TRAINEEPROGRAMME

Waves Vienna 2017: Das verflixte siebte Jahr?

J. Bernardt live am Waves Vienna © Petra Püngüntzky
J. Bernardt live am Waves Vienna

Das Waves Vienna 2017 ist Geschichte. Der neunte Wiener Gemeindebezirk wurde von 28. bis 30. September zum Hotspot für Musikschaffende und Musikfans aus aller Welt, um im Rahmen des Showcase-Festivals gemeinsam rund 100 Acts auf 13 Bühnen zu entdecken. Drei intensive Tage mit mal mehr und mal weniger spannenden Konzerten und Neuentdeckungen liegen hinter uns. Hier findet ihr einige Konzertfotos und ein Fazit, wie sich das Festival in seinem verflixten siebten Jahr geschlagen hat.

Die Acts

Neben heimischen Künstlern wie Ant Antic, At Pavillon, Cari Cari, Gospel Dating Service und Tents waren heuer auch wieder zahlreiche internationale Acts am bunten Line-Up des Waves Vienna vertreten. Darunter befanden sich zum einen etablierte Größen wie die Indie-Rocker von Clap Your Hands Say Yeah und der ukrainisch-kanadische Pianist Ludomyr Melnyk sowie zum anderen vielversprechende Newcomer wie Oscar Jerome und der finnische Rapper View. Auch die australische Sängerin E^st sorgte mit erfrischenden Electronic-Indie-Vibes für gute Stimmung. Produzent Matthew Barnes alias Forest Swords überzeugte durch eindrucksvolle Visuals, Energiebündel J. Bernardt (Sänger der belgischen Indie-Band Balthazar) mit eingängigen R'n'B-Nummern und heißen Dancemoves. Im positiven Sinne aus der Reihe tanzten dafür Zeal & Ardor mit feinstem Black Metal und satanistischen Sklavengesängen.

Doch es gab bedauerlicherweise auch eine Reihe weniger spannender Shows. Ambient- und Elektro-Pop-Duos mit Frau an den Vocals und Mann an den Synthies sind gerade voll im Trend und waren auch am Waves Vienna in großer Zahl vertreten (Coals, April Red, Nite Jewel, Ba:zel etc.). Besonders herausstechen konnte keines der Zweiergespanne. Ähnlich verhielt es sich mit den vielen Singer-Songwritern (Milo Meskens, Albert af Ekenstam, I Am Stramgram uvm.), die bei einem so eng gestrickten Programm leicht in der Masse untergehen, da ihnen der Wiedererkennungswert fehlt.

Die Locations

Bis auf vereinzelte Off-Locations wie der eindrucksvollen Canisiuskirche, dem Schubert Theater und Isaac’s Pub waren alle Bühnen rund um die Festivalzentrale WUK angesiedelt. Das bot den Besuchern die Möglichkeit, bei vielen Acts kurz reinschnuppern zu können, ohne lange Wegstrecken zurücklegen zu müssen und somit wertvolle Zeit zu verlieren. Das war vor allem bei den kurzen Spielzeiten der Künstler sehr willkommen.

Leider konnten aber nicht alle Spielorte überzeugen. Im Clash herrschte während des Waves Vienna Normalbetrieb, weshalb man sich als Festivalbesucher für die Live-Acts am Wochenende gerade mal so zur Tür hineinquetschen konnte, in Isaac's Pub duftete es im versifften Keller dafür gewaltig nach Urin. Auch der Pfarrsaal stellte sich als große Niete heraus. Die Atmosphäre erinnerte mehr an ein Vereinslokal nach einer Party um 5 Uhr morgens als an eine gemütliche Konzertlocation.

Fazit

Das Waves Vienna 2017 hat das verflixte siebte Jahr überstanden und konnte in Hinblick auf die Pünktlichkeit der Acts und die Nähe der Locations im Vergleich zu seinen Anfängen deutlich Fortschritte machen. Lediglich die Auswahl der Live-Acts kam uns heuer eintöniger vor, als es in früheren Ausgaben der Fall war, aber daran lässt sich ja bei der achten Ausgabe arbeiten.

Bilder: © Petra Püngüntzky

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

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