BÜCHERBÖRSE

The Lumineers im Interview

THE LUMINEERS (c) LINDSEY BYRNES
THE LUMINEERS

Das Trio aus Denver wird von einer Erfolgsgeschichte begleitet, wie sie selbst in den USA heutzutage nur noch selten vorkommt. Dabei kam die Band durch ein ganz einfaches Mittel zu Ruhm - ihrer Musik. Der Sound ist emotional, modern und bodenständig zugleich, woraus die Faszination entsteht. UNIMAG sprach mit Jeremiah Fraites.

Was ist die Geschichte der Lumineers?
Vor ca. 7 Jahren habe ich in Ramsey, New Jersey damit begonnen, Musik zu schreiben. Nach 4 Jahren bin ich mit Wesley nach Brooklyn umgezogen, da NY sowas wie das Zentrum für Musik und Kultur ist. Das stimmt irgendwie, war aber nicht genug für eine Band wie wir sie sind. So gingen Wes und ich nach Denver und suchten dort nach jemandem, der oder die Cello spielt. Neyla war die Einzige die sich meldete. Nach ein paar gemeinsamen Songs sind wir auf Tour gegangen... der Rest ist bekannt!

Hättet ihr damals daran gedacht, dass ihr 7 Jahre später eine international erfolgreiche Band seid?
Man sagt, es dauert 10 Jahre, um einen Blitzerfolg zu haben. Wir haben ca. 6 oder 7 gebraucht, also *lacht*

Eure Musik wird im Allgemeinen als “Folk” bezeichnet, aber das ist ein sehr allgemeines Genre. Wie würdest Du eure Musik beschreiben und wie unterscheidet ihr euch von anderen Folk-Bands?
Meiner Meinung nach erklärt sich unsere Musik von selbst besser als es Adjektive beschreiben können. Wir haben eine akkustische Gitarre, ein Klavier und einen Bass, was eigentlich sehr normal ist, aber dann haben wir auch ein Cello, Drums und eine Mandoline. Die Kombination aus meinen Drums, Neyla's Cello und Wesley's Gesang definiert uns, besonders weil die Wörter “Folk” und “Rock” unterschiedliche Eindrücke auf verschiedene Leute machen. Ich glaube, das unsere Instrumentation nicht genau in irgendeine Kategorie passt... aber uns gefällt's!

Euer Debüt-Album 'The Lumineers' erscheint bald in Europa. Wie fühlt ihr euch?
Wir sind sehr aufgeregt! Erst letztes Jahr war es unser größtes Ziel, irgendwo in Europa zu spielen. Wir dachten, es wird sehr viel länger dauern, aber jetzt spielen wir schon ausverkaufte Konzerte in London, Hamburg und Bremen: einer unserer kühnsten Träume wurde wahr! Unsere Debütsingle 'Ho Hey' kam in Nordamerika ziemlich gut an und jetzt wollen wir herausfinden, was der Rest der Welt von uns denkt und welche Reaktionen wir bekommen.

http://www.youtube.com/watch?v=zvCBSSwgtg4

Also plant ihr auch ein Konzert in Österreich?
Hoffentlich! Ich hoffe wir werden nach Österreich kommen. Nächsten Februar und März spielen wir ein paar Gigs in Europa und es wäre sehr cool, wenn unser Agent etwas in Österreich finden könnte. Ich selbst war vor 5 Jahren hier und habe Wien als wundervollen Ort in Erinnerung. Ich würde sehr gerne zurückkommen!

Wie ist das Album entstanden?
Wir konnten uns viel Zeit nehmen und es hat 4 oder 5 Jahre gedauert, bis das Album fertig war. Am Ende gab es 18 oder 20 Songs, aus denen wir die besten 11 wählten. Mit dieser Auswahl hatten wir viel Glück und wir sind sehr zufrieden mit dem fertigen Album.

Wie viel Aufmerksamkeit widmet ihr Kritiken?
Wir alle in der Band hören oder lesen Kritiken nicht wirklich. Meiner Meinung nach sollte man sowohl die schlechten als auch die guten Kritiken vermeiden. Manche Künstler lesen sie und das können sie auch gerne machen, aber man soll sich nicht darauf verlassen um sich selbst etwas zu beweisen.

Gibt es für Dich einen Lieblingssong oder einen bestimmten Moment auf dem Album?
'Dead Sea' ist so ein Moment: Bevor wir ins Studio gingen, waren all die anderen Songs mit ihren technischen und instrumentellen Details schon fast fertig, nur bei 'Dead Sea' wussten wir nicht so Recht wie es klingen sollte. Auf den letzten Akkorden des Songs kann man eine sehr markante Violine und Backgroundgesang hören, die wir auf tote Meerjungfrauen bezogen haben – frag mich nicht warum, sehr eindringlich, engelsgleich. Es ist komisch wie man eines Tages einen Song schreibt, den man nach einem halben Jahr anhört und sich einfach nur denkt: Wow!

Mein persönlicher Lieblingssong ist 'Morning Song'. Was ist die Geschichte dahinter?
Das ist auch für mich ein interessanter Song. Ihn zu schreiben hat mit Abstand am Längsten gedauert. Vor ca. 5 Jahren hab ich die Melodie des Songs auf meiner Gitarre eingespielt und zahlreiche unterschiedliche Versionen sind noch dazugekommen. Wesley hat die Lyrics dazu geschrieben, was er sich dabei gedacht hat, musst du ihn selbst fragen *lacht*.

Was sind eure Träume und wie hat euer Erfolg diese verändert?
Haha, es ist lustig darüber nachzudenken! Letztes Jahr träumte Wesley davon, in der David Letterman Show in New York City aufzutreten und Gigs in Europa zu spielen... beide Ziele haben wir erreicht! Ich würde gerne im Red Rocks Amphitheater in Colorado spielen, vielleicht klappt es ja nächstes Jahr!

 

Lukas Fischnaller

Mag. Lukas Fischnaller | Chefredakteur
Twitter: @lukfis1

Kontakt: lukas.fischnaller(ät)unimag.at

Webseite: www.unimag.at
 

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