BÜCHERBÖRSE

Beat The Fish Deluxe: Nahezu 100 % Dopeness.

Tyler, The Creator erstmals live in Österreich © Petra Püngüntzky
Tyler, The Creator erstmals live in Österreich

Am Dienstag lud das Beat The Fish Deluxe bei traumhaftem Wetter mit Acts wie P.TAH & CON, Lady Leshurr, YelaWolf, Tyler, The Creator, Jurassic 5 und K.I.Z. in die Open Air Arena. Wir waren für euch vor Ort und haben das fast durchwegs gelungene Spektakel bildlich für euch festgehalten.

Zugegeben, Hip Hop ist ein Genre, mit dem ich mich bisher kaum auseinandergesetzt habe. Da ich mich aber gerne ins kalte Wasser stürze, ging es für mich am vergangenen Dienstag zum Beat The Fish Deluxe in die Arena Wien, wo sich im wunderschönen Open Air Areal bis in die Abendstunden zahlreiche Fans des Sprechgesangs einfanden.

Aller Anfang ist schwer

Während sich die früh angereisten Festivalbesucher noch ein schattiges Plätzchen auf dem Gelände suchten, legten die Wiener P.TAH & CON trotz schwieriger Rahmenbedingungen ein gelungenes Eröffnungsset hin.

Direkt im Anschluss wirbelte Lady Leshurr in einem knappen Outfit über die Bühne, das ihren beeindruckenden Stahlkörper in Szene setzte. Musikalisch bleibt ihr Auftritt – abgesehen von "Brush Your Teeth" und der charmanten Aufforderung, wir sollten uns besser die Zähne putzen – kaum in Erinnerung. Der britische Rap-Shootingstar verbrachte die Zeit lieber damit, unaufhörlich zu schwafeln.

YelaWolf, der im Rahmen des Beat The Fish Deluxe seinen ersten Gig in Österreich bestritt, hatte da schon einiges mehr zu bieten. Nicht nur machte der Rapper aus Alabama optisch mit Cowboy-Hut und Sonnenbrille einiges her, auch seine Rap-Skills waren nicht von schlechten Eltern.

Tyler und der Kraken-Tanzstil

Es blieb aber nicht bei einer Österreich-Premiere. Auch Tyler, The Creator fand zum ersten Mal den Weg in die Bundeshauptstadt, auch wenn er sich eingangs die Frage stellte, wo er denn eigentlich gerade sei. Seine Fans nahmen es mit Humor und kreischten sich unaufhaltsam die Seele aus dem Leib. Der gefeierte Rapper zeigte eindrucksvoll, wie nah Genie und Wahnsinn beieinander liegen können. Während seiner Songs sprang das Energiebündel unaufhaltsam auf und ab und schaute sich sogar einen Tanzstil von einem Fan im Publikum ab, bei dem man die Arme wild über dem Kopf herumschüttelt. Mich erinnerte der Move ja stark an die Bewegungen eines Kraken.

J5: Old-School-Rap vom Feinsten

Ganz so viel Energie konnte man von der HipHop-Legende Jurassic 5 nicht erwarten, aber das brauchte es bei diesem großartigen Old-School-Rap auch nicht. Die vier MCs luden das Festivalpublikum auf eine Zeitreise durch ihre eindrucksvolle und lange Bandgeschichte ein. Ein ganz besonderes Highlight lieferten die zwei DJs Cut Chemist und Nu-Mark, die J5 komplettieren, als sie auf einem überdimensionalen Plattenspieler, einem Turntable als eine Art E-Gitarre und einer Drum Machine-Kette eine kleine Solo-Einlage hinlegten.

Können K.I.Z. mit der Welt untergehen?

Etwas umstritten bleibt das große Finale mit K.I.Z. Hätten Tyler, The Creator oder Jurassic 5 keine bessere Figur als Beat The Fish-Headliner gemacht? Doch, hätten sie bestimmt. Die Hip-Hop-Formation aus Berlin stand wie auch schon bei ihrem Auftritt im Gasometer und am NOVA ROCK Festival schwarz und mit Springerstiefeln bekleidet auf der Bühne und schoss schon kurz nach Beginn ihres Sets falsche Geldscheine und Papierfäden ins Publikum. Und dieses feierte Tarek, Nico und Maxim unerklärlicherweise, auch wenn es im Gegenzug lediglich als Schmutz bezeichnet wurde. Sowohl die Songs als auch die provokanten Zwischenansagen der selbst ernannten Götter sind mehr als irritierend und fragwürdig. Zum Abschluss hieß es endlich: "Hurra die Welt geht unter" – und mit ihr hoffentlich auch K.I.Z.

Bilder: © Petra Püngüntzky

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

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