BÜCHERBÖRSE

Out Of The Woods 2016 – Das war Tag 2

Crystal Castles live am Out Of The Woods © Petra Püngüntzky
Crystal Castles live am Out Of The Woods

Und da ist auch schon der zweite Festivaltag des Out Of The Woods 2016 angebrochen. Regen und eiskalte Temperaturen hielten die Feierlaune an diesem Tag in Grenzen. Anstatt sich gemütlich auf der Wiese zu den ersten Acts des Tages treiben zu lassen, kuschelten sich die dick eingepackten Festivalbesucher mit erschöpften Blicken unter das Dach der Hauptbühne, um der Kälte zu entkommen. Ein etwas trister Anblick, der zumindest durch einige musikalische Highlights erhellt werden konnte.

Am Samstag mussten leider gleich zwei Bands – Little May und Von Wegen Lisbeth – ihre Auftritte am Out Of The Woods absagen. Doch zum Glück konnten die Wiener Indie-Rocker FAMP kurzfristig einspringen und Tag 2 mit einer soliden Performance eröffnen. Kurze Zeit später folgte mit der Show von AURORA das erste Highlight. Die junge Norwegerin bot dem Publikum ein sehr energiegeladenes und ausdrucksstarkes Set, auch wenn sie in ihren Zwischenansagen etwas schüchtern und unbeholfen wirkte. Ihre quirlige Art und ihr elfenhaftes Wesen kamen jedenfalls sehr gut an.

James Hersey bespielte als nächster Act die Hauptbühne. Zwar konnte der in Wien lebende Musiker seine Fans in den ersten Reihen zu regen Begeisterungsrufen bewegen, etwas weiter hinten wollte aber wenig Stimmung aufkommen. So richtig verübeln konnten wir es den Festivalbesuchern nicht, auch bei uns wollte der Funke nicht überspringen. Etwas zu glatt gestriegelter Pop mit zu viel Ed Sheeran-Einfluss – kein Wunder, der Singer-Songwriter arbeitete erst kürzlich mit dessen Produzenten zusammen, was man deutlich heraushören konnte.

Es ging rockig durch den Nachmittag

In der kleinen Halle machten sich indessen Me And My Drummer aus Berlin für ihren Auftritt bereit. Fetziger als gedacht rockten sich Charlotte Brandi und ihr Schlagzeuger Matze Pröllochs durch den Slot – leider vor einer eher überschaubaren Menge. Der Großteil versammelte sich nämlich lieber vor der großen Bühne, um mit den Steaming Satellites einer großartigen, heimischen Band zu lauschen. Von "Witches" über "Honey" bis hin zu "How Dare You" waren alle großen Hits dabei, die vom Publikum voller Inbrunst mitgesungen wurden. Auch Band Of Skulls, die im Anschluss an der Reihe waren, brachten zur Abwechslung mal etwas härtere Töne unter das Festivalvolk.

Der heimlische Headliner

Um mit Johnossi noch ein bisschen weiter auf der Rock-Welle zu reiten, machten wir einen kurzen Abstecher zur Second Stage, bevor es wieder zurück zur Hauptbühne und damit zum heimlichen Headliner des zweiten Festivaltages ging. AnnenMayKantereit sorgen seit geraumer Zeit für eine ausverkaufte Konzerthalle nach der anderen. So war es kaum verwunderlich, dass sie auch am Out Of The Woods zu einem Publikumsmagneten wurden. Obwohl ihre Shows wenig Abwechslung bieten und auf der Bühne auch nicht viel passiert, macht es jedes Mal auf's Neue Spaß, den vier Jungs dabei zuzusehen, wie sie motiviert ihr Ding durchziehen.

Bis die Augen und Ohren bluten

Es hätte so ein stimmiger und schöner Festivalabschluss werden können, wäre da nicht noch der offizielle Hauptact gewesen. Die Crystal Castles sorgten mit ihrem experimentellen Elektro-Sound für einen krassen Stilbruch. Die verstörenden Bewegungen und das Geschrei der neuen Sängerin Edith France, das stark flackernde Licht und der koordinierte Lärm, der sich Musik nennen darf, schlugen einen großen Teil der Festivalbesucher in die Flucht.

So ging die Erstauflage des Out Of The Woods leider vor einer sehr überschaubaren Menge und mit dem absoluten Festival-Flop zu Ende.

Bilder: © Petra Püngüntzky

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

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