BÜCHERBÖRSE

Mashup der Genialitäten

  • geschrieben von Michael Hinterseer
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Potique lectronique c Potique lectroniqueDj und Songwriter, Mac und Telecaster, Melodik und Sphäre, Wien und Paris, Poétique und Électronique.

Es gibt Musik und Musik. Meistens verhält es sich ja so, dass uns Radio und Fernsehen (mit wenigen Ausnahmen) die Trennung leicht machen.

 

Es hat sich herausgetan, dass wir von 'Mainstream' sprechend die Nase rümpfen, den schwarzen Schal um den Hals werfen und uns mit der Youtube-Playlist von Songs rühmen, die sicherlich keiner (und dann doch irgendwie jeder) kennt. Meine tiefste Hoffnung ist es, dass es die Formation POÈTIQUE ÈLECTRONIQUE weiter bringt, als in die Favoritenliste einiger Hipster.

 

POÈTIQUE ÈLECTRONIQUE hat auch zweifellos das Potential dazu. Das ganze Konzept ist so erfrischend anders, dass man sich gerne in die Lieder einhört. Das ist auch wichtig, denn die Songs der beiden Jungs sind auf das erste mal nicht unbedingt zugänglich: Die Stimme verliert sich so hingebungsvoll in den Beats, die, teils überschlagend, teils auf das Minimum reduziert, die Basis bilden, für die sorgfältig darübergestreuten Instrumente. Nichts zum „So'n bisschen abtanzen“, sondern handgemachte Musik zum Anhören mit Kopfinhalt.

 

SOUNDCLOUD LINK: http://soundcloud.com/pe-music/dimp 

 

Musik ist sinnlich, der Ton der primäre Reiz. Doch POÈTIQUE ÈLECTRONIQUE steuert auch Futter für die Augen bei.
Ihr erster Track 'Six miles below (feat. Julia Fuchs)' wurde gleich mit einem Kurzfilm ausgeliefert und im Café Europa präsentiert.
Hier erahnt man das Kraftfeld, das junge, kreative Menschen schaffen können. POÈTIQUE ÈLECTRONIQUE ist also nicht nur eine Formation, sondern auch ein sich stetig veränderndes Kollektiv der Kreativitäten, oder Mash-up der Genialitäten, wenn man so will. Und das Schöne daran ist, dass man POÈTIQUE ÈLECTRONIQUE zuschauen kann- in Wien, Paris und beim Weg nach ganz oben.

 

http://www.youtube.com/watch?v=xarbXHEhDrk

 

Wir hatten die Gelegenheit, ein Interview zu Leon nach Paris zu schicken.

 

Wien-Paris. Ein Interview mit Leon Engler, Sänger von Poétique Électronique. Wer, was und wo ist PÉ?

PÉ steht eigentlich für Poétique Électronique und ist eine Band, die so seit Anfang 2011 existiert. Angefangen hat alles in Wien, wo Moe und ich uns kennegelernt haben. Mittlerweile lebe ich in Paris, das Projekt besteht aber weitherhin, irgendwo zwischen diesen Städten.

 

Wie habt ihr euch kennengelernt?

Zufällig, wir kamen ins Gespräch weil wir zu der Zeit dasselbe studiert haben. Dann haben wir herausgefunden, dass wir beide Musik machen, das zwar auf sehr unterschiedliche Weise, trotzdem wollten wir sehen, ob das zusammen funktionieren kann.

 

Wie kam es zu dem Bandnamen?

Wir dachten uns, wir machen am Besten mal alles falsch, was man falsch machen kann mit einem Bandnamen: Zu lang, zu kompliziert, zu französisch. Aber wenn man unsere Musik hört, dann passt es. Wir haben lange gehadert, die Idee schwirrte schon länger in unseren Köpfen und dann wollten wir einfach eine Entscheidung treffen.

 

Du lebst vorübergehend in Paris. Was gefällt Dir besser hier und was vermisst du von Wien?

Ich bin nach Paris gezogen, weil mir in Wien die Internationalität ein bisschen gefehlt hat, vor allem in der Musikszene. Ich habe mich entschieden, einfach noch mal etwas anderes ausprobieren. Klar gibt es Sachen, die mir fehlen. Die Beschaulichkeit der Stadt, meine Freunde, der gute Kaffee. Außerdem hat Wien die besseren Clubs. In Wien hatte ich manchmal das Gefühl stillzustehen, hier in Paris werde ich überrannt. Fühlt sich aber lebendiger an.

 

Wie funktioniert die internationale Zusammenarbeit?

Gut, wir skypen regelmäßig, schieben Projekte hin und her und schauen, dass wir uns regelmäßig in Wien, München oder Paris sehen und das passiert glücklicherweise auch beinahe alle zwei Monate.

 

Was sind deine Motoren, dein Antrieb?

Der Antrieb ist, mir mein Leben als Musiker finanzieren zu können. Aber das ist nur oberflächlich. Im Grunde geht es darum, Leuten ein gutes Gefühl zu geben. Musik ändert alles.

 

Was sind eure Einflüsse?

Das ist ganz unterschiedlich. Ich höre gerne Soul und Folk, aber auch Hip Hop und elektronische Musik. Bei Moe ist das ein bisschen anders: Allen voran steht bei ihm die internationale Clubmusik, wie Techno und Tech-House. Da er seit vielen Jahren als DJ aktiv ist und auch begonnen hat, Techno und House Musik zu produzieren, fließt davon sehr viel in PÉ ein. Unsere Schnittstelle liegt irgendwo zwischen Mount Kimbie und Dr.Dre.

 

Wie entsteht ein Lied bei euch?

Im Grunde am Computer auf sehr analytische Weise. Moe sorgt eher für ein klangliches Grundgerüst, dem ich dann Sachen hinzufüge. Wir stellen um, probieren aus, tauschen Projekte zig mal aus. Aber eigentlich ist das von Song zu Song unterschiedlich, was es so interessant macht.

 

Neben PÉ machst du auch noch Musik unter dem Synonym „Ben Auris“. Wieviel Ben Auris steckt in PÉ?

Ich versuche das ganz klar zu trennen. Ich schreibe die Songs anders, die Texte behandeln andere Dinge, es deckt einfach beides viel von mir ab - unhängig voneinander.

 

Ben Auris c Ben Auris

 Wo siehst Du die markantesten Unterschiede zwischen Ben Auris und PÈ?

PÉ ist ganz klar experimenteller. Ich versuche bei Ben Auris sehr organisch zu bleiben, was die Instrumentalisierung angeht und das drehe ich bei PÉ gerne um. Das liegt aber auch sehr an Moe, der gerne mit Strom Musik macht.

 

Wie laufen eure Projekte neben PÉ?

Moe arbeitet als DJ, legt regelmäßig auf, in der Pratersauna und im Münchner Harry Klein und produziert nebenher auch viel. Ich bin eben gerade dabei ein ganzes Album unter Ben Auris zu releasen, was ziemlich spannend ist.

 

Ihr habt tolle Videos, die immer mit den Tracks released werden. 

Arbeitet ihr mit Künstlern zusammen und wie werdet ihr auf diese aufmerksam?

Unser erstes Video haben wir in der Tat mit einem größeren Team produziert, was sehr viel Spaß gemacht hat. Da hatten wir dann Elisa Plüss mit vor der Kamera, die gerade die Wiener Theaterszene so ein bisschen aufmischt, das war schon super. Man muss sich nicht um viel kümmern und wenn man ein gutes Team hat. Und irgendwann hat man ein gutes Produkt in der Hand.


Sind in nächster Zeit Auftritte in Wien/Paris/sonstwo geplant?

Ja! Wir haben richtig Lust. Wir würden gerne ein paar Club-Gigs spielen. Wir versuchen uns im neuen Jahr die Zeit zu nehmen und ein Live-Set aufzubauen.

 

Wo kann man eure Tracks anhören?

Online über die üblichen Plattformen. Einfach unsere Website checken, dort gibt’s die Verlinkungen.

 

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