BÜCHERBÖRSE

NOVA ROCK Festival 2016 – Das war Tag 2

Alice Cooper live am NOVA ROCK Festival © Petra Püngüntzky
Alice Cooper live am NOVA ROCK Festival

Der Wettergott meinte es am zweiten Tag des NOVA ROCK Festivals leider nicht allzu gut mit den Festivalbesuchern. Anfangs brannte zwar noch die Sonne auf die Pannonia Fields, die verzog sich allerdings gegen Abend und machte Platz für Gewitterwolken und starke Regenschauer.

Abwechslungsreicher Festivalnachmittag

Mit Viech und Krautschädl machten gleich zwei österreichische Bands den Anfang auf der Red Stage, bevor Zebrahead als erster internationaler Act ebendort mit ihren zahlreichen Fans eine wilde Party feierten. Die Punkrocker aus dem kalifornischen La Habra animierten diese schon zu früher Stunde zum Springen, Tanzen und Singen. Neben Pikachu und Pink Bunny, zwei verkleideten Crew-Mitgliedern, durfte natürlich auch ihre allseits bekannte Trink-Hymne ("Drink Drink Nova Rock until you have to pee") nicht fehlen.

Ein starkes Kontrastprogramm lieferte hingegen Tom Odell ab, der im Anschluss auf der roten Bühne zu sehen war. Dass der Singer-Songwriter mit seiner Musik nichts auf einem Rock-Festival verloren hat, machte sich auch im leergefegten Zuschauerbereich bemerkbar. Schade eigentlich: In einem anderen Setting hätte sein Set bestimmt viele Fans vor die Stage gelockt. Denn obwohl Odell nicht mit einer spektakulären Bühnenshow aufwartete, sorgt er alleine durch seine kraftvolle Stimme für Gänsehaut-Atmosphäre.  

Auf der Blue Stage wurden indessen mit Caliban und August Burns Red etwas härtere Klänge bedient. Vor allem zweitere Band konnte durch die großartige Bühnenpräsenz von Leadsänger Jake Luhrs punkten und wird als eines der Highlights in Erinnerung bleiben. Es war erstaunlich zu beobachten, wie viel Speichel und Schweiß ein Mensch während eines kurzen Festival-Slots vergießen kann. Noch viel erstaunlicher war aber, dass sein Mikrofon trotz heftigem Herumschwingens des Kabels immer wieder in seinen Händen landete. Da hat wohl jemand heimlich geübt.

Während Alligatoah, dessen lächerlicher Auftritt uns im Vorjahr am FM4 Frequency Festival maßlos enttäuschte, auf der Red Stage performte und mit den Dropkick Murphys wieder einmal Festival-Dauergäste eine energiegeladene Show auf der Hauptbühne ablieferten, begeisterte der Zöpfchenträger Romano seine Fans auf der Red Bull Bandwagon Stage.

Fehlbesetzung & Headliner der Herzen

Seiler & Speer am NOVA ROCK Festival? Muss das wirklich sein? Naja, zum Saufen reicht's, ansonsten ist die Band ähnlich (un)anspruchsvoll wie Wanda. Nach fünf Minuten ihres Sets begaben wir uns guten Gewissens zu Gruselrocker Alice Cooper auf die Blue Stage, der an diesem Tag wohl zum Headliner der Herzen wurde. Mit seiner gigantischen und aufwendigen Bühnenshow, die fast schon theatralisch wirkte, und Rock-Klassikern – spätestens bei "Poison" gröhlte die Crowd unaufhaltsam mit – war der 68-jährige Rockgott an diesem Festivaltag einfach nicht zu toppen.

Weder die HipHop-Legenden Cypress Hill, die auf der Red Stage ein solides Konzert ablieferten, noch die Headliner der Blue Stage Volbeat konnten mit dieser Performance mithalten. Letztere verspäteten sich auch noch um schlappe 30 Minuten und brachten mit ihrem Auftritt den Regen. Die Dänen zählen mittlerweile zum Fixprogramm auf österreichischen Großfestivals und ziehen jedes Mal auf's Neue die Massen an. Warum das so ist, können wir leider absolut nicht nachvollziehen. Ihr glattgebügelter Sound hat sich in all den Jahren nicht einmal ansatzweise verändert oder weiterentwickelt, was ihre Musik sehr eintönig macht, und auch das übertriebene Gepose der Band und das Dauergrinsen von Sänger Michael Schøn Poulsen wirken einfach nur aufgesetzt.

Kein leichtes Spiel für Austrofred

Durch die Verzögerung bei Volbeat musste der Special Late Night Act mit seiner Show bereits beginnen, als das Konzert auf der Blue Stage noch in vollem Gange war. Der strömende Regen tat sein Übriges. Dementsprechend wenige Besucher fanden sich vor der roten Bühne ein. Austrofred, seines Zeichens der fescheste Österreicher aller Zeiten, wäre aber nicht Austrofred, wenn er nicht dennoch beinhart sein Ding durchziehen würde. Selbst wenn er für fünf Leute spielen müsste, würde der Champion alles und noch viel mehr geben. Auf dem NOVA ROCK Festival gab es heiße Tanzeinlagen, einen Po-Blitzer und natürlich lustige Ansagen zu sehen und zu hören. Der weltbeste Freddie-Mercury-Interpret ist jedes Mal ein absolutes Highlight.

Bilder: © Petra Püngüntzky

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

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