BÜCHERBÖRSE

LANA DEL REY - „Born To Die“

  • geschrieben von Lukas Fischnaller
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Borntodie c Nicole NodlandLobende Worte, die wenig gesteigert werden können: Zeitgemäße Popmusik in Sixties-Manier, verzaubernd verruchte Stimme, Retrostyle und irgendwie Hollywood-Chic.

Die Rede ist von Lana Del Rey, jener 25-jährigen New Yorkerin, die im Web groß geworden ist. Irgendwas zwischen Neo-Amy & Anti-Gaga, dennoch eine Kunstfigur, die noch vor Veröffentlichung des Albums extremst gehypt wurde. Jetzt wo das Album da ist, herrscht Uneinigkeit. Aber der Reihe nach.

 

LanaDelRey C Nicole NodlandVor rund sieben Monaten tauchte ein Video mit körnigen und verwackelten Bildern auf der Internet-Plattform YouTube auf. 'Video Games' verbreitete sich rasend schnell und begeisterte Musikkritiker auf Anhieb. Die als Sensation des Jahres gefeierte New Yorkerin hatte bereits vor rund drei Jahren eine CD als Lizzy Grant, wie Lana Del Rey eigentlich heißt, veröffentlicht. Nur damals wollte sie niemand hören. Jetzt scharte sie das erfolgreiche Produzententeam Guy Chambers und Eg White um sich und bringt mit „Born To Die“ ein Album auf den Markt, das durchaus Potential zu mehr gehabt hätte. Die überladene Perfektion im Pop, die das Album in all seinen Facetten bringt, zeigt sich musikalisch leider nicht übermäßig abwechslungsreich. Am ehesten reizvoll sind die bereits bekannten Hits wie 'Born To Die', 'Blue Jeans' oder eben 'Video Games' im ersten Teil der Platte. Der Rest ist irgendwie x-beliebiges Zeug: der gerappte R’n’B-Track 'National Anthem' (das Streicher-Intro wurde bei 'Bitter Sweet Symphony' abgekupfert) und 'Diet Mountain Dew' stechen da am ehesten hervor. Bei den Tracks von 'Radio' und 'Carmen' geht den Machern irgendwann einfach die Luft und die Ideen aus und die Titel werden leider belanglos. Oder man schaltet zum nächsten Titel, der - wie alle anderen auch – nur so von Liebe, Sehnsucht und tiefen Gefühlen strotzt.

 

LanaDelRey2 C Nicole NodlandEinen Pluspunkt bekommt ihre traurig-verruchte Stimme, die sehr eindringlich ist. Ihr dunkles und kräftiges Timbre - Lana Del Rey selbst nennt diesen Stil „Sadcore“ - verführt die Ohren in eine tiefe Melancholie. Abzüge gibt es aber wegen der Über-Instrumentalisierung aus Harfen, schwermütigen Synthie-Geigen und deren Kombination mit modernen Beats, welche die Titel fast erschlagen.

 

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