BÜCHERBÖRSE

NOVA ROCK Festival 2016 – Das war Tag 3

Twisted Sister live am NOVA ROCK Festival © Petra Püngüntzky
Twisted Sister live am NOVA ROCK Festival

Am letzten Tag des NOVA ROCK Festivals zeigte sich das Wetter wieder von seiner besseren Seite und auch musikalisch hielt der dritte Tag noch ein paar Highlights bereit. Nur das große Finale wollte nicht so ganz gelingen.

Der Finaltag begann mit vielen Highlights ...

Wir begaben uns am dritten Tag wieder sehr früh auf die Pannonia Fields, um schon kurz nach 14 Uhr dem Auftritt von Graham Candy beizuwohnen. Dieser wurde prompt zu einem unserer absoluten Festivalhighlights. Der neuseeländische Sänger spricht, als hätte er Helium eingeatmet, und auch seine androgyne Singstimme lässt erst einmal aufhorchen. Einigen dürfte er durch den Song "She Moves (Far Away)" von Alle Farben bekannt sein, auf dem er den Gesangspart beisteuerte. Uns erinnert er ein bisschen an Asaf Avidan, was an der Stelle als großes Kompliment aufgefasst werden darf. Wer seine Performance am NOVA ROCK Festival verpasst hat, sollte unbedingt am 17. Oktober im B72 vorbeischauen.

Auf der Blue Stage wurden im Anschluss mit Soulsänger Gary Clark Jr. erneut sanftere Töne eingeschlagen. Sein sehr bluesiges Set zählte ebenfalls zu unseren persönlichen Höhepunkten. Zur gleichen Zeit ging es auf der Red Stage mit We Came As Romans wesentlich härter zu.

... nahm einen durchwachsenen Verlauf ...

Während bei Mono & Nikitaman auf der Hauptbühne die Reggae-Tunes ausgepackt wurden und mit Behemoth ein paar Meter weiter Black und Death Metal Fans voll auf ihre Kosten kamen, ging es für uns auf zur Red Bull Brandwagen Stage, auf der die österreichische Band LIAN vor spärlichem Publikum ein paar Songs zum Besten gab. Für unseren Geschmack klingt ihre Musik zu sehr 0815 und auch die Songtexte ließen uns eher stirnrunzelnd zurück, als uns zu unterhalten.

Dann doch lieber zu den großen Bühnen, bei denen eine schwierige Entscheidung bevorstand: Lieber NOFX und feinsten Punkrock auf der Blue Stage oder doch lieber Killswitch Engage und Metalcore auf der Red Stage? Wir landeten letztendlich bei Zweiteren und waren von der Energie vor und auf der Bühne begeistert. Diese nahm auch beim Auftritt von Heaven Shall Burn keinen Abbruch.

Bei den Deftones auf der Blue Stage ging es ebenfalls ordentlich zur Sache. Die Setlist bot so ziemlich alles, was das Fanherz begehrte und auch Sänger Chino Moreno präsentierte sich in bester Laune und wirbelte unaufhaltsam über die Bühne. So muss das! Zu toppen war ihr Auftritt nur noch durch Twisted Sister, die mit ihrem Headliner-Slot am NOVA ROCK Festival ihre erst dritte Österreich-Show überhaupt bestritten. Es sollte auch die letzte werden, wie Sänger Dee Snider verkündete. Müdigkeit konnte man der Rock-Legenden aber keinesfalls vorwerfen – eher im Gegenteil: Mit ihrem powergeladenen Konzert stellten sie so manch andere (junge) Band des Festivals gewaltig in den Schatten. 

... und endete mit einer riesigen Enttäuschung

Den Red Hot Chili Peppers wurde die Ehre zu teil, die große Finalshow des diesjährigen NOVA ROCK Festivals zu spielen. Doch was Anthony Kiedis und Co. auf der Bühne ablieferten, war mehr als lachhaft. Nicht nur vergaß der Sänger die Texte seiner eigenen Songs, auch die Einsätze von Gesang und Instrumenten ging ziemlich oft daneben. Von einer Bühnenshow war ebenfalls weit und breit keine Spur. Viele der enttäuschten Festivalbesucher machten sich frühzeitig auf den Heimweg – daran konnten auch die großen Hits ("Can't Stop", "Dani California", "By The Way", "Under The Bridge", "Californication" oder "Give It Away") nichts mehr ändern.

Unser Fazit

Das NOVA ROCK Festival hat sich in den vergangenen Jahren stetig verbessert. Einige Kritikpunkte müssen aber auch heuer wieder angebracht werden. Zum einen sollten die Veranstalter die Vergabe der Headliner-Slots im nächsten Jahr etwas besser überdenken, diese waren heuer mit Ausnahme von KoRn und Twisted Sister sehr enttäuschend. Zum anderen würden wir uns wünschen, nicht ständig die gleichen Bands am Line-Up lesen zu müssen. Das Rock-Genre bietet genügend Auswahl für Abwechslung.

Großartig empfanden wir hingegen die kurzen Gehzeiten zwischen den Bühnen, die das (erstaunlich saubere) Gelände kompakter, aber dennoch immer noch weitläufig erscheinen ließen. Das neu eingeführte Cashless-Bezahlsystem funktionierte einwandfrei und auch die allgemeine Organisation ist gelungen. Und nachdem The Hoff bereits als erster Act der nächsten Auflage bekannt gegeben wurde, können wir gar nicht anders, als zu schreiben: Liebes NOVA ROCK Festival, es war schön mit dir. Wir sehen uns 2017!

Bilder: © Petra Püngüntzky

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

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