BÜCHERBÖRSE

BOY: Wunderbarer Indiepop

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BOY

BOY – das sind die beiden Musikerinnen Sonja Glass und Valeska Steiner. Zusammen machen  ganz wunderbaren Indiepop, der einen schnell ins Schwärmen kommen lässt. Das Interview.

Ihr Album „Mutual Friends“gewann Preise und Chartplatzierungen ohne Ende, die Über-Single „Little Numbers“ kann inzwischen wohl fast jeder mitsingen. Nebenbei spielen die beiden sehr schöne Konzerte und sind dazu noch bildhübsch und wahnsinnig nett, wie wir in einem kleinen Gespräch mit den beiden erfahren durften.

Hallo ihr beiden. Ihr seit schon seit Jahren als Musikerinnen unterwegs, und jetzt stellt sich mit BOY ganz plötzlich der große Erfolg ein. Wie erlebt ihr gerade das Ganze?
Valeska: Irgendwie ist es komisch, denn wir machen ja eigentlich nichts Neues und anderes als seit Jahren, Musik. Aber irgendwie hat sich um uns herum alles geändert.

Sonja: Und obwohl das Ganze noch greifbar und überschaubar ist, merkt man  schon, dass sich das Leben plötzlich sehr verändert. Wir spielen zum Beispiel noch immer die kleinen Venues und Clubs, aber auf einmal sind da dann  auch Gigs vor 1000 Leuten.  Da merkt man dann, dass irgendetwas anders  ist.

Euer Album „Mutual Friends“ klingt ungemein positiv und optimistisch, gar nicht krisenbehaftet, wie ein Großteil der momentanen deutschen Popmusik. War euch das wichtig, dass das Album so klingt oder kam das einfach und so?
Valeska: Das zu hören,  ist schön, weil wir „Mutual Friends“ auch so empfinden. Wir haben aber auch schon Leute gehört, die zu uns meinten, dass sie das ganze Album als ganz melancholisch und traurig empfinden. Ich glaube, dass da am Ende jeder das raus hört, was seinem momentanen Gemütszustand entspricht.

Sonja: Wir wollten schon ein positives Album machen, klar. Aber ich glaube, dass man das gar nicht so bestimmen kann. Wir hatten zu der Zeit, als wir geschrieben und aufgenommen haben, eine sehr gute Phase und ich finde, dass man das auch sehr hört, dass es uns unglaublich gut ging und geht.

Ihr habt alles in allem mehr als zweieinhalb Jahre an eurem Album gearbeitet, den Schaffensprozess aber immer wieder durch Touren und Konzerte „unterbrochen“. Hat das das Album teils beeinflusst? Klingen jetzt Songs auf dem Album ganz anders, als eigentlich mal geschrieben?
Sonja: ich glaube, die Musik in ihren Grundstrukturen an sich, wurde davon nicht wirklich beeinflusst. Was bei den Aufnahmen völlig neu und anders war, war dass wir auf einmal mit einer Band die Songs eingespielt haben. Der Großteil der Songs wurde so komponiert und runtergebrochen, dass wir die zu zweit und akustisch spielen können. Wir konnten uns ja keine Band leisten. Mit Band hat sich das schon verändert.

Valeska: Ja, das auf jeden Fall; wir haben angefangen, musikalisch rumzuforschen und so gibt es zum Beispiel von unserer zweiten Single „Waitress“ 12 verschiedene Versionen aus der dann das entstanden ist, was man jetzt auf dem Album hört.

Der erste Song auf „Mutual Friends“ beginnt mit der Zeile „this is the beginning of anything you want“, ist das, was ihr jetzt tut und wie ihr es tut, das was ihr immer wolltet?
Sonja: Das was wir jetzt erleben und schon erlebt haben, sicher auch das, was noch kommt, ist irgendwie wie eine Reise oder ein Abenteuer, welches wir zusammen erleben und wir fühlen uns dabei irgendwie „angekommen“. Auch, weil es vielmehr ist, als wir uns je erhofft haben.  Momentan fühlt sich das an, als würden wir ans Ziel einer langen Etappe kommen, ein persönlicher Meilenstein.

Valeska: Ja, und auf jeden Fall ist es das, was wir wollten und so wie es jetzt ist, ist es so gut, wie es nur werden konnte.

Wenn man Boy, die Band und euch so als Außenstehender mitbekommt, wirkt alles unglaublich persönlich, warm und familiär, aber ohne, dass man das Gefühl bekommt, ihr gebt viel von euch preis. Braucht ihr das, um arbeiten zu können?
Valeska: Total! Das ist eine so wichtige Grundlage, dieses sich nah sein und sich gegenseitig voll zu vertrauen. Das ist nicht nur zwischen Sonja und mir, sondern auch mit unserer Band und allen, die uns sonst täglich umgeben. Das hilft sehr dabei, sich wohl zu fühlen, trotz des vielen Unterwegsseins und dem aus Koffer leben. Und anders, glaube ich, kann man sich einfach nicht frei bewegen.

Das Album „Mutual Friends“ ist 2011 auf Grönland Records erschienen (www.listentoboy.com) BOY Live: Im Rahmen des Stuck! Festivals vom 03. – 04. August im Rockhouse Salzburg (Tickets:  www.facebook.com/STUCKFESTIVAL)

Louise Lässig

Louise Lässig | Redakteurin

louise.laessig (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: September 2011

 

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