BÜCHERBÖRSE

"Ehrlich und unverstellt"

Das Album „Woher i eigentlich kimm“ (Universal) jetzt überall erhältlich (c) Michael Hinterseer
Das Album „Woher i eigentlich kimm“ (Universal) jetzt überall erhältlich

Handgemachte Popmusik mit Indie-Wurzeln im Südtiroler Dialekt? Ja! Max' Musik ist mal euphorisch, mal nachdenklich, aber vor allem von glaubwürdiger Herzlichkeit. Der 26-jährigen Singer-Songwriter stand uns Rede und Antwort.

Du hast bereits im Oktober 2012 in der Szene gespielt, heute im B72. In Deutschland hast du schon einige Gigs gespielt, allein und auch als Vorband namhafter Gruppen. Du hast ein Album herausgebracht... Also eine Erfolgsgeschichte wie ein Traum, der wahr geworden ist?
Also ein Traum, der wahr geworden ist vielleicht etwas zu hoch gegriffen. Es sind vielmehr Ziele, die ich mir gesetzt habe wo ich mir dachte, es wäre schön, diese zu erreichen. Alles war mit sehr harter Arbeit verbunden, aber ich bin sehr glücklich, dass es geklappt hat!

Wie kam es zu deinem Künstlernamen?
Mein eigentlicher Name Maximilian Hilpold klang für mich nicht spannend genug. Ich habe lange überlegt, aber ich finde, mein Künstlername kommt am ehrlichsten rüber, fast genau so wie ich mich als 'der Max von Milland' auch sonst vorstellen würde.

Wie sind die Songs für das Album entstanden?
Das Album an sich ist über einen Zeitraum von ein bis eineinhalb Jahren entstanden. Bei mir ist es so, dass ein Song meist in jenem Moment entsteht, wo ich es am wenigsten erwarten würde. Dann feilt man an diesem so lange herum, bis er passt.

Wie hat das Publikum außerhalb Südtirols deine Musik aufgefasst?
Das ist ganz unterschiedlich, aber meistens sehr gut. Die Leute wissen, was sie mit meiner Musik anzufangen haben. In Bayern, Baden-Württemberg oder auch in Österreich ist es etwas anderes, weil die Leute dort den Dialekt eher verstehen; bei Auftritten in nördlicheren Regionen falle ich in die Kategorie 'Exot'. Aber Leute, die meine Musik hören oder hören wollen, haben einfach eine Affinität zu Mundart.

In einem Interview meintest du: „Keine andere Sprache kann Empfindungen so ehrlich und unverstellt wiedergeben wie die eigene Muttersprache“. War für dich von Anfang an klar, dass du im Südtiroler Dialekt singst?
Ich habe schon sehr früh damit begonnen, Texte und Songs im Dialekt zu schreiben. 2009 ist dann der Punkt für mich gekommen, wo ich es richtig und wirklich machen wollte. Ich fühle mich im Hochdeutsch nicht wirklich zu Hause, auch wenn es dem Dialekt nahe kommt. Aber 'auf deutsch' zu texten oder zu singen war für mich nie wirklich ein Thema.

Du lebst in Berlin. Passiert es dir dort manchmal, dass dir das ein oder andere Südtiroler Wort herausrutscht?
*lacht* Ja! Absolut. Zum Beispiel das Wort „Sackl“ statt Tüte. Aber mittlerweile weiß ich, wann und wie ich welche Worte einsetzen kann, damit ich verstanden werde. Meistens zumindest. Im Umkehrschluss verwende ich zu Hause dann „nur“ oder „würde“, an Stelle von „lai“ und „tat“. Also eher so eine Mischmasch-Sprache aus Dialekt und Standarddeutsch.

Was war deine bisherigen Highlights in deiner Karriere?
Natürlich mein Album. Aber auch z.B. mein Support der Sportfreunde Stiller im Circus Krone, oder das Festival „Songs an einem Sommerabend“ in Bad Staffelstein in Oberfranken oder auch mein TV-Auftritt in Inas Nacht.
http://www.youtube.com/watch?v=96w5XEIY_RI

Was hörst du privat für Musik? Oder wer sind deine Inspirationen?
Privat höre ich sehr gerne Kings of Leon oder auch Coldplay, deren Musik auch unterschwellig mitschwingt. Aber ich habe keine musikalischen Vorbilder wo ich dann sagen würde, ich möchte so klingen wie das oder jenes.

Nur wenigen Südtiroler Musikgruppen ist ein Erfolg im unmittelbaren Ausland gelungen. Hast du Tipps für andere Band, Künstler. Oder was hast du anders gemacht als andere?
Ich glaube, es ist einfacher der zu sein, der man ist und etwas daraus machen, was man kann. Wenn jetzt eine Band aus einem Dorf oder einer Stadt in Südtirol meint, sie wären die nächsten Oasis und singen englisch, dann finde ich das nicht ehrlich und ich kann ihnen das einfach nicht abkaufen. Ich glaube, man muss sich einfach treu sein. Und natürlich muss man hart für ein Ziel kämpfen und Kompromisse eingehen. Musikbusiness ist ein hartes Business und man muss sich 110% reinknien. Entweder ganz oder gar nicht!

Lukas Fischnaller

Mag. Lukas Fischnaller | Chefredakteur
Twitter: @lukfis1

Kontakt: lukas.fischnaller(ät)unimag.at

Webseite: www.unimag.at
 

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