BÜCHERBÖRSE

Feminism at its best: Danke Sookee

Rapperin Sookee begeisterte die ausverkaufte Grelle Forelle © Eylul Aslan
Rapperin Sookee begeisterte die ausverkaufte Grelle Forelle

Die Quing of Berlin aka Sookee legte am 12. Mai 2017 eine ordentliche Show in der ausverkauften Grellen Forelle in Wien ab. Dort präsentierte die Rapperin ihr neues und aktuelles Album "Morten & Makeup", das seit 17. März 2017 in den Plattenläden steht.

Den Abend eröffnete Tice. Mit ihrer Hip Hop-Show machte die Rapperin ordentlich Stimmung und heizte den Sookee-Fans bereits im Vorprogramm ein.

Nach einem langen Intro mit harten Beats kam Sookee dann unter tosendem Applaus auf die Bühne und eröffnete ihr Konzert mit dem passenden Opener "Kontrollverlust" ihres aktuellen Albums. Es folgten weitere neue Nummern, wie zum Beispiel der akutell-politisch-kritische Song "Q1", der Track "Bilderbücher Konferenz", bei dem sich die Band obligatorische Aluhüte aufsetzte oder die aktuelle und etwas poppigere Single "Hüpfburg", bei der die Musikerin über ihre Kindheit und ihre speziellen Familienverhältnisse rappt.

Zwischen den Songs gab die Aktivistin und Rapperin immer wieder Anekdoten aus ihrem Leben zum Besten, erklärte Hintergründe zu ihrer Musik, vertrat lautstark ihren queer-feministischen Standpunkt und machte sich dabei gewohnt für Frauen und die LGBTIQ-Szene stark. Neben den neuen Nummern spielte das Trio, bestehend aus dem Female-MC Sookee, einer DJane und einem Drummer, auch ältere Songs, die ebenfalls bestens beim Publikum ankamen. Nachdem seit dem ersten Ton an sowieso alle Anwesenden feierten und ausgelassen tanzten, war einer der Höhepunkte der Song "Zusammenhänge" aus dem Jahr 2013, bei dem Sookee die rechtsextreme Szene in Deutschland kritisiert.

Nach der Nummer stimmten die Fans ein gemeinsames "alerta alerta antifascista" an, um ihre Solidarität und Zustimmung zu den gerappten Lines zu zeigen. Nach einem gespitteten Solo holte sich Sookee nochmal ihren Support-Act Tice auf die Bühne, um mit ihr gemeinsam einen Song zu performen. Die letzten beiden Nummern waren "Pro Homo" und "Queere Tiere", bei denen klischeebehaftete Stereotype und überflüssige Geschlechterrollenzuschreibungen von der Musikerin thematisiert und kritisiert werden, die (LEIDER IMMER NOCH) in so vielen Köpfen der Menschen vorherrschen.

Der Abend war eine notwendige Mischung aus einer Hommage an Menschlichkeit und Gleichheit und gegen Rassismus, Homophobie und Sexismus mit extrem guten Rap-Skills und obendrauf dem linkspolitischen Riot-Stempel.

Michael Haller

Musikredakteur

michael.haller@unimag.at

Instagram: michaelhllr

bei UNIMAG seit Oktober 2013

 

Log in or create an account

fb iconLog in with Facebook