BÜCHERBÖRSE

The Libertines feierten ihr Österreich-Debüt

The Libertines live in der Wiener Stadthalle © Petra Püngüntzky
The Libertines live in der Wiener Stadthalle

Viele hätten es bei Dohertys Drogen-Eskapaden und den vielen, daraus resultierenden abgesagten Shows in der Vergangenheit gar nicht mehr für möglich gehalten: The Libertines feierten am Freitag tatsächlich ihr Österreich-Debüt in der Wiener Stadthalle.

Dass die Venue für diesen Abend etwas unglücklich gewählt war, ließ sich bereits beim Betreten der Stadthalle feststellen. Nicht nur war diese äußerst spärlich gefüllt, auch die Sitzränge sowie ein großer Teil der Stehplätze wurde aus Publikumsmangel mit schwarzen Tüchern abgehangen. An der guten Stimmung im Wavebreaker konnte dieser Umstand aber zum Glück nichts ändern. Dort wurde schon lange Zeit vor der Stagetime des Hauptacts wie im Fußballstadion gegrölt.

Mit nur zwanzig Minuten Verspätung bahnten sich Carl Barât, Pete Doherty und Co. zu David Bowies "Diamond Dogs" ihren Weg auf die Bühne, um sich durchaus motiviert durch ihre Setlist zu spielen. Diese beinhaltete vor allem Songs des Libertines-Erstlings "Up The Bracket" und ihres Reunion-Albums "Anthems For A Doomed Youth". Die erste Konzerthälfte verlief überraschend solide. Sie hätte einen fast vergessen lassen, welch schlechter Ruf Pete vorauseilt.

Dieser schien erst in der zweiten Hälfte so richtig in Fahrt zu kommen – und mit ihm auch die Gesamtperformance der Libertines. Die Show wurde immer unterhaltsamer, die Songs druckvoller. Pete und Carl scherzten und rangelten auf der Bühne wie in "The Good Old Days" – fast schon wie Brüder – und Doherty fand immer mehr Spaß daran, Gegenstände ins Publikum zu werfen. Nach zwei Hüten, einigen Getränken und einer Mundharmonika landete schließlich auch noch sein Mikrofonständer im Minutentakt und zum großen Finale sogar seine Gitarre in der Menge. Den Fans schien es zu gefallen.

Obwohl Pete am Ende des Sets nur noch orientierungslos über die Bühne torkelte, schafften es die Libertines sogar, noch vier Stücke als Zugabe zu spielen. Unseren (zugegeben niedrigen) Erwartungen konnten die Briten mit ihrer fast zweistündigen Show durchaus gerecht werden. Denn seien wir uns einmal ehrlich: Es war absehbar, dass das Konzert so und nicht anders verlaufen würde.

Bilder: © Petra Püngüntzky

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

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