BÜCHERBÖRSE

The Wall of Tears

  • geschrieben von Anne-Marie Darok
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Phil Spector c Philles RecordsIn den 1950ern hat sich einiges in der Musikwelt getan. Auch der Musikproduzent Phil Spector profitierte von der stetigen Evolution der Klänge und Stimmen.

 

Im Jahre 2003 erlangte die Schauspielerin Lana Clarkson unverhoffte Berühmtheit, als sie vom legendären Musikproduzenten Phil Spector in seinem Anwesen erschossen wurde. Immer wieder wurde dessen Prozess aufgeschoben, bis er 2009 zu 19 Jahren Haft verurteilt wurde. Bei den Verhandlungen trug Spector ein honigblondes Toupet und saß eingesunken da. Sein Selbstbewusstsein schien vor Jahren von ihm abgefallen zu sein. Dabei hat er allen Grund, mit Stolz auf sein musikalisches Lebenswerk zurück zu blicken.


Von der Wall of Hair zur Wall of Sound
Er begann als Mitglied und eigentlichem Kopf der TEDDYBEARS; mit denen er einen Nummer-eins-Hit landete. Ihm wurden die Türen in die Musikstudios geöffnet und schon bald erwies er sich als eine Art Wunderkind der Musikproduktion.
Seine bedeutendste Kreation ist die „Wall of Sound“. Um der Musik eine räumliche Tiefe zu verleihen, mischte er zahlreiche Instrumente mit dem Klang ihrer eigenen Echos. Seine Sänger mussten stundenlang ein und dieselbe Strophe singen, bis er genug Stimmen zum Überlagern hatte.


Massenproduktion der Evergreens
„The Ronettes“ mit ‚Be My Baby‘, „The Crystals“ mit ‚Then He Kissed Me‘ und „The Righteous Brothers“ mit dem Welthit ‚You’ve Lost That Lovin‘ Feelin‘ wären ohne den Spectorschen Sound wahrscheinlich im Meer der One-Hit-Wonder untergetaucht. Doch so stürmten sie die Spitze der Charts.


Sein Abstieg begann Mitte der 1960er, als er sich, durch die Medien bekräftigt, schon längst selbst als Genie sah. Er produzierte noch 1970 das letzte Album der Beatles, mischte bei John Lennon mit und produzierte die Rolling Stones. Gleichzeitig kam er wegen seines Waffenfetisches in Verruf. Er zog sich zurück und errichtete Mauern um sich, die nun durch eine Gefängniszelle ersetzt wurden. Aber das ändert nichts daran, dass man sich noch heute gerne hinter der „Wall of Sound“ verlieren möchte und in den naiven, detaillierten Klängen seiner Musik weiterhin das Wunderkind entdeckt, das Spector einmal war.

 

Teil 2 : Hawaiitoast und Cocktailparties

 

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