TRAINEEPROGRAMME

Zwischen Punk, Rebellion und Familie: Olli Schulz live in Wien

Live-Programm voller Humor und Ehrlichkeit: Olli Schulz in der Wiener Arena Bild: © Jenna Dallwitz
Live-Programm voller Humor und Ehrlichkeit: Olli Schulz in der Wiener Arena

BILDLINK: http://www.ollischulz.com/bilder/

Ende Mai, genauer gesagt am 30., stattete der Hamburger Musiker Olli Schulz seinen Wiener Fans einen Besuch ab. Der mittlerweile in Berlin lebende Entertainer kehrte einen Monat später wieder zurück in unsere Hauptstadt, nachdem er im März einen Auftritt in MuTh Konzertsaal der Wiener Sängerknaben hatte, der, sagen wir mal, eher gemischte Gefühle bei dem Musiker ausgelöst hat. Gut, das MuTh war vielleicht nicht die beste Location für ein Konzert von Olli, da die Gegebenheiten dort eher weniger zum Mitfeiern vor und auf der Bühne einladen. Dem war wohl auch so, was Olli Schulz beim Konzert in der Arena so erzählte. Umso besser war es für ihn und seine Fans, dass er nun eben in der Arena den Zusatztermin kurze Zeit später hatte.

Der Singer-Songwriter, der neben seiner musikalischen Karriere noch als Schauspieler, Komiker und Moderator auf den Bühnen und in den Studios von Deutschland unterwegs ist, präsentierte an dem Abend einen Mix aus bekannten alten Nummern und Stücken seiner aktuellen Platte "Scheiß Leben, gut erzählt".

Begonnen hat die ganze Show gegen 20 Uhr. Olli betrat ohne großen Trubel, dafür unter tosendem Applaus die Bühne in der fast ausverkauften Arena und spielte den Opener "Das letzte Königskind" aus den guten alten Hund-Marie-Zeiten vom Album "Brichst Du mir das Herz, dann brech’ ich Dir die Beine". Ansprachen gab es zwischen den einzelnen Tracks natürlich auch. Der Familienvater gab Anekdoten aus seinem Vater-Dasein zum Besten, sprach über die deutsche AfD und das österreichsiche Pendant FPÖ und sich dafür aus, gegen das Establishment und den Rechtsruck zu kämpfen, dass mit Nazis diskutiert werden muss und, wie erwähnt, der etwas zurückhaltenden Stimmung beim letzten Konzert im MuTh. Dieser letzte Aspekt zog sich an dem Abend in der Arena wie ein Running Gag durch die Setlist und Olli bat auf seine gewohnt humorvolle Art und Weise öfters um Verzeihung für den Auftritt im März und gleichermaßen verzieh er auch den Wienern für ihre Zurückhaltung. Der Musiker, in dessen Herz immer noch große Portionen Punk, Rebellion und Unangepasstheit schlagen, überzeugte an dem Abend mit einer Vollblut-Musikalität, der er seit Jahrzehnten nachgeht und seinem komödiantischem Talent, das ihn in verschiedensten TV-Formaten berühmt gemacht hat, wie beispielsweise an der Seite von Joko und Klaas, Charlotte Roche oder Jan Böhmermann. Wie erwartet, kam die Unterhaltung an dem Abend an keiner Stelle zu kurz: Neben viel guter Musik mit ehrlichen Texten mit Humor gab es zahlreiche Interaktionen und Gespräche mit den Fans in den ersten Reihen, Instagram-Livevideos auf der Bühne, Konfettiraketen oder einen Besuch in der Menge, den Olli bei einem Lied genoss und inmitten der Menge performte. Klassiker, wie "Dann schlägt dein Herz" vom beigen Album (2005), "Wenn es gut ist" von der 2012er-Platte "SOS – Save Olli Schulz" oder "So muss es beginnen" vom Studioalbum "Feelings aus der Asche" (2012) reihten sich an neue Nummern wie "Schockst nicht mehr" oder "Schmeiß alles rein". Nach guten eineinhalb Stunden gab es noch eine ausgiebige Zugabe mit Olli alleine und sitzend auf der Bühne. Danach wurde seine vierköpfige Band wieder auf die Stage geholt und nach zwei Stunden endete das Konzert vom talentierten Geschichtenerzähler Olliver Marc Schulz. Vielen Dank und bis ganz bald Olli. Du hast es versprochen!

Michael Haller

Musikredakteur

michael.haller@unimag.at

Instagram: michaelhllr

bei UNIMAG seit Oktober 2013

 

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