TRAINEEPROGRAMME

Angel Olsen lieferte durchwachsene Show im WUK

Angel Olsen live im Wiener WUK © Petra Püngüntzky
Angel Olsen live im Wiener WUK

Angel Olsen ist wohl eine der spannendsten Songwriterinnen unserer Zeit. Dies konnte sie nicht zuletzt mit ihrem aktuellen Studioalbum "My Woman" untermauern. Auch als die Künstlerin am Dienstag im Wiener WUK zu Gast war, legte sie eine atemberaubende Live-Performance hin. Leider wurde der Konzertabend allerdings durch ein sehr unaufmerksames Publikum getrübt, weshalb Olsen auch zu Recht auf eine Zugabe verzichtete.

Zugegeben, Angel Olsen ist wahrlich keine Entertainerin, die auf der Bühne aufblüht. Vielmehr berührt die introvertierte Songwriterin mit ihren starken Lyrics die Seele. Um davon in den Bann gezogen zu werden, muss man bei ihren Shows aber vor allem eines: Zuhören. Das schien ein großer Teil des Konzertpublikums im WUK leider nicht verstanden zu haben. Dieser schaffte es einfach nicht, der Musikerin und ihrer Band auf der Bühne den nötigen Respekt entgegenzubringen, und plauderte sowohl während der Songs als auch in den kurzen Pausen dazwischen munter weiter.

Nichtsdestotrotz versuchte Angel Olsen, die an diesem Abend in einem eleganten, weißen Kleid im Scheinwerferlicht stand, das Beste daraus zu machen. Zusammen mit ihrer fünfköpfigen Band schaffte sie – angefangen bei "Heart Shaped Face", über "Not Gonna Kill You" und "Sister", bis hin zu "Woman" und einem The Motels-Cover zu "Total Control" – eine wahnsinnig intensive Atmosphäre, die ihrem engelsgleichen Namen alle Ehre machte.

Lediglich als Olsen etwa zur Mitte des Sets die Frage "Euch ist schon bewusst, dass wir hier ein Konzert spielen?" in den Raum warf, erstarb das laute Gemurmel für einen Augenblick, um schon bei der nächsten Nummer wieder aufgenommen zu werden. Selbst Zurechtweisungen aus den eigenen Publikumsreihen blieben unbeachtet. Und so mussten sich die Fans letztendlich mit einem verkürzen Set ohne Zugabe zufrieden geben. Schade um diesen besonderen Konzertabend, der dadurch einen fahlen Beigeschmack bekam, aber verübeln konnte man der Sängerin die Entscheidung wahrlich nicht.

Bilder: © Petra Püngüntzky

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

Log in or create an account

fb iconLog in with Facebook