BÜCHERBÖRSE

Friedhofsunruhe!

  • geschrieben von Michael Hinterseer
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graveyard hisingen blues C nuclear blastDie Band Graveyard zeigt mit ihrem zweiten Album Hisingen Blues, dass das Erbe von Led Zeppelin und Konsorten weiterlebt. In Göteborg.

 

Schon die Verpackung der CD gibt einen Vorgeschmack, was uns beim Einlegen zu erwarten hat: „The sound of Led Zeppelin“. Danke für den Hinweis Der Trend zu den Giganten des 70er-Jahre-Rocks ist soweit ja nichts neues, denkt man die genialen Jungs von Wolfmother oder die weniger genialen Jungs von Jet. Sich jedoch noch vor dem Auspacken schon mit Zeppelin zu vergleichen ist entweder mutig oder dreist.

 

„We suggest that you play this record at the highest volume in order to appreciate the sound of: GRAVEYARD“ steht auf der Rückseite. Klingt fair „Ain't fit to live here“ ist der erste Song, und dieser übersteht die zuvor angehäufte Erwartung mit links: Ein beherztes Schlagzeugsolo ebnet den klassisch verzerrten Gitarren den Weg direkt in die Füße. Und dann: Joakim Nilsson. Eine Stimme, als hätte er seit den Kinderschuhen nur versucht die perfekte Mischung aus Robert Plant, Ian Gillan und Chris Cornell zu finden. Gäbe es eine vergleichbare Einrichtung wie die BRIT School für Classic Rock, GRAVEYARD wären die Streber.

 

Aber auch der Rest des durchweg gelungenen Albums birgt Überraschungen: Überall finden sich Adaptionen und Verweise auf die ganz Großen. Was GRAVEYARD mit „Hisingen Blues“ geschaffen hat, ist aber keineswegs ein kalkulierter Abklatsch, sondern der Beweis, dass man von den alten Meistern noch lernen kann. – und das die Beherrschung seines Instruments und eine eindrucksvolle Stimme mehr Potenzial haben als der Retortenpop, den man sonst zu hören bekommt.

 

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