TRAINEEPROGRAMME

Steaming Satellites zelebrieren den Spacerock in der Wiener Arena

 "Back From Space" erschien am 13. April Gerald von Foris
"Back From Space" erschien am 13. April

Letzten Dienstag spielte die ursprünglich aus Salzburg stammende Indie-Rock Band Steaming Satellites ein Konzert in der ausverkauften Wiener Arena und stellte einige Songs ihres neuen Albums „Back From Space“ vor.

Den Abend eröffnet das aus Gitarrist und Schlagzeuger bestehende Duo namens „The Kiez“. Diese spielen kurzweiligen Indie-Rock, der sich durchaus hören lassen kann. Musikalisch bewegt sich die Deutsch-Amerikanische Formation zwischen Bands wie Klack Keys und Two Gallants. Das kurze Set macht durchaus Spaß, etwas mehr Eigenständigkeit würde dem Duo jedoch jedenfalls sehr guttun. Sollte sich die Band musikalisch weiter entwickeln könnte das ganz spannend werden.

Nach einer kurzen Umbaupause hüllt sich die Bühne ins Dunkle, doch bevor das Quintett die Bühne betritt kommt das Publikum noch in den Genuss „I’ll be Around“ von The Growlers in voller Länge hören zu dürfen. Max Borchardt erwähnte erst kürzlich in einem Interview, dass das momentan eine seiner Lieblingsbands ist und er sich einfach besser fühlt wenn er die Band hört. Diese Zeit kann man sich schon einmal nehmen um vor einem Auftritt in die richtige Stimmung zu kommen.

Dafür dauerte es anschließend nicht annähernd so lange um das Publikum in Staunen zu versetzen und zum Tanzen zu bringen. Die Salzburger beginnen den Abend gleich mit dem treibenden „The Sea“ aus ihrem Lieblingsalbum „The Mozart Moustache Affair“, nur um dies gleich darauf mit dem großartigen „Witches“ zu toppen. Angeschlossen wird mit „Electrify“ und „Call Me Whatever“, zwei der besten Songs des aktuellen Albums „Back From Space“. Live setzen die Musiker wesentlich stärker bluesig spacige Jams als am Album, ohne jedoch jemals zu drohen den Faden zu verlieren. Im Allgemeinen ist es diese Mischung aus Indie-Rock, Pop, Space-Rock und 70s Prog, die Steaming Satellites zu einer unverkennbaren und eigenständigen Band machen. Live funktioniert das ganze nochmal deutlich besser als auf dem Album.

An diesem Abend setzen die Salzburger wie gewohnt auf die Hitpower von „The Mozart Moustache Affair“. Glücklicherweise arrangieren sie viele ihrer Songs neu, alleine schon aufgrund der neu dazugekommenen zweiten Gitarre. Dadurch erreichen Songs wie „Spaceship“ oder „Tiny Monsters“ beinahe epische Ausmaße. Dass daneben waschechte Popsongs wie „Honey“ oder „Back From Space“ nicht fehlplatziert wirken zeigt, dass Steaming Satellites wirklich die Astronauten ihres ganz eigenen Kosmos sind. Der zweite Fokus des Abends liegt auf den neuen Songs, des erst vor einem Monat erschienenen „Back From Space“, welches ebenfalls beinahe komplett gespielt wird. Dazwischen werden glücklicherweise auch immer wieder Songs mit deren Live Darbietung nicht unbedingt zu rechnen war, wie beispielsweise das hypnotische „Monorail“, das spacige „Circles“ oder das Live sehr starke „Another Try“.

Ebenfalls nicht zu rechnen war mit einem Cover von „Fake Tales From San Francisco“ der Arctic Monkeys eröffnet. Während die Briten mittlerweile in den loungigen Gefilden ihres „Tranquility Base Hotel & Casino“ angekommen sind zelebrieren Steaming Satellites lieber ihre rockigen Anfangstage. Nach etwa 100 Minuten Spielzeit beenden die Musiker ihr furioses Konzert mit ihrem üblichen Rausschmeißer „Friends“. „Wir sehen uns bald wieder!“ sagt Max Borchardt zum Abschluss. Nach so einem Konzert, kann man darauf wirklich nur hoffen!

Daniel Shatkin

Musikredakteur

Instagram: shachty

 

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