BÜCHERBÖRSE

Trevor Jackson presents Metal Dance

  • geschrieben von Anne-Marie Darok
  • Drucken
  • eMail

Trevor Jackson C Ali KepenekDer Londoner Allrounder Trevor Jackson steht für seine Compilations und Remixes nicht allzu bekannter, aber durchaus tanzbarer elektronischer Musik. Auf seinem neuen Werk „Trevor Jackson Presents Metal Dance“ gräbt er in den Fossilien urtümlicher Electronica von 1980 bis ’88.



Let's do the Metal Dance!

Dabei präsentiert er die Funde, die für ihn als die Rohdiamanten der Industrial, EBM (Electronic Body Music) und der Post Punk-Szene gelten. Unter dem Schlagwort „Metal Dance“ fasst er diese sehr ähnlichen, weil artverwandten, Musikstile zusammen. Es ist die dunkle, bedrückende und manische Seite, der sonst so kitschigen und aalglatten ‘80s. Der Batcave Club in London hat so seine Einflüsse auf die düsteren Musikerseelen gehabt, auch wenn nach einigen Jahren die Luft raus war. Klar, dass dessen Überlende Alien Sex Fiend nicht auf solch einer Compilation fehlen dürfen.

Auch Cabaret Voltaire, SPK und Nitzer Ebb, die Koryphäen des Industrial der ersten Stunde sind, poltern, raunzen und kloppen in gewohnter Manier. Vor allem der titelgebende Track „Metal Dance“ von SPK vereint die Tanzlust der zappelnden, und wahrscheinlich vollgedröhnten Meute, die nicht in Clubs sondern in dunklen Kellergewölben feierte. Schön ist auch zu sehen, dass auch die Deutsch Amerikanische Freundschaft kurz DAF und die Einstürzenden Neubauten als Vertreter der deutschen elektronischen Musik, nicht vergessen wurden.

Unausgewogen, aber fetzig

Der Opener „The Bubblemen Are Coming“ aus 1988 ist solider und recht zugänglicher Post Punk, leider ist er hier auch der einzige seiner Art, obwohl die Verpackung mehr verspricht. Der Schwerpunkt liegt auf dem schleichenden Brutalen einer Industrial-Gitarre, die sich in ekstatischer Verzückung windet. Neben diesen Energiebomben gibt es aber auch Tracks, die eher wie leicht melancholische Pet Shop Boys klingen. Oder eben Electro-Geplänkel à la Sigue Sigue Sputnik, nur härter, denen nachgesagt wurde sich mehr um ihr schräges Aussehen zu kümmern, als um die Tiefe der Musik. Leider nehmen jene Songs den Platz von wirklich außergewöhnlichen Musikern weg. Gary Numan, Throbbing Gristle und Cindytalk sind nur Drei von Vielen.

Nach längerem Einhören entdecken geduldige Zuhörer immer neue Details, doch einige Songs wird man trotzdem immer weiterschalten. Trotzdem muss Jackson zu Gute gehalten werden, Wissenslücken füllen zu wollen. Er will einfach so viel Ungewöhnliches auf zwei CDs vereinen, dass er aber ein bisschen den Flow aus den Augen verliert.


 

Log in or create an account

fb iconLog in with Facebook