BÜCHERBÖRSE

Greenleaf / The Atomic Bitchwax / Steak zelebrieren das Fuzz Pedal in der Arena

Greenleaf / The Atomic Bitchwax / Steak zelebrieren das Fuzz Pedal in der Arena © Erick Bäckwall (CC BY)

Pünktlich um 19:45 eröffnen Steak aus London den von Roadtrip to Outta Space veranstalteten Konzertabend, den Freunde des gepflegten Stoner Rocks bereits länger auf dem Schirm haben sollten. Schließlich spielten an diesem zweiten Adventsonntag ebenfalls das Monster Magnet-Nebenprojekt The Atomic Bitchwax sowie Greenleaf aus Schweden.

Bereits im Arena Außenareal hört man die tiefen Gitarrenläufe durch die Wände der kleinen Halle brummen. Steak spielen unglaublich laut und druckvoll, genauso wie man es erwartet, wenn man sich ihr neuestes Album "No God To Save" anhört. Die Briten spielen ihre Riffs gerne im tieferen Frequenzbereich. Visuell verdeutlicht wird dies durch die fehlende vierte (und damit höchste) Saite am Bass des Bassisten Cam. Nichtsdestotrotz haben die Songs der vier Londoner großen Wiedererkennungswert, was nicht zuletzt an den rockigen Vocals des Sängers Kippa liegt. Abschließend spielen Steak "Overthrow", den Opener ihres aktuellen Albums, und veredeln damit ihren ohnehin schon sehr starken Auftritt. Der hymnenhafte Song ist zweifellos eine der besten Erscheinungen im Stoner Rock Genre der letzten Jahre.

Nach einer sehr kurzen Verdaupause beginnen gleich The Atomic Bitchwax, die erst zwei Tage zuvor ihr neuestes Album "Force Field" veröffentlicht haben. Die Studioaufnahmen bestechen mit frischen und hyperaktiven Ohrwürmen. Live verzichtet das Trio hingegen größtenteils auf ihre Hits und präsentiert ihrem Publikum stattdessen lieber ihr technisches Geschick, mit dessen Hilfe die Songs beinahe ein schwindelerregendes Tempo erreichen. Der Band macht der Auftritt sichtlich Spaß, doch für die Dauer von 45 Minuten stellt diese Darbietung dann doch zu wenig Abwechslung dar. Das hat das Power Trio wohl ähnlich gesehen und daher zum Ende das Pink Floyd Doppel "Pigs on the Wing" und "Pigs" aus dem Album "Animals" gecovert. Besonders "Pigs" zeigte, wie sehr The Atomic Bitchwax begeistern können, wenn sie tatsächlich Songs spielen.

Um Punkt 22 Uhr beginnen die Headliner des Abends ihr Set mit "Trails and Passes", dem letzten Song des gleichnamigen Albums. Spätestens ab dem ersten Refrain sind die letzten Zweifel über die Wahl des Headliners verflogen. Auch wenn ihr aktuelles Album "Rise Above the Meadow" sicherlich keinen Innovationspreis verdient, schafft es die Band die Stärken ihrer neuen Songs wie "Howl" oder "A Million Fireflies" besonders live zu verdeutlichen. Der Sänger Arvid Jonsson schafft es mit seinen interessanten Gesangsmelodien und seiner unglaublich starken Bühnenpräsenz ihren Songs den nötigen Charakter zu verschaffen. Wie ein Löwe in einem zu kleinen Gehege trabt der Schwede stets zwischen Bassist Hans Fröhlich, sowie Gitarrist und Band-Chef Tommi Holappa umher. Mit "Rise Above the Meadow" wurden der Härtegrad sowie die Länge merklich hochgeschraubt. Zwischendurch gab es jedoch auch noch Platz für tanzbare Hits, wie "Our Mother Ash" und "The Golden Throne", an denen wohl auch Queens of the Stone Age Gefallen finden würden. Unter die tanzbaren Songs mischte sich auch eine Neuvorstellung, die, so Jonsson, von ihrem Produzenten als "Tight Jeans Shit" bezeichnet wurde, was ja nur Gutes bedeuten kann. Die emotionalen Highlights des Abends bildeten jedoch definitiv "Ocean Deep" sowie die Zugabe "With Eyes Wide Open". Hier zeigte Jonsson wieder das gesamte Register seines Könnens auf. Nach nur 75 Minuten beendeten Greenleaf ihren kurzen, aber sehr zufriedenstellenden Auftritt.

Den Veranstaltern von Roadtrip to Outta Space ist es wieder einmal gelungen, dem Hörer oder der Hörerin einen sehr starken und abwechslungsreichen Abend zu bieten.

Foto: Erik Bäckwall | fotoerik (CC BY)

Daniel Shatkin

Musikredakteur

Instagram: shachty

 

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