BÜCHERBÖRSE

EMA konzertiert in Wien

  • geschrieben von Michael Leitner
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EMA1 C EMADie amerikanische Singer-Songwriterin Erika M. Anderson, besser bekannt als EMA, dominierte im vergangenen Jahr die Schlagzeilen zahlreicher Indie-Musik-Blogs. Mit ihrem irgendwo zwischen Drone, Folk und Noise Rock angelegtem Sound, über den sie ebenso depressive wie poetische Texte legt, war sie bereits vergangenen September einer der Headliner beim Waves Vienna Festival. Nun kommt sie zurück nach Wien und spielt am 26.05. im Flex.


Früher Frontfrau der Gowns

Noch bevor Anderson solo unterwegs war, verarbeitete sie ihre düsteren Gedanken mit der Band Gowns, die es in fünf Jahren Bestehen zwar immerhin zu einem von Kritikern sehr anerkannten Album („Red State“), aber nie zu einem breiteren Publikum schafften. Der Marketingabteilung kann das aber nicht in die Schuhe geschoben werden. Der experimentelle, bewusst eher unmelodische Folk bzw. Folk-Drone Sound war wohl nie für eine größere Masse bestimmt. Auch der Solo-Output von EMA, in dessen Zentrum das letztjährige Debütalbum, „Past Life Martyred Saints“steht, wird wohl kaum in die Mainstream-Radios vorstoßen. Dennoch sind große Teile des Albums durchaus zugänglich. Opener und absolutes Highlight des Albums, „The Grey Ship“, schafft einen siebenminütigen Spagat zwischen Folk, Rock, Pop und, ja, Ohrwurmtauglichkeit. Dem Sexappeal des Noise-Rock-Stückes „Milkman“ kann man sich kaum entziehen, „Breakfast“ist eine Rock-Ballade und „Marked“ darf, nach etwas Anlaufzeit, getrost als Pop bezeichnet werden.

 

California als Streitpunkt

Für viel mehr Aufregung und Diskussionen als die anderen acht Songs des Albums zusammen sorgte aber „California“. Bedrohliche Drum-Schläge, ein minimalistisches Folk-Drone-Arrangement und irgendwo herumschwirrende Violinen erzeugen eine zugleich hässliche und faszinierende Soundlandschaft, die sich von Melodie so weit wie möglich fernzuhalten scheint. Dass dann noch ein an Arroganz grenzendes Musikvideo dazukam, trug nur noch mehr zur Polarisierung des Liedes bei. Von vielen wurde „California“ zum Anlass genommen, um den vermeintlichen Snobismus der Hipster-Gemeinde noch stärker zu unterstreichen. Diese aber beharrte vehement auf den intellektuellen Wert des Songs, der dann schließlich bei der Indie-Review-Größe Pitchfork auf Platz 3 der besten Lieder des Jahres gesetzt wurde. Weitgehend unumstritten sind bei EMA nur die Texte, die manchmal Gefühle nur durch poetische Umschreibungen implizieren und sie andere Male wiederum direkt ansprechen. So stehen einzigartige Zeilen wie „Fuck California, you made me boring“ oder „Blue sky is silver blue sky is grey“ neben so direkten Geständnissen wie „These drugs are making me so sad and I can’t stop taking them in“.

EMA2 C Man AliveTickets im neuen PSI Music Shop

Das Konzert von EMA am 26.05. im Flex sei all jenen empfohlen, die keine Angst vor Musik haben, die sich selbst als intellektuell definiert. Garantiert am günstigsten gibt es die Tickets im neuen Online-Shop des Veranstalters PSI Music. Für 17,40Ä pro Stück sind sie unter http://www.psimusic.com erhältlich, und direkt von zu Hause aus ausdruckbar.

 

http://www.youtube.com/watch?v=RjSOcoDJYQg

 

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