenkopf-Schminke unschwer erkennen lassen. Einer der Vorgänger des aktuellen "Papstes" wurde nach offiziellen Angaben übrigens gefeuert, weil er es nicht schaffte, internationale Regierungen und Kirchen zu zerstören.

Mit den Ideen des Satans wird freilich auch in den Texten gespielt, hier ist gern von Luzifer, 666 und Ziegenopfern die Rede. Allzu ernst nimmt man sich im kühlen Metal-Norden also scheinbar nicht, der Qualität der Musik tut dies allerdings absolut keinen Abbruch. Im August erschien mit "Meliora" der dritte und bislang beste Langspieler der Gruppe. Nicht nur im Laufe der insgesamt 41 Minuten, sondern schon innerhalb einzelner Songs werden die Rock-Genres durchgemischt, was das Zeug hält. Ideales Beispiel ist die mit großartigem Video ausgestattete Single "Cirice", die härtere Tone andeutet, später aber einen einer Rockoper würdigen Refrain zu Tage legt.

Hohes Niveau auf allen Ebenen

Die Songs von Ghost beschränken sich aber keineswegs auf die Liebe zur Musikstil-Vielfalt. Exzellente Beherrschung der Instrumente, richtig starke Übergänge und eingängiges, schlüssiges Songwriting sind auf nahezu jedem Song auf "Meliora" zu hören. Auch jene Musikfans, die mit Metal wenig anfangen können, sollten der Band zumindest eine Chance geben. Von den für viele kaum verdaubaren Genre-Merkmalen wie etwa den Schrei-Vocals ist bei Ghost nämlich denkbar wenig übrig geblieben. Das schwedische Spektakel kommt am 20. November nach Wien, wo eine als Live-Sensation bekannte Band eines der besten Alben des Jahrgangs zum Besten geben wird. 

GHOST – LIVE
Support: Dead Soul
Freitag, 20. November 2015
Einlass: 19.00 Uhr, Beginn: 20.00 Uhr

Arena, 1030 Wien

Michael Leitner

Michael Leitner | Redakteur & Community-Betreuer Gewinnspiele

michael.leitner (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Oktober 2011

 

Log in or create an account

fb iconLog in with Facebook