BÜCHERBÖRSE

Anti-Fa:Pro-Love

copyright: flickr_bombay_hiphop
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Die Protestmusik behandelte von den 1960ern bis in die 1970er Jahre den Krieg und wurde durch folkige Klänge zum Ausdruck gebracht. Wie das Ruhige zum Wilden wurde, erfährt ihr in der nächsten Ausgabe.

„Mother, mother, there’s far too many of you crying. Brother, brother, there’s far too many of you dying“. Diese Zeilen stammen aus „What’s Going On“ von Marvin Gaye, einem der wichtigsten Sänger der 1960er Motown-Ära. Sein gleichnamiges Konzeptalbum handelte vom Vietnamkrieg, Drogen und der unterdrückten, schwarzen Bevölkerung Amerikas. Das Genre „Protestsong“ hatte zwar schon früher das Licht der ungerechten Welt erblickt, doch Gayes Klassiker markierte einen wichtigen Abschnitt des Genres.

Vietnamkrieg inspiriert zu Folk
Der Vietnamkrieg hatte ca. drei Millionen Tote gefordert, die amerikanischen Musiker antworteten mit Antikriegssong. So ziemlich alle mit Akustikgitarre, und überzeugt von ihrem Motto: Make love not war! Ihnen gegenüber standen die Befürworter des Kriegs, meistens die ältere Generation.bob dylan - der bekannteste vertreter des folk rock  flickr ky olsen

Die Musikrichtung die von Bob Dylan und dessen Nacheiferern kultiviert wurde, war Folk-Rock. Sie inspirierten auch die aufgewühlten europäischen Staaten. Obwohl sich die „Ökos“, „Folkies“ und Linken der BRD an den amerikanischen Vorbildern orientierten, war ihr größtes Feindbild der Kapitalismus, was mit Amerika gleichgesetzt wurde.

DDR und BRD
Auftrittsverboten geahndet wurden. Während die Musik in der DDR sich mehr auf die Melodien konzentrierte, war der Folk der BRD nur Mittel zum Zweck, so dass jedes Fitzelchen Kommerz und Inszenierung mit Argwohn betrachtet wurden. Mit dem Fall der Mauer wurde die Folkszene durchgewirbelt, doch der Kern dieser recht trostlosen Klimperei hielt sich bis in die Mitte der 1980er.

Anne-Marie Darok

Anne-Marie Darok | Redakteurin

Musik, Mode und auch ein bisschen Film - solange Adjektive nicht verboten sind, wird gerne über das (fast) komplette Kulturspektrum berichtet

anne-marie.darok (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Mai 2011

 

 

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