BÜCHERBÖRSE
Fehler
  • JUser: :_load: Fehler beim Laden des Benutzers mit der ID: 49

Springfestival Tag 4 und Fazit

toddla t c simon gruberDer vierte und gleichzeitig auch letzte Tag des springfestivals stand ganz im Zeichen der Briten. Typisch britische Genres wie Garage, Grime, Drum and Bass sowie Dubstep wurden in der Grazer Stadthalle zu einem wunderbaren Soundteppich verwoben. Auch im Fußball haben die Briten gewonnen. Aber alles der Reihe nach.


Ms. Dynamite vs. Champions League

Ms. Dynamite ist sicherlich allen mit ihrem 2002er-Hit “Dy-Na-Mi-Tee” ein Begriff. Umso trauriger, dass sie gegen die Live-Übertragung des Champions League Finalspiels antreten musste. Doch Ms. Dynmaite nahm dem Publikumsschwund gelassen, und heizte - eventuell auch aus Protest - noch mehr ein! Nachdem das Finale dann vorüber war, durfte Toddla T die Bühne betreten, und die Halle füllte sich schnell.

 

Toddla T
Mit seinen 27 Jahren steht Thomas Mackenzie Bell alias Toddla T erst am Anfang einer großen Karriere. Trotzdem hostet er schon seine Radioshow auf BBC Radio 1. 2009 durfte er die Decks des legendären BBC Radio 1 Essential Mix übernehmen, und erspielte sich so ein breiteres Publikum in der Grime/Dubstep/Drum and Bass - Szene.
In Graz sollte Toddla T eigentlich nur ein DJ-Set spielen, herausgekommen ist allerdings eine Live-Show die vollends überzeugt hat. Toddla T belustigte das Publikum mit seinen obskuren Verrenkungen - er zeigte an den Decks vollen Einsatz - doch der Stimmung tat das keinen Abbruch. Im Gegenteil, eingepeitscht von zwei MCs tanzte sich das Publikum durch den Abend. Auch die Visuals sollen nicht vergessen werden, comichafte Bilder auf der Riesenleinwand verliehen dieser Party eine passende Atmosphäre. Wer sich eine kleine Vorstellung über die Show machen möchte, sollte sich das Album “Watch me Dance” von Toddla T besorgen und dann dürfte alles klar sein!

 

foreign beggars orifice vulgatron c simon gruber

Foreign Beggars
Auch der nächste Act des Abend war ein ganz großer. Foreign Beggars, genretechnisch irgendwo zwischen Hip-Hop, Grime und Dubstep zu verorten, brachte die, von Toddla T und Supportern, aufgeheizte Menge endgültig zum Kochen! Die Foreign Beggars-MCs Orifice Vulgatron sowie Metropolis wechselten sich bei ihrer Performance immer schön brav ab, ein bisschen mehr Kollaboration wäre allerdings schön gewesen.  Leider schafften sie es nicht die Menge nach ca. 45 Minuten noch bei Laune zu halten und die Halle leerte sich wieder.
Ein paar verschiedene Beats mehr, sowie Konversation mit dem Publikum die über “Graz Crew, I can’t here you” und “Springfestival, make some f*ckin’ noise” hinausgeht wäre sicherlich möglich gewesen. Das ist natürlich besonders bitter, denn Foreign Beggars überzeugen normalerweise bei ihren Live-Shows, doch ihr Auftritt war immer noch viel besser als die zwei Herren denen ich mich im nächsten Absatz widmen möchte.


Skream & Benga

sargent pokes benga skream c simon gruber1

Ja, mit diesen Namen werden Erwartungen verbunden, durchwegs positive sogar. Skream & Benga waren zwar nicht als Live-Acts angekündigt, aber beide haben ihre Decks nicht einmal verlassen, wie angeklebt verharrten sie dahinter. Erwartet hatte ich ein dubsteplastiges Set der Beiden, dort sind sie immerhin “zu Hause”, geworden ist es genau das Gegenteil, eher in die leicht billige Großraumdisko-Musik gehend. Stimmung machten hingegen die MCs, Sgt. Pokes sowie Youngman, doch auch sie hatten  gegen ein schwindendes Publikum anzukämpfen. Angekündigt wurde der Abend groß als “Closing Night”, bei der auch das Finale der UEFA Champions League via Public Viewing übertragen wurde, trotzdem schwand das Publikum in der Stadthalle zusehends. Skream & Benga haben sicherlich ihren Teil dazu beigetragen.


Fazit

Mein letzter Festivalbesuch in Graz war im Jahr 2010. Seitdem hat sich einiges verbessert. Musste ich 2010 noch ewig vor viel zu kleinen Locations, zumindest für die angekündigten Namen, warten, hat sich mit der Anmietung der Helmut-List-Halle sowie der Stadthalle die Situation deutlich verbessert, jetzt müsste nur noch das Publikum kommen.
Was sich allerdings dramatisch verschlechtert hat, ist der Shuttle-Bus-Service. Es ist nicht ausreichend, einen kleinen Bus vor die Stadthalle bzw. die Helmut-List-Halle zu stellen, und der fährt dann, zumindest laut Fahrplan, nur alle fünfzehn Minuten. In der Realität sah die Situation noch viel schlechter aus. Auch wenn Graz keine große Stadt ist, um zu Fuß zwischen den Locations hin- und herzupendeln, ist sie definitiv zu groß! Jedes Mal auf ein Taxi angewiesen zu sein, mag in Graz vielleicht Usus sein, dem internationalen Flair, das beim springfestival von den Veranstaltern so gerne beworben wird, schadet diese Situation allerdings massiv.

 

Log in or create an account

fb iconLog in with Facebook