BÜCHERBÖRSE

Mother's Cake – Creation's finest.

Um es kurz zu machen: „Creation's finest“ ist für mich das potenteste Rock Newcomer-Album des Jahres 2012. Die drei Jungs aus Tirol verstehen es so gut, aus den Perlen des musikalischen Erbes des Rock einen Sound zu konzipieren, der einfach fetzt. Als ob sie es schon immer gegeben hätte. Da wirkt nichts dilettantisch, Zitate durchweben den 12 Tracks langen Klangteppich. Von AT THE DRIVE IN bis PORCUPINE TREE reicht die Spannweite der Einflüsse, ohne irgendeinen Plagiatsbeigeschmack. Vielleicht hat ihn auch deshalb der THE MARS VOLTA Keyboarder Ikey Owens beim Album unter die Arme gegriffen. Wie die Zusammenarbeit mit dieser Größe des ProgRock war, wo ihr sie hören könnt und vieles mehr haben sie uns im Interview verraten.

Mit Gewinnspiel.

 ...zum Erfolg und zur Arbeit am Album!

 Die Band gibt es seit 2008. Wie habt ihr euch zusammengefunden? Hattet ihr vorher andere Bands? Woher kennt ihr euch?

Der Vibe eines Trommelkreises, diverser Suchtmittel, 4 Hero und später auch the Mars Volta führten uns zusammen. Das wir uns dann tatsächlich am nächsten Tag zu einer Jam aufgerafft haben und dafür auch noch ins 60 km weit entfernte Pitztal gefahren sind, grenzt an ein Wunder!  Ich (Jan) hatte nur Coverbanderfahrung und war Meister sämtlicher ACDC Songs während Yves und Benni durch ihre Erfahrung mit Brainwashed schon richtige Bühnenroutiniers waren.

 Der erste Erfolg kam durch euer Video zu „realtricked me“ auf goTV. Wie fühlt es sich an, immer mehr öffentliche Aufmerksamkeit für euer Schaffen zu bekommen?

 Wenn man wie wir Musik macht, die bewusst dazu neigt, den gewohnten Rahmen zu sprengen, freut man sich natürlich besonders wenn auch größere Plattformen Interesse zeigen und anfangen, über deine Musik zu berichten. Wir hoffen natürlich, dass noch mehr dazu kommt ...

 Das Video zu „Soul Prison“ ist sehr professionell gemacht – wie seid ihr dazu gekommen, und wie lange hat der Dreh gedauert/was gab es erzählenswertes?


Es gab eine Idee, die Motivation stimmte und Geld war NOCH genug vorhanden. Die Professionalität ist vor allem dem Kameramann und Regisseur Stefan Krösbacher zu verdanken, der mit diesem Video den Nagel auf den Kopf getroffen hat.

 

Was hat es mit eurem Maskottchen auf sich?


Spinal Tab hatte Stonehenge. Wir haben ne Fratze. Ist doch geil!

 

Im November erscheint euer Album „Creation's Finest“ wie lange habt ihr daran gearbeitet, wie seid ihr auf das Label gekommen?

 

Rechnet man von der ersten Note bis zur letzten Einschweißhülle, käme man auf gut 2 Jahre. Die reine Produktionszeit beträgt allerdings auch gut ein Jahr. Gut Ding braucht nun mal Weil.

 

Wie war die Zusammenarbeit mit Ikey Owens? Wie kam die Zusammenarbeit zustande und wie viel von ihm steckt in eurem Album?

 

Wir hatten das Glück das eine befreundete Band ( Milk + ) ihr komplettes Album mit ihm produziert hat. Dort haben wir einfach mal im Studio vorbeigeschaut und siehe da: Auch solche Kaliber sind nur romantische Musikfanaten, die immer Lust haben bei einer geilen Nummer ein Solo zu spielen. Die eigentliche Zusammenarbeit lief ganz bequem übers Internet ab. Ein dreifaches Hurra auf Skype, Dropbox und Konsorten!

 

Warum habt ihr „Soul Prison“ als Auskopplung gewählt, obwohl es musikalisch eher eine Alleinstellung auf dem Album hat?

 

Einerseits, weil sich „Soul Prison“ wunderbar zu einer Single-Version (ca. 04’30’’) schneiden ließ und andererseits auf dem Album mit Outro in einer extended Version (ca. 10’00’’) wiederum eine Alleinstellung hat. Somit bleibt der Song etwas Neues, Frisches und Besonderes, auch wenn ihn die Leute schon seit August kennen.

 

Wer schrieb „Pans Requiem“ und woher kam der Entschluss, ein instrumental-orchestrales Stück auf das Album zu geben?

 

Da ich meine ersten musikalischen Erfahrungen mit der Violine sammelte war immer schon klar, dass wir unbedingt das staubige Ding mal wieder aktivieren sollten. Die harmonische Idee zu Pan’s Requiem kam von Yves. Den Streichersatz und das Arrangement tüftelte ich dann mit meiner Geige aus. Solche ausgefallene Momente erzeugen unserer Meinung nach Spannung und gehören auf ein abwechslungsreiches Album.

 

Vorbilder, Erwartungen und Einflüsse!

 

Euer Album hat eine sehr weite Genre-Spannweite. Wie entstand der Sound von Mother's Cake?

 

Ich denke das kann man recht einfach darauf zurückführen, dass wir uns schon beim Hören nicht großartig einschränken. Von Klassik bis zur Volksmusik hören wir uns fast jeden S..... an. Leider hat, ganz zum Leid unseres Managers, noch keiner einen richtigen Zugang zum Punk gefunden. Schön, dass er uns trotzdem mag.

 

Was sind eure privaten Topkünstler, wer inspiriert euch?

 

Seit Benni sich letztens einen echten Dalí ins Klo gehängt hat, hört er einfach nicht auf von ihm zu schwärmen. Ich bin mehr der van Gogh Typ während Yves total auf die Beatles abfährt.

 

The Mars Volta scheint eine Konstante in eurer Bandbiographie zu sein. Ihr habt euch beim Jammen zu Mars Volta kennengelernt, euer Sound ist durchwoben mit Zitaten und beim Aufnahmeprozess war sogar deren Keyboarder dabei. Wieviel Mars Volta ist in Mother's Cake?

 

Es steckt vor allem ihre Philosophie in uns. Ihr Sound ist ehrlich und hat das gewisse „Scheiß drauf“. Das ist das Einzige was wir uns für unsere Songs vornehmen. Wie ein Song dann wird ist dann vor allem situationsabhängig.

 

Yves Stimme reiht sich in die Lagen der großen Bands der 70er, wie Robert Plant, Ian Gillan und Co ein, inwieweit gibt seine Stimme der Band die Soundrichtung vor?

 

Bei uns entstand bisher immer die Stimme zum Sound und nicht umgekehrt. So gesehen passt sich die Stimme an den Sound an. Dank der Zusammenarbeit mit unserem Produzenten Georg Gabler reiften die vorher meist improvisierten Gesangslinien zu klaren Melodieführungen und Strukturen, wodurch die Stimme ihren Platz im Album gefunden hat.

 

Wie sehr geht es euch auf den Arsch mit The Mars Volta, Led Zeppelin und Co verglichen zu werden?

 

Wer ein Album produziert, dass bis oben hin voll mit Anlehnungen an diese Größen gespickt ist, kann sich nichts anderes erwarten. Eigentlich fühlen wir uns viel mehr geehrt wenn solche Assoziation entstehen! Gespannt darf man sein ob das bei einem 2. Album auch noch so sein wird.

 

Wie entsteht ein Song bei euch?

 

Durch das mühsame auswerten unseres Tascam Aufnahmegerätes, dass mittlerweile ca. 750 Aufnahmen, die bis zu einer Stunde lang sein können, ausgespuckt hat. Ihr könnt euch vorstellen wie viel da in Vergessenheit gerät und nie weiter bearbeitet wird. Der glückliche Rest wird verfeinert, kräftig gewürzt und lange stehen gelassen.

 

.Lokalbezug und Ankündigungen!

 

Ihr seid Tiroler. Habt ihr vor, in Innsbruck zu bleiben, was sind eure Pläne für die Zukunft neben der Band?

 

Noch fühlen wir uns pudelwohl im Alpenland. Vorraussagen, wo wir vielleicht in 5 Jahren leben sollten, können wir natürlich nicht. Da wir relativ anspruchslos sind, könnte das überall sein. Es sollte eine Gegend mit mindestens 360 Sonnentagen, günstigen Mieten, riesigen Proberäumen, perfekter Infrastruktur und einer boomenden alternativen Szene sein, damit wir den Umzug in Erwägung ziehen.

 

Wie wichtig ist für euch die Tiroler Fanbase?

 

Enorm wichtig natürlich. Zwar versuchen wir ganz bewusst, uns gerade in Innsbruck ein wenig rar zu machen. Das machen wir aber auch nur, um den Leuten einen Grund geben können, auf unsere Konzerte zu gehen. Mit der Musik ist es ja wie mit Süßigkeiten. Zu viel Kuchen macht dick und träge und wir lieben unser Publikum hungrig und wild! Dass wir uns dann darauf verlassen dürfen, dass mittlerweile wirklich viele Leute da sind, freut uns wirklich riesig!! Großes Lob an euch.

 

Was sind eure nächsten Konzerttermine und wie kommt man an das Album?

 

Zunächst laden wir am 05.11.2012 alle ganz herzlich ins B72 in Wien ein wo wir zum ersten mal unsere CD präsentieren. Natürlich möchten wir den Tirolern auch noch was in ihrer Nähe bieten und spielen am 22.11 im Propolis Innsbruck. Last but not least werden wir am 24.11 Gotthard in Hohenems supporten. Eine Tour für Anfang 2013 ist ebenfalls in Planung. Also: Stay tuned!

 

http://youtu.be/LqNgDQ_awVQ

 

 

 

 

UNIMAG verlost 2x2 Karten für die CD-Release-Party am 5.11. im B72 sowie 3x die neue Platte der Jungs, „Creation’s finest“. Beantworte einfach die Frage und schon bist du bei der Verlosung mit dabei?

 

 

{BreezingForms:motherscake}

Michael Hinterseer

Michael Hinterseer ist Redakteur und Fotograf, sowie TheWi Student mit Überzeugung. Er mag es, wenn Leute seine Sachen lesen und findet es total doof, über sich selbst in der dritten Person zu schreiben.

Erreichbar unter: michael.hinterseer (ät) unimag.at


bei UNIMAG seit: Mai 2011

 

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