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Von der Privatparty bis zur Techno-Ekstase

dimlite sartorius springfestival C simon gruberPlatzte die Helmut-List-Halle beim Eröffnungskonzert aus allen Nähten war der Andrang Donnerstag Abend, zumindest am Anfang, schon beinahe peinlich. Der zweite Tag des viertägigen Festivals galt auch in der Vergangenheit schon als schlecht besucht.

 

Publikum und Securities hielten sich in einem ausgeglichen Verhältnis. Der Auftritt von Dimlite verbreitet das Gefühl einer Generalprobe unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Dimitri Grimm, wie Dimlite mit bürgerlichem Namen heißt, spielte ein Set aus psychedelisch angehauchtem Rock, “gestohlenen” Hip-Hop-Beats und wurde dabei von Julian Sartorius, live an den Drums, unterstützt.


Keine World Wide Show wie üblich

peterson zinger springfestival C simon gruber.jpgErst beim Auftritt von Gilles Peterson füllte sich die Halle allmählich. Regelmäßigen FM4-Hörern ist Gilles Peterson mit seiner sonntäglichen World Wide Show sicherlich ein Begriff. Der in London aufgewachsene Peterson gilt als einer der Begründer des “Acid Jazz”, ein Genre das Stilelemente aus Jazz und Funk kombiniert. Der 48-jährige überraschte mit einem temporeichen Set, das die meisten Zuseher sicherlich nicht erwartet haben, zumindest diejenigen nicht, die Peterson nur von seiner World Wide Show kennen. Einen großen Anteil an der verbesserten Stimmung hatte neben der musikalischen Darbietung von Peterson vor allem MC Earl Zinger! Zinger schaffte es, das äußerst träge Publikum zum Tanzen zu verleiten, ein Umstand der Dimlite trotz aller Bemühungen nicht gelungen ist. Als die letzten Töne des Peterson-Sets ausklangen, leerte sich die Halle allerdings schnell wieder.

Den Festivalbesuchern, die den beschwerlichen Weg in die Helmut-List-Halle am Donnerstag-Abend nicht auf sich genommen haben, bot sich am Freitag im Dom im Berg eine weitere Gelegenheit, Peterson hinter den Reglern zu bestaunen und sich von seinen Sounds in die südliche Hemisphäre entführen zu lassen. Gilt die Helmut-List-Halle bei den Festivalbesuchern als unbeliebt, da weit abgelegen von den üblichen Veranstaltungsorten, kommt die Stadthalle hier deutlich besser weg. Am Freitag bot sich hier, unter dem Motto “Thank God It’s Friday”, ein abwechslunsgreicher Abend der von drei Live-Performances geprägt wurde: Little Boots, The Shoes und Modeselektor!

 

Pop, Dance & Ekstase

Die Elektro-Popperin Little Boots schaffte es, gemeinsam mit ihrer Band, die große Stadthalle in ein gemütliches Wohnzimmer zu verwandeln. Die Stadthalle war in warme Farbtönen getaucht und glücklich tanzende Menschen erweckten eher den Eindruck einer WG-Party als eines Konzerts in der größten Halle der Stadt. Leider hat Victoria Hesketh, wie Little Boots eigentlich heißt, nur Songs aus ihrem 2009er Album gespielt, angeblich wird aber bereits eifrig am Nachfolgealbum gearbeitet. Heute gibt es ein Little Boots DJ-Set in der Postgarage.

Nach Little Boots betraten dann The Shoes die Bühne und legten tempomäßig einen Zahn zu. Im aktuellen Video zu ihrer Single “Time To Dance” verpflichteten sie Jake Gyllenhaal, den Schauspieler aus Source Code. Im Video spielt er einen Serienkiller der reihenweise Menschen ermordet, unterlegt mit den gut tanzbaren Beats von The Shoes, eine etwas makabere Angelegenheit. Das Lied rief, auch ohne dazugehöriges Video, in der Halle Ekstase hervor!


Als Highlight des Abends ist sicherlich das DJ-Duo Modeselektor aus Berlin zu nennen. Eine extravagante Bühnenshow, kombiniert mit knallharten Elektrobeats und Neon-Visuals brachten die Stadthalle zum Kochen. Nach soviel auspowern hatte sich das Publikum die Sektdusche wahrlich verdient! Prost!

 

 

 

 

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