BÜCHERBÖRSE

NOVA ROCK Festival 2016 – Das war Tag 1

Editors live am Nova Rock Festival 2016 © Petra Püngüntzky
Editors live am Nova Rock Festival 2016

Auf den burgenländischen Pannonia Fields wird aktuell wieder gerockt, was das Zeug hält. Bereits am Donnerstag, dem offiziellen Anreisetag, wurde das diesjährige NOVA ROCK Festival mit Auftritten von Bands wie Breaking Benjamin, Puscifer, Amon Amarth, Billy Talent und KoRn eingeläutet. Wir mussten uns den Auftakt leider entgehen lassen, fanden uns dafür aber tags darauf schon in den Mittagsstunden am Festivalgelände ein.

Eröffnet wurde die Blue Stage am Freitag von der britischen Band Bones, während sich auf der Red Stage die Bloodsucking Zombies From Outer Space für ihren Auftritt bereit machten. Dass es Acts (vor allem auf österreichischen Festivals) zu solch früher Stunde immer schwer haben, weil der Großteil der Besucher noch damit beschäftigt ist, sich am Zeltplatz in einen Rauschzustand zu versetzen, sollte keine Überraschung mehr sein. Erst als La BrassBanda gegen 16:30 Uhr ihr Set starteten, versammelte sich das Festivalpublikum gut gelaunt vor der Hauptbühne und feierte die neue Volksmusik des Quinetts. Kein Wunder, bayerischer Charme und Blasmusik kommen in Österreich immer gut an.

Alternative-Acts hatten es schwer

Ein etwas schwierigeres Spiel hatten die Editors im Anschluss auf der Blue Stage. Sänger Tom Smith war sich durchaus über den Umstand bewusst, dass ihr Style nicht optimal auf ein Rock-Festival passt – immerhin hatten sie wohl als einzige Band keine Tattoos. Aber auch musikalisch hatten sie es mit ihrem düsteren und melancholischen Indie-Sound schwer, sich gegen das Kontrastprogramm auf der Nebenbühne (Children Of Bodom) durchzusetzen. Unserer Meinung nach lieferte die Band trotz alledem eine der besten Shows des Tages. Mit den Finalsongs "Pappillon" und "Marching Orders", die auf Festivals immer für Stimmung sorgen, konnten sie am Ende doch noch einige Besucher mehr vor die Bühne locken und zum Tanzen animieren. Garbage, die ebenfalls auf der blauen Bühne aufspielten, ereilte ein ähnliches Schicksal. Auch ihre Show wollte am NOVA ROCK Festival nicht so recht funktionieren.

Härtere Töne ziehen die Massen an

Bei Trivium auf der Red Stage ging es indessen weitaus härter zu. Das ist der Sound, den das Festivalpublikum am NOVA ROCK Festival hören möchte, wie sich an den zahlreichen Fans vor der Bühne ablesen ließ. Uns beeindruckte allerdings weniger ihre Musik, sondern mehr die Zungenakrobatik von Sänger Matthew Heafy. Gleich im Anschluss spulten The Offspring ihre gewohnte Show auf der Hauptbühne lieblos und routiniert ab. Keine Ahnung, warum die Festival-Stammgäste selbst nach all den Jahren immer noch die Massen anziehen. Gut, die Songs sind bekannt und machen Stimmung, aber bei so viel Lustlosigkeit auf der Bühne muss einem die Lust als Zuschauer doch auch mal vergehen, oder nicht? Da lieferten Bullet For My Valentine mit ihrer Feuershow eine heiße Abwechslung. Die britische Metalcore-Band hätte bestimmt auch einen würdigen Headliner abgegeben.

Enttäuschende Headliner

Wie man auf die Idee kommt, Wanda als Headliner eines Rock-Festivals zu buchen, wird mir für immer ein Rätsel bleiben. Auf uns wirkte die österreichische Truppe – allen voran Sänger Marco, der sich ans Mikro krallte, als würde sein Leben davon abhängen – etwas müde. Bei dem Konzert- und Festivalmarathon, den sie im vergangenen Jahr hinlegten, wäre das kein Wunder. Vielleicht war es aber auch nur mein persönlicher Eindruck, weil ihre immer gleichen Ansagen und die immer gleiche Songabfolge mittlerweile nur noch ausgelutscht sind. Da ist nichts mit Amore.

Um dem Wanda-Wahn zu entkommen, taten es uns viele gleich und flüchteten zu Disturbed vor die Red Stage. Sänger David Draiman versprach im Vorfeld einige Überraschungen für ihren Headline-Slot. Wenn er damit die diversen Cover-Versionen meinte – u.a. "Sound Of Silence" (Simon & Garfunkel), "I Still Haven't Found What I'm Looking For" (U2), "Killing In The Name Of" (Rage Against The Machine) –, war das irgendwie nichts. Bis auf ein gelegentliches Fist In The Air und einem Gastauftritt des Skindred-Sängers tat sich auf der Bühne nämlich recht wenig.

Highlight zu später Stunde

Mit EAV, der Ersten Allgemeinen Verunsicherung, wurde der perfekte Special Late Night Act für das mittlerweile sturzbetrunkene Festivalvolk gefunden. Für viele war es das Highlight des Tages. Immerhin hat die Musik der Kultband viele durch ihre Kindheit begleitet. Wir konnten mit dem sehr eigenen Schmäh der Austropop-Legenden zwar wenig anfangen, ziehen aber dennoch den Hut vor ihren großartigen, gesellschaftskritischen Texten.

Bilder: © Petra Püngüntzky

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

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