BÜCHERBÖRSE

Beach House am 13.11. im Wiener Flex!

Victoria Legrand bei einem Auftritt von Beach House COPYRIGHT: MAN ALIVE! (FLICKR)
Victoria Legrand bei einem Auftritt von Beach House

Im Mai brachten Beach House mit „Bloom“ eines der anerkanntesten Alben des Jahres heraus. Am 13. November konzertiert das Dream-Pop-Duo aus Baltimore im Wiener Flex.

Aufmerksamkeit durch rohe Pop-Songs
Victoria Legrand, Nichte des Komponisten Michel Legrand, ist über die letzten Jahre hinweg zu einer der unverwechselbarsten Stimmen der Indie-Szene geworden. Grund dafür ist Beach House, ihre Dream Pop-Band, die sie gemeinsam mit Alex Scally gegründet haben. Dem verträumten Sound ist das Duo aus Baltimore seit dem Debütalbum treu geblieben. Vor allem in Sachen Produktion hat sich aber einiges geändert. Das Debüt „Beach House“ (2006) und der hervorragende Nachfolger „Devotion“ (2008) leben auch von ihrer etwas rohen, bewusst Distanz aufbauenden Instrumentierung. Songs wie der kratzige Devotion-Opener ‚Wedding Bell‘ erhalten dadurch eine ganz eigene Qualität. Die eingängigen ‚Gil‘ und ‚Heart Of Chambers‘ beweisen die hohe Qualität von Beach House’s Songwriting.

Klarerer Sound, großer Hype
So richtig los gegangen ist die Erfolgsgeschichte dieser Band aber erst mit dem dritten Album, 2010’s „Teen Dream“. Mit Produzent Chris Coady, der Alben von unter anderen TV on the Radio und Grizzly Bear betreut hat, bekamen Beach House einen viel klareren und reicheren Sound verpasst. Trotz des Stimmungswechsels gelang dem Duo aber ein weiteres hervorragendes Album. Bloß die Stärken waren verschoben worden. Im Vergleich zum intimen „Devotion“ klang „Teen Dream“, als wäre es für ruhige, aber durchaus geteilte Momente geschrieben worden. Am besten passte das Album vielleicht zu einer Autofahrt mit Freunden früh am Morgen, nach derer man den ganzen Tag mit Ohrwürmern im Kopf herumlief. Beste Beispiele dafür wären ‚Walk In The Park‘, ‚Norway‘ oder ‚Zebra‘. Manche Momente, wie etwa der gigantische Refrain von ‚10 Mile Stereo‘ waren für Beach House derart unüblich, dass die ganze Indie-Welt gespannt darauf wartete, was wohl auf dem nächsten Album passieren würde.

Alles beim Alten, auch die Qualität
In dieser Hinsicht wurde man dann vom diesjährigen „Bloom“ schon ein wenig enttäuscht. Die zehn Songs hätten zu einem Großteil auch schon auf dem Vorgänger sein können. Dennoch überzeugen Lieder wie die Singles ‚Myth‘ oder ‚Lazuli‘ einfach durch ihre Qualität. Beach House wurde von vielen dafür kritisiert, dass man sich in Sachen Sound nicht (weiter)entwickelt hätte. Was gerne übersehen wurde, war das weiterhin ausgezeichnete Songwriting, das keine Anleihen an der bisherigen Beach House-Diskographie nahm, sondern zehn eigenständige, potente Tracks schuf. Und zumindest auf dem letzten Song des Albums, „Irene“, betritt die Band dann doch noch ein wenig neues Terrain.

Beach House am 13.11. im Wiener Flex
Am 13.11. sind Beach House, die schon 2010 auf der Grazer Kasemattenbühne spielten, wieder in Österreich zu Gast. Im Wiener Flex wartet eines der meisterwarteten Konzerte des Jahres.

Michael Leitner

Michael Leitner | Redakteur & Community-Betreuer Gewinnspiele

michael.leitner (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Oktober 2011

 

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