BÜCHERBÖRSE

Pop-Exzentriker in Wien

  • geschrieben von Michael Leitner
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patrick wolf Damaris RDer Pop-Auteur Patrick Wolf wird in der Indie-Welt für seine folktronischen Klangwelten und seine eingängigen Melodien geschätzt. Am 27.11. schaut der oft und gern gesehene Musiker im Wiener WUK vorbei.

 

Seine ersten musikalischen Schritte machte der englisch-irische Songwriter Patrick Wolf im kaum bekannten Genre Folktronica, bei dem es sich, wie der Name schon vermuten lässt, um eine Mischung aus Electronica mit Folkmusik handelt. Seine bereits 2002 erschienene Debüt-EP kreiste sich ebenso um diese Musikrichtung wie sein im darauffolgenden Jahr veröffentlichter Langspielererstling. Erst mit Album Nummer 3, dem bombastischen „The Magic Position“ von 2007, orientierte sich Patrick Wolf mehr am Pop-Mainstream und wurde so erstmals einer breiteren Masse bekannt.


Nach dem sehr elektronischen und im Vergleich zu seinem Vorgänger eher abstraktem „The Bachelor“, präsentierte Wolf heuer seine ersten beiden Releases für Mercury Records. Sowohl der Langspieler „Lupercalia“, als auch die „Lemuralia EP“ sind wieder weitaus zugänglicher. Der bekannteste Song dieser beiden Werke ist zweifelsohne „The City“, das Anfang dieses Sommers regelmäßig auf FM4 für gute Stimmung sorgte. Aber so schwer es auch ist, den Song abzulehnen, kommt bei langjährigen Fans des Briten wohl doch immer wieder das Gefühl auf, der Mann wäre schon mal besser gewesen.

 

patrick wolf Magnus D

Daher seien Wolf-Anfängern auch die älteren Alben nahe ans Herz gelegt. „The Magic Position“ bildet vielleicht den perfekten Einstieg, von dem aus man sich zurück bis zum Debüt arbeiten kann und, ja, wenn man schon dabei ist, kann man dann auch in „Lupercalia“ hinein hören. Denn wer es schafft, die übertriebene Fröhlichkeit dieses Albums für einen Moment zu vergessen, wird zumindest brauchbare Tracks wie der bereits genannte Radiohit oder „House“ finden. 

 

Am 27.11. muss man aber nicht nur aus Respekt vor dem älteren Material des Herren ins WUK gehen, denn seine Auftritte sind auch abseits der Musik durchaus sehenswert. Der Songwriter zelebriert seine Lieder mit ausschweifendem Expressionismus, der sich in wilden Tänzen, schrägen Kostümen und anrüchigen Blicken ausdrückt. Den Support übernimmt die Musikerin Chinawoman, deren Pop und New Wave-Songs vor allem dank ihrer charismatischen Stimme im Gedächtnis bleiben


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